Soll ein neues Betriebssystem installiert werden oder ihr wollt euer System von einem USB-Stick oder einer DVD reparieren, muss das Gerät von einem anderen Medium als der normalen Festplatte/SSD starten. Das regelt ihr über das BIOS- oder UEFI-Setup. Hier zeige ich euch, wie ihr die Boot-Reihenfolge richtig ändert.
Ins BIOS/UEFI gelangen – so geht’s
Startet euren Computer neu und drückt sofort die entsprechende Taste, wenn das Herstellerlogo erscheint. Die häufigsten Tasten sind F2, F12, Entf oder Esc – bei neueren Geräten oft F2 oder F12. Bei manchen Laptops müsst ihr zusätzlich die Fn-Taste gedrückt halten.
Moderne Windows-Systeme mit Fast Boot können das erschweren. Dann hilft dieser Trick: Haltet beim Windows-Start die Shift-Taste gedrückt und klickt auf „Neu starten“. Im erweiterten Startmenü wählt ihr „UEFI-Firmware-Einstellungen“.
UEFI vs. Legacy-BIOS verstehen
Aktuelle Computer (ab 2012) nutzen meist UEFI statt des alten BIOS. UEFI bietet grafische Oberflächen mit Maussteuerung, während Legacy-BIOS nur Tastaturnavigation erlaubt. Wichtig: Achtet auf den Boot-Modus – UEFI-Systeme benötigen entsprechende Boot-Medien.
Bei UEFI-Systemen seht ihr oft zwei Optionen für dasselbe USB-Medium: Eine mit „UEFI:“ vorangestellt, eine ohne. Wählt die UEFI-Variante für moderne Systeme, die Legacy-Option nur bei älteren Installationen oder Kompatibilitätsproblemen.
Boot-Reihenfolge ändern
Sobald ihr das Menü Boot Order, Boot Priority oder Boot Sequence gefunden habt, zeigt die Oberfläche eure aktuelle Boot-Reihenfolge. Normalerweise steht eure Festplatte oder SSD an erster Stelle.
Schließt euer USB-Medium oder legt die DVD ein, bevor ihr die Reihenfolge ändert – manche Systeme zeigen nur angeschlossene Geräte an. Nutzt die Pfeiltasten (bei Legacy-BIOS) oder die Maus (bei UEFI) zur Navigation.
Verschiebt das gewünschte Boot-Medium an die erste Position. Bei vielen UEFI-Systemen geht das per Drag & Drop, bei älteren BIOS mit +/- Tasten oder F5/F6. Die genauen Tasten stehen meist unten im Bildschirm.
Einstellungen speichern und testen
Drückt F10 zum Speichern oder sucht den Menüpunkt „Save & Exit“. Bestätigt die Änderungen mit „Yes“ oder „OK“. Das System startet neu und sollte nun vom gewählten Medium booten.
Falls es nicht funktioniert, prüft diese Punkte:
– Ist das Boot-Medium korrekt erstellt?
– Stimmt der Boot-Modus (UEFI/Legacy) überein?
– Ist Secure Boot aktiviert? (kann moderne Boot-Medien blockieren)
– Unterstützt euer System das Medium-Format?
Schnellstart-Optionen nutzen
Viele moderne Systeme bieten Boot-Menüs für einmalige Starts ohne dauerhafte Änderung der Boot-Reihenfolge. Drückt beim Start F12 (häufigste Taste), F11 oder Esc – je nach Hersteller.
Das ist praktischer als das Ändern der Boot-Reihenfolge, da ihr nach der Installation nicht daran denken müsst, die Einstellungen zurückzusetzen.
Secure Boot und TPM berücksichtigen
Bei Windows 11-Installationen müsst ihr auf aktivierte Secure Boot- und TPM 2.0-Einstellungen achten. Diese findet ihr meist unter „Security“ oder „Advanced“. Für Linux-Distributionen müsst ihr Secure Boot oft temporär deaktivieren.
Moderne Systeme zeigen auch detaillierte Boot-Informationen an, inklusive GUID-Partition-Table (GPT) vs. Master Boot Record (MBR). GPT ist der moderne Standard und bei UEFI-Systemen Pflicht.
Häufige Probleme lösen
Bei Problemen hilft oft ein BIOS/UEFI-Update vom Hersteller. Aktuelle Firmware unterstützt neuere Boot-Medien und USB-Standards besser.
Falls euer USB-Stick nicht erkannt wird, testet andere USB-Ports – besonders USB 2.0-Ports bei älteren Systemen. Manche BIOS-Versionen haben Probleme mit USB 3.0-Sticks.
Bedenkt: Nach erfolgreicher Installation solltet ihr die Boot-Reihenfolge wieder auf die interne Festplatte setzen, um schnellere Startzeiten zu gewährleisten.
Die Konfiguration des Boot-Verhaltens ist essentiell für Systemadministration und Troubleshooting. Mit diesem Wissen könnt ihr flexibel verschiedene Betriebssysteme testen oder Reparatur-Tools nutzen.
Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026

