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Facebook 2018: Ein Jahr mit vielen Sünden

27.12.2018 | Von Jörg Schieb

Social Networks

Wie waren wir dieses Jahr? Diese Frage stellen sich viele Unternehmen am Ende eines Jahres. Aus gutem Grund, denn irgendwann muss man doch mal Bilanz ziehen. Wir wissen nicht, ob auch bei Facebook ein kritischer Blick zurück erfolgt. Aber eins steht fest: Das Jahr 2018 war für Facebook ein Jahr voller Sünden, Skandale und Katastrophen. Gut möglich, dass es genauso weitergeht – denn Mark Zuckerberg scheint nicht sonderlich lernbereit.

Kennt Ihr diese kleinen Botschaften, die in der Facebook-Timeline regelmäßig  aufpoppen: Irgend etwas, das vor zwei, drei oder sechs Jahren passiert ist? Oder die niedliche Zusammenfassung des zurückliegenden Jahres in Bildern und Videos?

Wenn die Algorithmen gut funktionieren, müsste Mark Zuckerberg eine niederschmetternde Zusammenfassung für 2018 erhalten. Eine Aneinanderreihung von Hiobsbotschaften. Denn 2018 war für Facebook ein katastrophales Jahr.

Mark Zuckerberg hat den Bogen überspannt; Rechte: WDR/Schieb

Dutzende von Skandalen und Skandälchen

Was ist 2018 nicht alles ans Tageslicht gekommen. Der Cambridge-Analytica-Skandal mit seinen 87 Millionen potenziellen Opfern ist den meisten sicher noch am besten in Erinnerung geblieben. Der Vorfall hat hohe Wellen geschlagen. Nicht nur, weil Facebook Daten weitergegeben (=veruntreut) hat, sondern auch und besonders, weil diese Daten – möglicherweise – bei der US-Wahl missbraucht wurden.

Apropos Wahlen: Russische Quellen haben auf Facebook im großen Stil manipulative Anzeigen geschaltet. Zur gezielten Desinformation. Und Facebook hat das nicht nur nicht verhindert, sondern sogar prächtig daran verdient.

Ein Vorgang, der selbst in den USA für Empörung gesorgt hat. Es gibt noch viele andere Verfehlungen: Die Weitergabe der Nutzerdaten an 150 große Onlinedienste, eine Datenpanne bei User-Fotos, die mehrfache Verletzung der Datenschutzbestimmungen durch WhatsApp, diverse Datenlecks. Und, und, und …

Mark Zuckerberg: Jedes Vertrauen verspielt

Niemand kauft Mark Zuckerberg noch ab, wenn er Mea-Culpa-ausrufend durch die Lande zieht und wie ein kleiner Junge den Kopf senkt. Von wegen: Fehler! Sorry! Kommt nicht mehr vor… Alles gelogen. Es handelt sich nicht um Pannen, jedenfalls eher selten.

Es ist das Prinzip Facebook: Daten sammeln, bis es nicht mehr geht – und Geld rausquetschen, so viel wie möglich. Ohne jede Moral. Ohne jeden Anstand. Kontrolliert wird nur beim Thema „Nacktheit“: Da werden dann auch gerne schon mal Kunstwerke aus dem Angebot entfernt. Nackte Brust auf einem Bild? Das geht ja gar nicht …

Die Sündenliste ist lang. Doch niemand weist Mark Zuckerberg ernsthaft in die Schranken. Weder sitzt er im Gefängnis, wo er meiner Ansicht nach hingehört (nicht dass wir uns missverstehen: Er sollte sich die Zelle mit vielen anderen Managern teilen), noch wird sein Vermögen beschlagnahmt, noch ändert sich irgend etwas Wesentliches.

Zuckerberg darf weitermachen wie bisher – und weil ihn niemand stoppt, wird er auch so weitermachen. Nur der Aktienkurs ist etwas eingebrochen. Was soll’s.

Keine guten Aussichten für 2019.




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