Früher war alles besser! Die Windows-Versionen waren stabiler, die Programme schneller und weniger überladen und überhaupt waren die Wiesen grüner (auch wenn das eher auf Windows XP zutraf). Auch die Sounds waren besser für die Arbeit ausgelegt. Wenn ihr diese Meinung teilt, dann könnt ihr das lange Jahre gewohnte Windows 95-Feeling ganz einfach auf einen Mac, einen Windows-PC oder eine Linux-Maschine holen. Und das komplett ohne das eigentlich laufende Betriebssystem zu beeinträchtigen.

Hier könnt ihr Windows 95 v2 kostenlos herunterladen. Das Projekt ist kein Betriebssystem an sich, sondern eine vollwertige Electron-App, die eine perfekte Windows 95-Emulation für verschiedene Betriebssysteme bietet. Das Beste daran: Die App läuft auf allen modernen Systemen – egal ob Windows 11, macOS Sequoia, Ubuntu oder anderen Linux-Distributionen.
Die Installation könnte nicht einfacher sein. Das Projekt hat sich seit 2019 erheblich weiterentwickelt und läuft mittlerweile butterweich auf aktueller Hardware. Dank der Electron-Basis benötigt ihr keine komplizierten Virtual Machine-Setups, keine Treiber-Installationen und keinen Ärger mit Kompatibilitätsproblemen. Einfach downloaden, installieren und nostalgia-mäßig durchstarten.
Einige legendäre Programme der 90er-Jahre sind bereits vorinstalliert: Der Microsoft Internet Explorer 4.0, Paint, Notepad, der Windows Media Player und sogar klassische Spiele wie Solitaire, Minesweeper und Hearts. Für die echten Nostalgiker ist sogar Clippy mit an Bord! Der Entwickler Felix Rieseberg hat besonders darauf geachtet, dass das authentische Windows 95-Gefühl erhalten bleibt – inklusive der charakteristischen Bootsequenz und den unvergesslichen Systemsounds.
Was die Performance angeht: Doom läuft tadellos auf dem emulierten System. Auch andere Klassiker der 90er funktionieren problemlos, sofern sie damals auf Windows 95 liefen. Die Community hat mittlerweile herausgefunden, wie sich zusätzliche Software installieren lässt – allerdings mit Einschränkungen. Komplexere Programme der späten 90er stoßen an Grenzen, aber für Retro-Gaming und das Ausprobieren alter Tools reicht es allemal.
Besonders interessant ist das Projekt für Entwickler und Designer, die sich ansehen wollen, wie Benutzeroberflächen früher funktionierten. Das Windows 95-Interface war revolutionär: Die Taskleiste, der Start-Button, die Fenster-Verwaltung – alles Konzepte, die Microsoft hier erstmals einführte und die bis heute nachwirken. Für UX-Designer ist es faszinierend zu sehen, wie klar und aufgeräumt Interfaces waren, als die Bildschirmfläche noch kostbar war.
Die Windows 95-Emulation eignet sich auch hervorragend für Präsentationen oder um jüngeren Kollegen zu zeigen, wie Computing in den 90ern funktionierte. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie weit wir technologisch gekommen sind – aber auch, was wir möglicherweise an Einfachheit verloren haben.
Ein kleiner Wermutstropfen: Netzwerk-Features funktionieren nur eingeschränkt. Das integrierte DFÜ-Netzwerk ist zwar da, aber ihr könnt nicht einfach ins moderne Internet. Das ist aber verschmerzbar, denn der Fokus liegt ohnehin auf der lokalen Nutzung und dem Nostalgie-Faktor.
Für echte Retro-Fans gibt es mittlerweile sogar Themes und Modifikationen. Die Community hat verschiedene Desktop-Hintergründe der 90er zusammengetragen, und wer möchte, kann sogar die Auflösung anpassen – wobei die authentischen 800×600 Pixel natürlich den wahren 90er-Charme vermitteln.
Das Windows 95-Projekt zeigt auch, wie mächtig moderne Web-Technologien geworden sind. Dass eine komplette Betriebssystem-Emulation in Electron läuft, hätte sich 1995 niemand vorstellen können. Ironischerweise benötigt diese Windows 95-Emulation heute mehr RAM als das originale Windows 95 damals – aber hey, Nostalgie hat ihren Preis.
Für alle, die mal wieder das befriedigende Ding-Geräusch beim Windows-Start hören wollen oder einfach schauen möchten, wie Computing vor 30 Jahren funktionierte: Windows 95 v2 ist einen Download wert. Es schadet nichts, kostet nichts und bringt garantiert ein Lächeln ins Gesicht.
Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026
