Firefox: Multi-Account-Container nutzen und neue Tabs öffnen

von | 04.12.2017 | Software

Gelegentlich nutzt man Webseiten mit mehreren Accounts gleichzeitig – etwa einen für die Arbeit und einen privat. Damit man sich in solchen Fällen nicht immer wieder aus- und einloggen muss, gibt es in Firefox die Multi-Account-Container. Ein neuer Tab in der gewünschten Umgebung kann dann mit nur zwei Klicks geöffnet werden.

Damit mehrere getrennte Umgebungen für Cookies, Verlauf und weitere Einstellungen im Firefox-Browser möglich werden, muss die Erweiterung Multi-Account Containers installiert sein. Die Extension ist mittlerweile zu einem der beliebtesten Firefox-Add-ons geworden und wird von Mozilla selbst entwickelt und gepflegt.

Ist dies erledigt und die gewünschten Umgebungen wurden über das Account-Container-Icon oben rechts neben der Adresse erstellt, kann ein neuer Tab im gewünschten Modus jederzeit geöffnet werden, indem mit der Maus auf das [+]-Zeichen oben in der Tab-Leiste geklickt und die Maustaste gedrückt gehalten wird. Dann den passenden Container aus dem Menü auswählen – fertig.

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/multi-account-containers/

Warum Container-Tabs so nützlich sind

Container-Tabs isolieren eure Web-Aktivitäten vollständig voneinander. Jeder Container hat seinen eigenen Cookie-Speicher, Session-Storage und andere Website-Daten. Das bedeutet: Ihr könnt gleichzeitig bei Gmail mit eurem privaten Account eingeloggt sein und parallel dazu mit dem Firmen-Account arbeiten – ohne dass sich die beiden Sessions in die Quere kommen.

Besonders praktisch ist das auch für Social Media. Erstellt einen Container für Facebook, einen für Twitter und einen für LinkedIn. So könnt ihr zwischen verschiedenen Accounts wechseln, ohne euch ständig ab- und wieder anmelden zu müssen. Gleichzeitig wird das Tracking zwischen den Plattformen erschwert, da sie ihre Cookies nicht teilen können.

Erweiterte Container-Funktionen

Die Multi-Account-Container-Extension bietet mittlerweile deutlich mehr Funktionen als bei ihrer Einführung. Ihr könnt bestimmte Websites automatisch in definierten Containern öffnen lassen. Geht dazu in die Container-Einstellungen und fügt URLs zu den entsprechenden Containern hinzu. Ruft ihr diese Websites auf, landen sie automatisch im richtigen Container.

Eine weitere praktische Funktion ist die farbliche Kennzeichnung. Jeder Container kann eine eigene Farbe und ein Symbol erhalten. So erkennt ihr auf einen Blick, in welchem Container ihr euch gerade bewegt. Die Tab-Leiste zeigt eine farbige Linie unter dem jeweiligen Tab an.

Sicherheit und Datenschutz verbessern

Container bieten auch erhebliche Sicherheitsvorteile. Wenn ihr Online-Banking in einem separaten Container durchführt, können andere Websites nicht auf diese Session zugreifen – selbst wenn sie kompromittiert werden sollten. Das gleiche Prinzip gilt für Shopping-Websites oder andere sensible Online-Dienste.

Für Entwickler und Tester sind Container ebenfalls Gold wert. Ihr könnt verschiedene Nutzerprofile simulieren, A/B-Tests durchführen oder einfach testen, wie sich eure Website für nicht eingeloggte Nutzer verhält – alles parallel in verschiedenen Containern.

Keyboard-Shortcuts nutzen

Für Power-User gibt es auch Tastenkombinationen. Mit Strg+Shift+T (Windows/Linux) bzw. Cmd+Shift+T (Mac) könnt ihr direkt einen neuen Container-Tab öffnen. Alternativ funktioniert auch Strg+. (Punkt), um das Container-Menü zu öffnen.

Grenzen der Container-Technologie

Wichtig zu wissen: Container isolieren nur die Browser-Daten, nicht euren gesamten Netzwerkverkehr. Websites können euch weiterhin über eure IP-Adresse, Browser-Fingerprinting oder andere Techniken wiedererkennen. Für vollständige Anonymität braucht ihr zusätzliche Tools wie VPN oder Tor.

Außerdem funktionieren Container nur innerhalb von Firefox. Andere Browser haben ähnliche Funktionen (Chrome mit Profilen, Safari mit verschiedenen Benutzern), aber die Container-Isolation ist eine Firefox-Spezialität.

Fazit: Container als Standard-Workflow

Multi-Account-Container haben sich zu einem unverzichtbaren Tool für alle entwickelt, die Firefox professionell nutzen. Die Möglichkeit, verschiedene Online-Identitäten sauber zu trennen, spart nicht nur Zeit beim Login-Management, sondern verbessert auch Sicherheit und Datenschutz erheblich. Probiert es aus – nach einer kurzen Eingewöhnungszeit möchtet ihr diese Funktion nicht mehr missen.

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2026