Gimp am Mac nutzen: Native Performance für Apple Silicon

von | 25.05.2018 | Software

Das kostenlose Bildbearbeitungs-Programm Gimp hat sich seit Version 2.10 dramatisch weiterentwickelt. Mit der aktuellen Version 2.99 (dem Vorab-Build der kommenden 3.0-Version) und der stabilen 2.10.36 bietet das Open-Source-Tool professionelle Features, die mit teuren Alternativen mithalten können. Mac-User müssen dabei längst nicht mehr auf veraltete Builds zurückgreifen.

Offizielle Mac-Unterstützung endlich da

Was früher ein Problem war, gehört inzwischen der Vergangenheit an: Auf der offiziellen Webseite www.gimp.org/downloads stehen native macOS-Builds für Intel- und Apple Silicon-Macs bereit. Die Installation funktioniert standardmäßig über ein DMG-File, das ihr einfach mountet und die App in den Programme-Ordner zieht.

Besonders erfreulich: Die Mac-Version läuft auf Apple Silicon nativ und nutzt die Performance der M1, M2 und M3-Chips voll aus. Speicherhungrige Operationen wie komplexe Filter oder die Arbeit mit großen RAW-Dateien profitieren erheblich von der optimierten Architektur.

Alternative Builds für Spezialfälle

Trotz der offiziellen Unterstützung gibt es nach wie vor spezialisierte Builds, die zusätzliche Features mitbringen. Auf www.partha.com findet ihr weiterhin optimierte Versionen mit zusätzlichen Plugins und G’MIC-Integration. Diese Builds eignen sich besonders für User, die experimentelle Features nutzen oder eine vollständig angepasste Gimp-Installation wollen.

Eine weitere empfehlenswerte Quelle ist die offizielle Flatpak-Distribution, die über die macOS-Portierung verfügbar ist. Sie bietet den Vorteil, dass Updates automatisch eingespielt werden und die Sandbox-Sicherheit gewährleistet ist.

Was Gimp 2.10 und neuer bietet

Die aktuellen Gimp-Versionen haben sich gegenüber den frühen 2.x-Releases fundamental verbessert. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Nicht-destruktive Bearbeitung: Filter lassen sich nachträglich anpassen, ohne das ursprüngliche Bild zu zerstören
  • 32-Bit-Unterstützung: Professionelle Farbtiefe für RAW-Entwicklung und HDR-Bearbeitung
  • Verbesserte UI: Die Benutzeroberfläche wirkt moderner und lässt sich flexibel anpassen
  • AVIF und WEBP: Moderne Bildformate werden nativ unterstützt
  • Performance: Multi-Threading nutzt moderne Prozessoren optimal aus
  • Professionelle Tools: Erweiterte Auswahl-Werkzeuge, verbesserte Pfade und smarte Retusche-Features

Setup-Tipps für Mac-User

Nach der Installation solltet ihr ein paar Einstellungen vornehmen, um Gimp optimal zu nutzen. In den Einstellungen (Gimp > Preferences) könnt ihr die Sprache auf Deutsch umstellen, falls sie nicht automatisch erkannt wurde. Unter „Interface“ > „Language“ wählt ihr „Deutsch“ aus und startet Gimp neu.

Wichtig für Mac-User: Aktiviert unter „Input Devices“ die Option „Save input device settings on exit“, damit eure Grafiktablett-Einstellungen gespeichert werden. Wer mit einem Apple Pencil am iPad arbeitet oder ein Wacom-Tablet nutzt, profitiert von der nativen Drucksensitivität.

Der Speicher-Cache sollte an euer System angepasst werden. Bei Macs mit 16 GB RAM oder mehr könnt ihr den Tile Cache auf 4-8 GB setzen. Das beschleunigt die Arbeit mit großen Bilddateien erheblich.

Performance optimieren

Gimp nutzt standardmäßig alle verfügbaren CPU-Kerne. In den Einstellungen unter „System Resources“ könnt ihr die Anzahl der Worker Threads anpassen. Bei aktuellen Mac Studios oder MacBook Pros mit vielen Kernen lohnt es sich, alle verfügbaren Kerne zu aktivieren.

Für die GPU-Beschleunigung aktiviert ihr OpenCL unter „System Resources“. Das beschleunigt Filter-Operationen und Transformationen spürbar, besonders bei hochauflösenden Bildern.

Fazit: Gimp am Mac ist erwachsen geworden

Die Zeiten, in denen Mac-User auf Drittanbieter-Builds angewiesen waren, sind vorbei. Gimp läuft heute nativ, stabil und performant auf macOS. Die Integration in das Apple-Ökosystem funktioniert reibungslos, von der Farbprofilunterstützung bis zur Touch Bar-Integration bei älteren MacBooks.

Wer eine kostenlose Alternative zu Photoshop sucht, bekommt mit der aktuellen Gimp-Version ein ausgereiftes Werkzeug, das für die meisten Bildbearbeitungsaufgaben völlig ausreicht. Profis schätzen besonders die Scriptability und die umfangreiche Plugin-Unterstützung.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026