Was ist das? Sie summen, fliegen über unsere Köpfe hinweg und können ganz schön unangenehm werden. Sie beobachten uns und manchmal nerven sie uns auch oder können uns sogar verletzen. Nein, keine Mücken. Auch keine Wespen. Sondern: Drohnen. Für die einen sind sie eine wunderabre Sache und ein tolles Hobby, für andere vor allem lästig.

Es gibt sie in winzig klein, in groß und in riesig. Drohnen zu steuern ist zum regelrechten Volkssport geworden. Weil Hobbydrohnen heute durchaus bezahlbar sind, haben viele solche Geräte und fliegen damit gerne in der Natur herum.

Nicht unbedingt im Winter, aber doch im Sommer – immer dann, wenn die Sicht gut ist. Darüber hinaus wird auch darüber nachgedacht, Waren mit Drohnen zuzustellen. Es werden also künftig eher mehr als weniger Drohnen.

Viele fühlen sich durch Drohnen gestört

Aber dadurch ergeben sich eine Menge Probleme. Viele Menschen fühlen sich gestört. Durch die Geräusche. Weil sie wissen, dass die modernen Drohnen Fotos und Videos machen können. Weil sie die Sorge haben, dass die eine Drohne auch verletzten könnte. Alles verständliche Bedenken und Sorgen.

Und dann gibt es auch die ganz konkreten Bedrohungen. Immer wieder fliegen Drohnen imn Gebiete ein, in denen sie nichts verloren haben. Anfang des Jahres war der Flughafen London Heathrow wegen Drohnen stillgelegt. Das ist dann nicht mehr nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein wirtschaftliches Fiasko.

Selbst Drohnen steuern

Über die Faszination, selbst so eine Drohne zu steuern, damit Aufnahmen zu machen. Über die Verantwortung. Über die rechtlichen Vorschriften. Über die Reaktion der Menschen, die Bedrohung und vielleicht auch die Chancen von Drohnen. Über all das spreche ich jetzt mit unserem Netzkenner Jörg Schieb.

Ich gebe zu: Ich liebe Drohnen. Es macht einen riesigen Spaß, eine Drohne zu fliegen. Es ist eine Mischung aus Fliegen und Fotografieren. Denn mit einer Drohne kann man wunderbare Aufnahmen machen, sowohl Foto- wie Videoaufnahmen.

Wenn man sich geschickt anstellt, kommen dabei spektakuläre Aufnahmen heraus. Die Kameras von modernen Hobbydrohnen sind hervorragend. Ein neues Modell von DJI bietet sogar eine Hasselblad-Kamera. Bei gutem Licht sind da erstaunliche Aufnahmen möglich. Und die Software unterstützt einen: Panoramaaufnahmen – geht ganz leicht. Videoeffekte mit Zufliegen oder Wegfliegen, auch ganz einfach. Wer also gerne fliegt und gerne fotografiert oder filmt, hat damit viel Spaß.

 

Drohnen zu steuern setzt Übung voraus

Ich habe großen Respekt vor den Geräten, denn es sind fliegende Geschosse, das muss man schon sagen. Einige von ihnen schaffen im Sport Mode bis zu 70 km/h. Das ist schon was. Und es ist auch anspruchsvoll, so ein Gerät zu steuern. Es gibt eine Menge zu beachten, man will nirgendwo gegen fliegen, die optimale Route fliegen, schöne Bilder machen.

Dazu verwendet man in der Regel ein Steuergerät, den Controller, der mit einem Smartphone gekoppelt wird. Im Display gibt es dann live zu sehen, was die Kamera in der Drohne sieht. Die Kamera will gesteuert werden. Wohin schauen wir? Wann auslösen?

Gleichzeitig will auch die Drohne gesteuert werden. Es gibt eine Menge zu beachten: Akkustand, Windgeschwindigkeit, Abstand zu Objekten – da kommt schnell Stress auf. Das ist garantiert nicht für Kinder. Man muss ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein haben.

Risiko: Unfälle und Schäden

Durchaus. Die wirklich guten Drohnen haben Sensoren. Sie warnen einen dann, wenn man auf ein Objekt zufliegt und Kollision droht. Manche verhindert das sogar vollständig oder umfliegen Hindernisse, etwa Bäume. Trotzdem kann es leicht zu Unfällen und Abstürzen kommen.

Ein offizielles Mindestalter gibt es nicht. Manche Versicherungen schreiben aber ein Mindestalter vor. Drohnen ab 2kg Gewicht setzen ein Mindestalter von 16 Jahren voraus. Das sind aber auch schon keine Hobbydrohnen mehr, die werden im Profibereich eingesetzt, etwa für hochwertige Filmaufnahmen.

Einen sogenannten Drohnen-Führerschein, eine Art Kenntnisnachweis, gibt es ebenfalls erst ab einem Gewicht von 2kg. Die meisten Hobbydrohnen liegen deutlich darunter, so bei etwa 1kg – und lassen sich daher ohne Führerschein und Genehmigung fliegen.

Drohnen, die Pakete liefern

Ich halte das eher für einen PR-Gag. In der Stadt ist es undenkbar, dass eine Drohne eine auch noch so kleine Lieferung bringt. Wie auch? Wo sollte für ein Wohnhaus die Lieferung abgelegt werden? Auf dem Land oder am Stadtrand wäre das schon eher denkbar, allerdings sind die Flugzeiten der meisten Drohnen zu gering, um solche Bereiche zu erreichen. Ganz zu schweigen von dem Problem, dass solche Drohnen vom Himmel geholt und geklaut werden könnten – oder Unfälle verursachen. Nein, das wird es nie geben!

Wo geflogen werden darf

Nein, die Vorschriften sind sehr strikt. Grundsätzlich nicht im Bereich von Flughäfen, auch Einflugschneisen sind ausgeschlossen. Krankenhäuser sind tabu. Oder Militäranlagen. Die Bereiche um Landtage oder Bundestag. Absolut tabu. Auch darf man nicht über Menschenmengen fliegen. Man muss Abstand von 100 Metern zu Autobahnen und Schnellstraßen, Industrieanlagen und Unglücksorten einhalten und darf auch nur über bebaute Grundstücke fliegen, wenn man das Einverständnis der Besitzer hat.

Es gibt spezielle Apps, die helfen einem, zu erkennen, ob und wo man Drohnen aufsteigen lassen kann. Das ist vor allem im Bereich von Flughäfen sehr wichtig und sinnvoll. Auch die maximale Flughöhe ist limitiert: 100 Meter – mehr ist nicht erlaubt, jedenfalls nicht ohne explizite Genehmigung, die sich Profis durchaus einholen können. Auch bei Nacht darf man nur mit Genehmigung fliegen. Und: Der Pilot muss seine Drohne immer sehen können. Ohne Sichtkontakt ist Fliegen verboten. Eine Menge Einschränkungen also.

Anfang Januar wurde am Londoner Flughafen Heathrow eine Drohne gesichtet – und der Flugverkehr gestoppt. Am anderen Londoner Flughafen Gatwick kurz zuvor dasselbe. Auch in Deutschland melden Flughäfen immer häufiger Sichtkontakt mit Drohnen. Absichtliche Störung – oder Versehen?

Die Folgen könne enorm sein. In Gatwick mussten in der Vorweihnachtszeit 1000 Flüge gestrichen werden, 140.000 Passagiere waren betroffen. Man muss von absichtlicher Störung ausgehen. Denn handelsübliche Drohnen weigern sich im Bannkreis um Flughäfen schlichtweg, in die Höhe zu steigen. Es geht nicht. Auch kann man nicht in die Sperrzonen von Flughäfen hineinfliegen.

Jede Drohne verfügt über GPS-Empfänger und überprüfen ständig Position und Flughöhe. Wer also in einen Sperrbezirk fliegt, macht das absichtlich. Er muss die Sicherheitsfunktionen in der Drohne überlisten – das setzt kriminelle Energie voraus.

Selbst wenn eine Drohne keine Sicherheitsfunktionen bietet: Jeder Drohnen-Pilot muss sich informieren, wo er fliegen darf. Niemand fliegt zufällig oder aus Versehen in einen Flughafenbereich. Das ist Absicht. Wer so etwas macht, gefährdet viele Menschen – und sollte hart bestraft werden.

Die Deutsche Flugsicherung hat 2018 genau 158 Behinderungen des regulären Flugbetriebs durch Drohnen in Deutschland gemeldet. 80 Prozent mehr als 2017. Die Zahl steigt also rasant.

Versicherung erforderlich

Natürlich der Drohnen-Pilot, also der, der das Gerät steuert. Dann ist die Frage: Wie ist man versichert? Es gibt nur extrem wenige Haftpflichtversicherungen, die Drohnen-Schäden versichern – wenn die Drohne privat geflogen wird. Es empfiehlt sich daher, bei der Haftpflichtversicherung nachzufragen. In aller Regel braucht man eine spezielle Drohnen-Versicherung. Egal, ob man privat oder geschäftlich fliegt – im letzteren Fall sowieso.

Es gibt Dutzende von Anbietern. Man  kann verschiedene Versicherungshöhen abschließen, das kennt man ja. Grob kann man sagen: Eine Drohne zu versichern, kostet etwa 100 EUR im Jahr. Hat man mehrere, kostet es so 140 EUR im Jahr. Dafür kann man dann aber guten Gewissens fliegen, weil ein Drohnen-Unfall nicht das finanzielle Existenzende bedeutet.

Pflicht zur Plakette

Drohnen müssen in Deutschland heute eine Plakette tragen, auf der Name und Adresse des Besitzers steht. Die Plakette muss feuerfest sein und so angebracht werden, dass sie nicht abfallen kann. Das ist seit Oktober 2017 Vorschrift, auf für private Drohnen – und zwar für Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm. Also praktisch für jede Drohne, die man ernsthaft draußen herum fliegen lässt. Das Ganze muss man wie eine Art Kennzeichnung verstehen, wie beim Auto. So eine Plakette kostet gerade mal 10 EUR.

Mittel gegel Drohnen: Abwehr

Die Flugsicherung kann Drohnen nicht sehen – erst recht nicht, wem sie gehört. Anders als Flugzeuge senden sie ja keine Kennung. Es gibt Forderungen, dass Drohnen mit einer SIM-Karte ausgestattet werden müssen.

Dann könnten die Drohnen ständig ihren Aufenthaltsort senden – und ihre Kennung. Sie könnten dann auch ferngesteuert werden. Selbst darüber wird nachgedacht: Drohnen mit Infrarot oder Laser vom Himmel zu holen, wenn sie bedrohliche Routen fliegen. Auch das Einfangen von bedrohlichen Drohnen mit Hilfe von anderen Drohnen per Netz gibt es bereits, etwa bei der Polizei Tokio.

Da wird mit einem Fangnetz nach den unliebsamen Drohnen „gefischt“. Aber wie solche Drohnen erkennen? Es gibt mittlerweile spezielle Sensoren, die auf die Erkennung von Drohnen spezialisiert sind. Etwa, um auffällige Drohnenaktivität in der Umgebung von Justizvollzugsanstalten zu entdecken. Dazu wird nicht nur die Optik analysiert, sondern auch die Art zu fliegen, um etwa einen Vogel von einer Drohne unterscheiden zu können.