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40 Jahre Spam

05.05.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Wenn wir Werbebotschaften im E-Mail-Briefkasten vorfinden, und wer kennt das nicht, sprechen wir von „Spam“. Ein Synonym für „unerwünscht zugeschickte Werbepost“. Weil E-Mails nahezu kostenlos verschickt werden können, werden auch viele Spam-Nachrichten auf den Weg gebracht. Immer mit dem Versuch, uns irgendetwas zu verkaufen: Ein Hotelzimmer, eine Versicherung, ein Potenzmittel, die neueste Software. Vor genau 40 Jahren ist die erste Spam-Mail verschickt worden – und heute gibt es sie immer noch.

Vor genau 40 Jahren soll die erste Spam-Nachricht verschickt worden sein. Damals hieß das Internet noch Arpanet und war ein in erster Linie militärisches Netzwerk. Allzu viele User gab es damals noch nicht, aber E-Mail schon.

Am 3.5.1978 verschickte ein Händler, der sündhaft teure Computer verkaufte, eine Mail, in der er ein DECSystem20 verkaufen wollte. Er hat die Empfänger zu einer Werbeveranstaltung eingeladen. Nach 320 verschickten Mails ist der Mail-Server abgeschmiert. Gelohnt hat es sich trotzdem: Nach der Überlieferung konnte der Mann Rechner im Wert von 13 Millionen Dollar verkaufen. Die erste Werbe-Mail der Welt war also außerordentlich erfolgreich.

 

Mehr als die Hälfte aller Mails sind Spam

Die erste unerwünscht verschickte Spam-Mail war erfolgreich. Laut aktuellen Studien sind 55 bis 90 Prozent aller in Posteingängen eintreffenden Nachrichten Spam. Der Spam-Anteil ist also nach wie vor erheblich, auch wenn wir den subjektiven Eindruck haben, dass es in letzter Zeit besser geworden ist. Es ist auch objektiv besser geworden.

Vor einigen Jahren war der Anteil der Spam-Nachrichten definitiv über 90% – flächendeckend. Heute ist es deutlich weniger geworden. Das hat viele Gründe: Die Spam-Filter werden immer besser, die User immer kompetenter und erkennen Spam-Mails. Es lohnt sich daher nicht mehr immer, Spam zu verschicken. Ein Problem ist Spam aber trotzdem nach wie vor. Denn Spam ist lästig, verstopft die Briefkästen, kostet in den Unternehmen Arbeitszeit – und stört deshalb, weil wirtschaftlicher Schaden entsteht.

 

Werbefilter werden immer effektiver

Es gibt Spam-Filter, etwa in Unternehmensnetzwerken, aber auch bei großen Mail-Diensten wie Google Mail, Web.de oder Outlook.com. Es ist gar nicht so einfach, Spam-Mails zu enttarnen. Anfangs hat man das mit Hilfe von entdeckten Schlagwörtern gemacht, etwa wenn eine Mail viele Werbegriffe enthalten hat. Mittlerweile werden „Blacklists“ geführt von Absendern, die als Spam-Absender bekannt sind.

Auch die Meldungen von Empfängern spielt eine Rolle: Wir können ja oft in den Mail-Diensten Mails als „Spam“ markieren. So etwas wird registriert. Heute wird es zunehmend schwieriger, Spam zu verschicken, denn beim Mail-Versand werden viele Angaben überprüft,  etwa wer Mails verschickt, was der Inhalt ist, ob häufig Spam gemeldet wird. Verhält sich ein Absender auffällig, darf er keine Mails mehr verschicken.

ribkhan / Pixabay

Die Kosten für Mails

Völlig kostenlos ist es nicht, Mails im großen Stil zu verschicken. Wer ein paar Millionen Mails verschickt, muss schon einige Hundert Euro bezahlen. Die Mail-Adressen der Empfänger sind oft geklaut oder werden mit Hilfe von Schadprogrammen ermittelt. >Früher wurden auch private Rechner zum Mail-Versand missbraucht oder Server, die nicht ausreichend geschützt sind. So etwas funktioniert heute praktisch kaum noch, deshalb gehen die Spam-Raten auch zurück.

Wieso lohnt sich das?

Man glaubt es nicht, aber ein ausreichend großer Prozentsatz der Empfänger reagiert, klickt die Links an – und kauft ein. Das bringt ausreichend Umsatz, um mit windigen Tricks Spam-Nachrichten im großen Stil rauszuhauen. Da der Versand vergleichsweise günstig ist, reicht eine kleine Zahl von Kunden, auch wenn sich 99% gestört fühlen. Etwa 2% aller verschickten Spam-Nachrichten enthalten sogar Schadcode, wollen die Empfänger also auf andere Weise „abzocken“, etwa, indem sensible Daten abgehört werden.

Der Begriff „Spam“

Wer den Begriff „Spam“ erklären will, muss ein bisschen ausholen. Zum einen heißt ein englisches Frühstücksfleisch aus der Dose so, das es bereits seit den 30er Jahren gibt. „Spiced Meat and Ham“ – abgekürzt SPAM. Zum anderen verbirgt sich eine Geschichte dahinter. Die britische Blödeltruppe Monty Python hat sich in den 70er Jahre in einem Sketch über die Vorliebe der Engländer für erwähntes Schmalzfleisch namens „Spam“ lustig gemacht.

Eine Frau fragt im Hotel beim Frühstück, was auf der Karte steht. Die Bedienung schreit immer wieder „Spam“, in jeder nur denkbaren Variante. Seitdem wird im nicht mehr nur englischen Sprachgebrauch alles als „Spam“ bezeichnet, was in erster Linie überflüssig und lästig ist – und auf die Werbeflut per E-Mail zweifellos zutrifft.




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