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Facebook verliert Freunde – und Vertrauen

Facebook hat den Cambridge Analytica Skandal noch nicht hinter sich gelassen: In Großbritannien wurden nun vertrauliche Dokumente beschlagnahmt – und CEO Mark Zuckerberg vorgeleaden. Doch Zuckerberg ist nicht vor dem Ausschuss erschienen. Stattdessen wirft er seiner Frontfrau Sheryl Sandberg Versagen vor.

So kann man es natürlich auch machen: Durch die politischen Institutionen der westlichen Welt tingeln (US-Kongress, US-Senat, Europäisches Parlament), seine Unschuld beteuern, kleine Fehler eingestehen und mit spitzbübischem Lächeln Besserung versprechen – aber zu Hause anderen die Verantwortung an den Hals hängen. Die Rede ist natürlich von Mark Zuckerberg. Laut Wall Street Journal (WSJ) lastet Zuckerberg der Cambridge Analytica Skandal und andere Desaster der Top-Managerin Sheryl Sandberg an.

Zwist zwischen Chef und Chefin

Na, das nenne ich doch mal Standhaftigkeit, Charakter und Führungsstärke. Nicht, dass ich Sheryl Sandberg für unschuldig hielte. Nur hat der Facebook-Chef nun mal die eigentliche Verantwortung. Die Oberverantwortung. Oder ist er nicht mehr der Erfinder, Gründer und CEO der Company?

Auch, wenn Mark Zuckerberg es gerne anders hätte: Seine Charme-Offensive hat nicht funktioniert. Die britische Datenschutzaufsicht hat Facebook aufgrund der allseits bekannten Datenschlampereien rund um Cambridge Analytica zu 500.000 Pfund Strafzahlung verdonnert.

Britisches Parlament lädt Facebook vor

Als wäre das nicht genug, hat nun das britische Parlament vertrauliche interne Unterlagen beschlagnahmt. Auch von Zuckerberg und Sandberg. Der Vorsitzende des „Digital, Culture, Media and Sports Committee“ (DCMS) hat dazu einen noch nie da gewesenen juristischen Prozess genutzt.

Er hat eine Art Special Agent damit beauftragt, bei dem Mitarbeiter eines mit Facebook kooperierenden Unternehmens die Daten zu beschlagnahmen. Da kann man nur sagen: Chapeau! Facebook arbeitet mit allen Tricks, da sollten es die Behörden auch so tun.

Vertrauen erodiert

Nun könnte es also passieren, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Wahrscheinlich ist, dass Facebooks Chefetage schon sehr früh über alles Bescheid wusste – und wer hielte das nicht für denkbar?!

Wahrscheinlich war Facebooks Chefetage also längst nicht so ahnungslos, wie Mark Zuckerberg immer wieder behauptet. Wäre es anders, würde Facebook sich wohl nicht mit aller Macht gegen die Veröffentlichung der vertraulichen Dokumente wehren. Wären sie entlastend – warum etwas verbergen?

Das Vertrauen schwindet immer rasanter. Zoff zwischen Chef und Chefin – das ist nicht gut fürs Betriebsklima. Untersuchungen und Strafen in den USA und Europa. Das ist nicht gut für den Börsenkurs. Sinkende Nutzerzahlen in Europa (nicht dramatisch, aber ein Anfang) und gebremstes Umsatzwachstum lassen das Ausmaß der Schwierigkeiten immer klarer werden.

 




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