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EU-Wahlen: Desinformation und Manipulation im Netz

27.04.2019 | Von Jörg Schieb

Internet

Nicht mehr lange – und in der Europäischen Union wird gewählt. In Deutschland am 26. Mai, um genau zu sein. Viele befürchten Manipulationsversuche im Netz. Die EU selbst hat davor mehrfach gewarnt.

Die Erfahrungen im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft haben gezeigt, wie ungeniert ausländische Kräfte – vor allem russische Quellen werden vermutet – Einfluss auf die Wahlen nehmen wollen.

Etwa durch bezahlte Kampagnen, also Anzeigen, die auf Facebook, Google und Twitter geschaltet werden. Aber auch durch andere Art, etwa mit Hilfe von Bots oder bezahlten Quellen, die gezielt Postings verbreiten.

Facebook hat zahlreiche Verbesserungen versprochen

Insbesondere Facebook ist angezählt. Die US-Politik hat die Vorfälle nicht auf die leichte Schulter genommen. Mark Zuckerberg musste nicht nur vor Kongress und Senat aussagen, sondern auch konkrete Vorschläge machen, wie sich so etwas künftig vermeiden lässt.

Davon profitieren wir auch in Europa. Facebooks Co-Chefin Sheryl Sandberg hat bei ihrem Besuch in München eine bessere Zusammenarbeit mit Behörden wie dem BSI versprochen – und Regulierungen eingefordert.

Aber Regulierungen gibt es kaum. Immerhin kontrolliert Facebook, wer Anzeigen für politische Kampagnen in Auftrag gibt, dokumentiert die Geldgeber und verhindert, dass Geldgeber aus dem Ausland Kampagnen schalten können.

Das erschwert Manipulation und Einmischung aus dem Ausland, macht sie aber keineswegs unmöglich. Auch will das Netzwerk zwar Bot-Kampagnen besser bekämpfen. Völlig verhindern geht aber nicht. Auch hat die Politik keine klaren Regeln aufgestellt, was konkret von den Netzwerken erwartet wird. Was die Sache nicht einfacher macht.

Google-Sprecher Ralf Bremer erklärt die Maßnahmen von Google

Ein aussichtsloser Kampf

Der Versuch der Meinungsmache ist derart groß, dass die Europäische Kommission sich sogar eine Art Task-Force zur Aufklärung leistet. Auf dieser Webseite kann man die Arbeit bewundern: Die Redakteure greifen Behauptungen aus dem Netz auf – und liefern Fakten nach.

Besonders krude derzeit: Russische Quellen behaupten, Aliens hätten den Brand in Notre  Dame gelegt. Es gibt sogar Beweisfotos. Kritischer sind natürlich die weniger absurden Behauptungen, die deshalb glaubwürdiger sind.

Auch die großen Netzwerke haben sich verpflichtet, gegen solche Unsinns-Meldungen etwas zu unternehmen. Google-Sprecher Ralf Bremer hat mir einige Maßnahmen erklärt (siehe Video).

Aber reicht das? Nein, natürlich nicht. Der Kampf gegen Trash und Manipulation im Netz ist aussichtslos. Jedenfalls kann man ihn nicht gewinnen, indem man Fakten-Checks einrichtet oder KI das Netz überwachen lässt. Wir müssen uns generell Gedanken machen, wie wir das Problem besser in den Griff bekommen.




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