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Facebook F8: Neuigkeiten in Mark Zuckerbergs Zauberreich

03.05.2019 | Von Jörg Schieb

Social Networks, Tipps

Einmal im Jahr veranstaltet Facebook eine eigene Konferenz. Eine Entwickler-Konferenz. Die F8. Dieses Jahr in San José. Es kommen Entwickler, Partner, Freunde des Hauses – alle, die wissen wollen, in welche Richtung Facebook die nächsten Monate geht. Für Facebook selbst eine wichtige Veranstaltung, eben weil Partner und Entwickler auf die neuen Ziele eingeschworen werden. Und auch für uns interessant, weil wir so erstmals öffentlich hören, wohin die Reise geht. Und ob Facebook aus seinen Fehlern lernt.

Mein Credo gleich am Anfang: Mark Zuckerberg hat meiner Ansicht nach den Preis als Comedian des Jahres verdient. Und zwar in der Kategorie Poker Face. Denn nur ein Comedian kann sich angesichts der Schlagzeilen der letzten 12 Jahre auf der wichtigsten öffentlichen Veranstaltung des Unternehmens auf die Bühne stellen und den Schlachtruf „The future is private“ aufrufen.

Genau das hat Mark Zuckerberg aber getan: Er behauptet, die Facebook Plattform würde nun vollständig auf Privatheit ausgerichtet. Facebook, WhatsApp, Messenger, Instagram. Alle. Mit keinem einzigen Wort erwähnt er auch nur die vielen, vielen erheblichen Datenskandale und die Kritik der letzten Monate. So als hätte es nicht gegeben.

Die letzten Monate ignoriert

Sind denn die neu angekündigten Strategien wenigstens eine angemessene Antwort auf die Probleme und Skandale der letzten Monate?

Das könnte man nur beantworten, wenn er die Dinge in Beziehung zueinander stellen würde. Macht er aber nicht. Er ist ein völliger Ignorant. Immer noch. Einmal sagt er auf der Bühne – sinngemäß: Ihr wisst, Facebook hat nicht den besten Ruf wenn es um Privatsphäre geht. Und lacht. Das ist eine Verhöhnung aller Opfer.

Eine Verhöhnung der Politik. Der User. Es dokumentiert null Einsicht. Und ohne Einsicht braucht niemand von uns auf Besserung zu hoffen. Die Anwesenden hat es nicht gejuckt. S

ie haben gejubelt, weil jeder von ihnen eine 400 Dollar teure Oculus-Rift-VR-Brille geschenkt bekommen hat. Das ist alarmierend: Wenn auch all die Partner es nicht interessiert, was es mit den Skandalen der letzten Jahre auf sich hat und welche Konsequenzen das Unternehmen daraus zu ziehen gedenkt, wird auch nichts passieren. Eine Horror-Veranstaltung.

Wir sollten uns Sorgen machen

Zuckerberg  hat die neue Richtung von Facebook erklärt – und die sollte uns Sorgen machen. Facebook selbst bekommt ein Redesign. Die Plattformen Facebook, Messenger, WhatsApp und Instagram rücken näher zusammen – das neue Design zieht sich vom Web bis in die einzelnen Apps. Alles sieht ähnlich aus. Die Grenzen weichen auf. Gruppen-Chats über die verschiedenen Apps hinweg werden einfacher und rücken in den Vordergrund.

KI als Mittel der Wahl

Ein anderes Problem, das Facebook hat, ist die Bewältigung und Abwehr von HateSpeech, Gewalt und Misinformation.

Facebook setzt auf KI. KI-Systeme sollen 93 Sprachen sprechen und immer besser problematische Posts erkenne, also solche, die HateSpeech, Gewalt oder Misinformation enthalten.

GDJ / Pixabay

 

Die Systeme werden schon immer besser. Sie können teilweise sogar in Videos reinschauen – und erkennen, welche Teile wichtig sind und welche nicht. Auch werden Personen erkannt und Objekte. Das ist technologisch alles beeindruckend und interessant.

Und in der Tat lässt sich der ungeheure Strom an Posts nur mit Algorithmen bearbeiten. Nur: Es wird das Problem niemals lösen. Dafür tragen die Sozialen Netzwerke allerdings nur bedingt die Verantwortung. Sie sind zwar Beschleuniger für HateSpeech und Desinformation – erzeugen sie aber nicht. Das Problem muss also nicht nur bei den Netzwerken angegangen werden.




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