Bilder sind heute omnipräsent. Egal ob in Printmedien, Internetzeitungen oder in Chats: überall Bilder. Von Fotos und der Interaktion mit Bildern leben vor allem die sozialen Netzwerke. Hier werden täglich Millionen Bilder hochgeladen, getauscht oder geliked.

Wie stark die Bildernutzung inzwischen in die Gesellschaft vorgedrungen ist, zeigen Statistiken zu Instagram. Laut Brandwatch teilen die Nutzer der Plattform jeden Tag etwa 80 Millionen Fotos/Bilder. Kein Wunder, dass inzwischen mehr als 40 Milliarden Bilder auf Instagram geteilt wurden. Fotos landen in den sozialen Medien häufig als Schnappschuss.

Ungestellt und ungeschminkt zeigen die Fotos, was Nutzern gerade gefällt oder sie beeindruckt. Einige Bilder fallen allerdings in eine etwas andere Kategorie. Extrem lebende Farben, schier unglaubliche Lichteffekte und Schattenspiele oder herausragende Kontraste begeistern. Die Bilder scheinen aus einer anderen Welt zu stammen.

Oft trifft dies sogar zu. Es handelt sich zwar um Fotos, die eine reale Situation eingefangen haben. Ein Teil der Atmosphäre ist allerdings im Rechner entstanden – mithilfe eines professionellen Bearbeitungstools.

Bildbearbeitung ist längst nicht mehr nur Profis und absoluten Cracks hinter der Kamera vorbehalten. Gerade der Open Source Gedanke hat in den letzten Jahren auch Hobbyfotografen einige sehr leistungsfähige Werkzeuge mit an die Hand gegeben.

Abbildung 1: Heute lassen sich tolle Effekte auf Bilder legen – mit der richtigen Software kein Problem

Bildbearbeitung versus Bildoptimierung

Was ist Bildbearbeitung? Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hier um die Veränderung von Bildinhalten. Einfaches Beispiel: Beim Fotografieren mit Blitzlicht entsteht bei einer Achsengleichheit von Objektiv und Blitz der sogenannte Rote Augen Effekt. Mithilfe einer Bildbearbeitung kann dieser Aufnahmefehler auf Knopfdruck korrigiert werden. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen der Bildbearbeitung und der Bild-/Fotooptimierung.

Die Bildbearbeitung wie sie heute von der breiten Masse wahrgenommen wird, umfasst nicht nur die Korrektur von Aufnahme- oder Objektivfehlern. Moderne Programme sind in der Lage, durch die Arbeit mit mehreren Bildebenen, ein Foto komplett zu verändern – indem Bildinhalte gelöscht werden oder neu hinzukommen. Digitale Fotoentwicklung orientiert sich in eine etwas andere Richtung. Verändert werden unter anderem:

  • Schärfe
  • Helligkeit
  • Kontrast
  • Farbtemperatur

Weitergehende Bearbeitungswerkzeuge fehlen bei vielen reinen Entwicklungsprogrammen. Aber: In diesem Segment ist die Palette durchaus fließend. Achtung: In der digitalen Fotoentwicklung arbeiten Profis und versierte Hobbyfotografen häufig mit sogenannten Rohdaten. Letztere sind mit dem Negativ der klassischen Fotografie vergleichbar. Bilder im Rohdaten-Format erlauben eine erhebliche Bandbreite an Entwicklungsmöglichkeiten. Für eine Bildbearbeitung müssen Fotos im Regelfall aber erst in ein passendes Format umgewandelt werden.

Standard-Funktionen in der Bildbearbeitung

Software zur Bildbearbeitung bringt viele Funktionen mit. Einige Features sollten in jedem Fall dabei sein. Die Korrektur des Rote-Augen-Effekts gehört dazu. Gerade bei Aufnahmen unter ungünstigen Lichtverhältnissen kann es durch hohe ISO-Werte zu unschönem Rauschen kommen. Um diesen Effekt zu eliminieren, ist auf die Rauschreduzierung als Funktion zu achten.

Darüber hinaus sind Funktionen wie:

  • Beschneiden
  • Kontrastveränderungen
  • Helligkeitsanpassungen

wichtige Elemente, die in jedem Fall zur Grundausstattung zählen. Auch die Sättigung sollte anpassbar sein. In der Praxis ist bei der Bildbearbeitung auch der Arbeitsschritt des Neuausrichtens von Vorteil. In der Eile „des Gefechts“ kann der Horizont schnell schief aufgenommen werden.

geralt / Pixabay

 

Im Hinblick auf die Veränderungen der Farben werden Einsteiger schnell feststellen, dass es zwischen:

  • Luminanz
  • Sättigung

für die einzelnen Farbtöne signifikante (und auch überraschende) Unterschiede gibt. Und dass sich mit diesem Wissen im Hinterkopf einige beeindruckende Effekte erzeugen lassen. Ein ebenfalls sehr wichtiges Tool im Fundus der Bildbearbeitung sind Freihand- und Lasso Werkzeug, die als Auswahlwerkzeug für spätere Funktionen sehr nützlich sind.

Weitergehende Funktionen in der Bildbearbeitung

Das ganze Bild ein wenig schärfen und rote Augen entfernen – Einsteiger werden diese Funktionen recht schnell beherrschen. Wer etwas tiefer in die Bildbearbeitung eintaucht stößt sehr schnell auf Funktionen wie das Freistellen von Objekten und die Arbeit in mehreren Ebenen. Beim Freistellen werden einzelne Objekte markiert und können anschließen ausgeschnitten und verschoben oder separat bearbeitet werden.

Ein sehr starkes Tool für die fortgeschrittene Bearbeitung ist die Verwendung der Bildebenen. Auf diese Weise können Bilder so optimiert werden, dass störende Elemente nicht mehr im Endergebnis auftauchen.

Nützlich – Anfängern aber nicht unbedingt bekannt – sind die Retuschefunktionen, mit denen sich ganze Bildelemente verschwinden lassen, ohne im fertigen Bild Spuren zu hinterlassen.

realworkhard / Pixabay

Was kostet solche Software heute?

Software wie Adobe Photoshop ist im Bereich der Bildbearbeitung führend – was die Entwicklung neuer Standards und Funktionen angeht. Aus diesem Grund sind solche Tools das Handwerkzeugs der Fotoprofis – und kosten entsprechend Geld. Eine Profi-Suite kann in der Bildbearbeitung (mit allen erdenklichen Modulen) schnell einige hundert Euro kosten. Foto- und Grafikstudios werden mitunter sogar mit einer vierstelligen Summe zu rechnen haben. Für den privaten Anwender sind solche Preise für die Softwarelizenzen natürlich utopisch.

Wer den Anspruch etwas nach unten schraubt, kann sich mit 100 Euro bereits eine recht zuverlässige Toolbox nach Hause holen, um Schnappschüsse oder die Urlaubsfotos ästhetisch aufzubereiten. Es geht noch etwas günstiger. In den letzten Jahren haben sich einige Open Source Varianten – sowohl im Bereich der Bildbearbeitung als auch für die Entwicklung durchgesetzt.

Ein gutes Beispiel ist hier Gimp. Der Vorteil: Enthusiasten entwickeln die Software stetig weiter, fügen neue Funktionen ein – und das Ganze ist auch noch kostenlos. Aber: Nutzer, die keinen Cent ausgeben wollen, müssen im Vergleich mit kostenpflichtigen Tools mit Abstrichen – etwa bei der Funktionalität – leben.

Abbildung 2: Heute besteht eine große Auswahl im Bereich der Bildbearbeitungssoftware. Es ist für jeden Geschmack und jede Preisklasse etwas Passendes dabei.

Fazit: Amateur oder Profi – jeder kann Bilder bearbeiten

Eine gute Bildbearbeitung kann aus einem schlechten Foto keinen erstklassigen Schnappschuss machen. Bildfehler wie fehlende Helligkeit, rote Augen oder der Weißabgleich lassen sich mit vielen Programmen korrigieren. Greifen Hobbyfotografen zum ersten Mal zur Kamera und anschließend zu Maus und Zeichenwerkzeug, beginnt die Reise durch eine neue Welt mit vielen Möglichkeiten. Moderne Bildbearbeitung kann viele Effekte erzeugen, Bilder schärfen und Farben noch intensiver wirken lassen. Dabei muss es nicht zwingend eine professionelle Software sein. Einige Open Source Lösungen sind für Amateure in jedem Fall interessant.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: @ Soorelis (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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