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Streaming: Was Ihr der Umwelt damit antut

01.01.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Streaming wird immer populärer. Und auf den ersten Blick scheint das eine umweltschonenede Methode zu sein, sich Filme und Serien anzuschauen. Aber ist das wirklich so? Es gibt begründete Zweifel.

Musik streamen. Filme und Serien streamen. Heute Alltag. Videotheken sind heute nahezu vollständig vom Erdboden verschwunden. Klar: Auch früher hat man Filme ausgeliehen. Aber heute kann man mit der Fernbedienung in der Hand aus Millionen Film- und Serientitel bei Apple iTunes, Amazon Prime Video und Co. zugreifen. Es heißt zwar immer noch „Ausleihen“, doch in Wirklichkeit hat man nur zeitlich begrenzte Zugriffsrechte. Man gibt nichts zurück.

StockSnap / Pixabay

 

Auch Streamingdienste belasten die Umwelt

Streaming scheint eine Menge Vorteile zu bringen. Der Musikindustrie hat sie die Kehrtwende gebracht: Endlich steigen die Umsätze wieder. Außerdem produzieren wir auch weniger Müll, könnte man meinen. Denn wenn Filme per Stream geschaut werden, dann legen wir keine mit hohem Energieaufwand gepressten DVDs mehr ins Laufwerk.

Streaming ist – so scheint es zumindest – deutlich CO2-freundlicher als das DVD-Zeitalter. Wir verbrauchen beim Binge Watching lediglich ein bisschen Strom. Und wenn der verbrauchte Strom aus CO2-neutralen Quellen kommt, ist alles sogar eine saubere Sache.

So scheint es. Aber ist das wirklich so? Es gibt begründete Zweifel. Denn niemand weiß so genau, wie hoch zum Beispiel die CO2-Belastung für all die Festplatten ist, auf denen die Videoinhalte gespeichert sind und die beim Streaming zum Einsatz kommen (zumindest beim Anbieter).

Oder welcher CO2-Footprint bei der Herstellung von Servern, Routern, PCs und Mobilgeräten entsteht. Das US-Magazin The Atlantic kommt zum Schluss, dass – zumindest in der Pornobranche, die intensiv Videos streamt – die CO2-Belastung durch Streaming höher ist als noch vor einigen Jahren durch Herstellung und Vertrieb von DVDs – nachzulesen hier.

Umweltbelastung nimmt durch Konsum zu

Die Umweltbelastung durch Videostreaming nehme allein schon deswegen zu, weil der Konsum wachse, argumentiert das Magazin. 700 Mal mehr als zur Zeit der DVD. Es wird also deutlich mehr geschaut als früher. Natürlich lassen sich die Entwicklungen in der Erotikbranche nicht 1:1 auf Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video übertragen, doch ein interessantes Indiz sind diese Zahlen schon.

Nathan Ensmenger, Professor an der Indiana University, beschäftigt sich bereits seit Jahren mit den Umweltfolgen von Computern. Nach seiner Berechnung verbraucht jede Stunde Videostreaming 0,0013 Kilowattstunden. Klingt nicht viel. Aber wenn Millionen Menschen das jeden Tag machen, ist es eine Menge.

Es geht Professor Ensmenger darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Denn so ist das im Internet: Man sieht nicht, was im Hintergrund passiert – und kann daher auch unmöglich die Folgen abschätzen. Und den Preis, den alles hat.

 

 

 




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