Menschen mit Sehbehinderung brauchen Hilfe: Da sie Bilder im Netz nicht erkennen können, ist eine Beschreibung hilfreich. Das geht auch bei X (vormals Twitter) – und wird immer wichtiger.
Barrierefreiheit spielt in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens eine große Rolle. Im realen Leben sind es Fahrstühle, Rampen oder Blindenampeln, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Zurechtkommen erleichtern.
Doch es gibt auch immer mehr Apps und digitale Helfer, die sich des Themas annehmen. Das Ziel: Netzinhalte für alle Menschen nutzbar zu machen. X (ehemals Twitter) erlaubt es schon seit Jahren, Bildern eine Beschreibung hinzuzufügen, die von „Screen-Readern“ abgerufen und vorgelesen werden können. Über diese Funktion können blinde und sehbehinderte Menschen trotzdem den Bezug eines Posts verstehen, wenn ein Bild mit Beschreibung veröffentlicht wird.
Alt-Text aktivieren und nutzen
Um die Funktion zu aktivieren, müsst ihr in der X-App zunächst mit einem Tipp auf euer Profilbild das Sidebar-Menü aufrufen. Hier nun über Einstellungen und Datenschutz den Punkt Barrierefreiheit auswählen und einen Haken bei Sehvermögen – Bildbeschreibung verfassen setzen. In der Web-Version findet ihr diese Einstellung unter „Einstellungen und Support“ > „Einstellungen und Datenschutz“ > „Barrierefreiheit, Anzeige und Sprachen“ > „Barrierefreiheit“.
Wenn jetzt ein neuer Post verfasst wird, in dem ein Bild angeheftet ist, besteht die Option eine Beschreibung hinzuzufügen. Dazu einfach auf das entsprechende Textfeld mit der Bezeichnung „Beschreibung hinzufügen“ tippen, eine passende Beschreibung verfassen und oben rechts auf Anwenden tippen, um den Vorgang abzuschließen. Die Beschreibung ist im Bild selbst nicht als Text sichtbar, sondern wird auditiv wiedergegeben, wenn das Bild angetippt wird.
Was macht eine gute Bildbeschreibung aus?
Eine hilfreiche Bildbeschreibung sollte konkret und präzise sein. Statt „Ein schönes Bild“ schreibt ihr besser „Eine Katze sitzt auf einem roten Sofa vor einem Fenster“. Bei Screenshots von Texten solltet ihr den wichtigsten Textinhalt wiedergeben. Bei Memes oder humorvollen Bildern erklärt ihr am besten, warum das Bild lustig ist.
Für Diagramme oder Grafiken beschreibt die wichtigsten Daten oder Trends. Bei Selfies oder Personenfotos erwähnt, wer zu sehen ist und in welchem Kontext. Maximum sind 1000 Zeichen, aber meist reichen 100-200 Zeichen völlig aus.
KI hilft beim Alt-Text
Seit 2024 bietet X auch automatisch generierte Bildbeschreibungen an. Die KI erkennt Objekte, Personen und Szenen recht zuverlässig. Diese automatischen Beschreibungen könnt ihr als Ausgangspunkt nehmen und bei Bedarf anpassen oder erweitern. Besonders bei komplexen Bildern mit Text oder speziellem Kontext lohnt es sich, die KI-Beschreibung zu überarbeiten.
Andere Plattformen ziehen nach
Auch Instagram, Facebook, LinkedIn und TikTok haben inzwischen ähnliche Funktionen. Instagram zeigt sogar an, wenn ein Bild eine Alt-Text-Beschreibung hat. Bei Instagram findet ihr die Option „Alt-Text schreiben“ im Menü „Erweiterte Einstellungen“ beim Posten. Facebook bietet die Funktion beim Hochladen unter „Foto bearbeiten“ an.
Warum Alt-Text für alle wichtig ist
Bildbeschreibungen helfen nicht nur Menschen mit Sehbehinderung. Auch bei langsamen Internetverbindungen, wenn Bilder nicht laden, wird der Alt-Text angezeigt. Suchmaschinen nutzen Alt-Texte ebenfalls, um Bilder zu verstehen und in den Suchergebnissen anzuzeigen. Das kann eure Reichweite erhöhen.
Zudem macht ihr eure Inhalte zugänglicher für Menschen, die Screen-Reader oder andere Hilfstechnologien verwenden. In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Menschen mit einer Sehbehinderung – eine beträchtliche Zielgruppe, die oft übersehen wird.
Automatische Alt-Texte kritisch prüfen
Viele Plattformen generieren inzwischen automatische Bildbeschreibungen. Diese sind aber oft zu oberflächlich oder verfehlen den Punkt. „Eine Person steht vor einem Gebäude“ sagt wenig aus, wenn es eigentlich um eine Demonstration oder ein besonderes Ereignis geht. Nehmt euch die Zeit für eigene, aussagekräftige Beschreibungen.
Fazit: Kleine Mühe, große Wirkung
Bildbeschreibungen zu verfassen kostet nur wenige Sekunden, macht aber einen großen Unterschied für Menschen mit Sehbehinderung. Es ist ein einfacher Schritt zu mehr Inklusion im digitalen Raum. Und nebenbei verbessert ihr auch noch eure SEO und Reichweite. Also: Macht mit und beschreibt eure Bilder!
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026

