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Recaptcha V3: Ende der Bilderrätsel?

03.11.2018 | Von Jörg Schieb

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Damit Bots nicht einfach so Formulare ausfüllen können, müssen wir Menschen manchmal Mehrarbeit leisten: Wir müssen Checkboxen anklicken, Rechenaufgaben lösen oder Bilderrätsel bewältigen. Und das alles nur, damit wir beweisen können, dass wir keine Bots sind. Diese lästigen Aufgaben könnten künftig entfallen. denn Google hat ein neues Verfahren entwickelt, um Mensch und Maschine auseinanderhalten zu können.

Nicht wenige User fragen sich, warum sie eigentlich beim Einloggen oder Abschicken von eingetippten Daten auf vielen Webseiten Rechenaufgaben lösen, einen Haken setzen, kryptische Zeichenfolgen identifizieren oder verrückte Bilderrätsel lösen? Völlig überflüssige Arbeiten, die wir Bots zu verdanken haben.

Dadurch, dass wir diese Aufgaben bewältigen (und wie), zeigen wir, dass wir Menschen sind und keine Bots. Also keine Programme, die im Web automatisiert Logins durchführen oder Formulare ausfüllen – etwa um Sicherheitslecks zu entdecken, Server zu fluten oder kostenlos Dienstleistungen abzurufen.

Seid verflucht, blöde Bots!

Capchta werden diese Eingabefelder genannt, die wir User wie Geistesgestörte ausfüllen und anklicken müssen. Ein besonders beliebter, weil kostenlos zur Verfügung gestellter Dienst, um Menschen und Bots zu unterscheiden, nennt sich Recaptcha und kommt von Google. Viele, viele Webseiten nutzen Recaptcha, damit ihre Webformulare nicht von Bots geflutet werden. Jetzt hat Google mitgeteilt, dass Recaptcha künftig unsichtbar ist.

Das sind eigentlich äußerst gute Nachrichten für uns Nutzer. Das neue Recaptcha V3 ermittelt selbständig einen Score (zwischen 0,1 und 1,0) – und bestimmt so, ob es sich eher um einen Bot handelt (0,1) oder um einen Menschen (1,0), der gerade versucht, ein Formular abzusenden.

Bots abzuwehren ist gar nicht so einfach

KI durchleuchtet uns

Erreicht wird das mit Hilfe von KI. Ohne Künstliche Intelligenz geht heute offensichtlich gar nichts mehr. Der neue Algorithmus „beobachtet“ die Nutzer: Wie schnell wird gescrollt, die Maus bewegt, das Formular ausgefüllt? Wird alles registriert und analysiert.

Wir ersparen uns das Enträtseln von Zeichenfolgen und Bildersammlungen – müssen uns dafür aber beobachten lassen. Was dabei genau erfasst und analysiert wird, erfahren wir nicht. Wir erfahren lediglich, dass die KI-Software selbstlernend ist und immer besser wird, je länger sie eingesetzt wird. Das sind also nicht nur gute Nachrichten. Das Surfen im Web wird komfortabler – allerdings kommt eine Überwachungsoption hinzu, die wir im Augenblick nicht wirklich einschätzen können.

 




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