Mittlerweile ist es Standard, in einem Hotel kostenloses WLAN angeboten zu bekommen. Entweder bekommt ihr die Zugangsdaten direkt beim Einchecken an der Rezeption, oder ihr findet im Zimmer einen QR-Code oder Handzettel. Doch „kostenlos“ ist nicht selten mit Vorsicht zu genießen. Was tun, wenn die Verbindung nicht klappt? Welche Risiken bestehen und wie schützt ihr euch? Die Antworten lesen Sie in unserem aktualisierten Ratgeber.
Schneller Zugang zum Hotel-WLAN
Im Normalfall solltet ihr keine weiteren Schritte manuell vornehmen müssen: Verbindet euch mit dem Hotel-WLAN, das euch angegeben wurde, und euer Browser öffnet sich automatisch auf einer Übergabeseite (Captive Portal). Auf dieser müsst ihr dann entweder die Zugangsdaten (oft Name und Zimmernummer) eingeben oder einfach nur die AGBs bestätigen.
Viele Hotels nutzen mittlerweile auch QR-Codes für den WLAN-Zugang. Einfach mit der Smartphone-Kamera scannen, und ihr werdet automatisch mit dem Netzwerk verbunden. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer als die manuelle Eingabe von Passwörtern.
Wenn die Verbindung nicht klappt
Wenn das nicht funktioniert, trennt die Verbindung nochmal und stellt sie erneut her. In Ausnahmefällen klappt das aber immer noch nicht: Euer PC, Mac oder Smartphone waren im Ruhezustand und davor schon in einem anderen WLAN verbunden, sind also über die Phase der Authentifizierung hinaus.
Bevor ihr nun lange herumbastelt: Startet das Gerät neu. Direkt nach dem Neustart seht ihr die Übergabeseite und könnt euch mit dem Internet verbinden. Alternativ könnt ihr auch das WLAN-Netzwerk „vergessen“ lassen und euch komplett neu verbinden.
Weitere Troubleshooting-Tipps:
– DNS-Cache leeren (Windows: ipconfig /flushdns)
– Browser-Cache und Cookies löschen
– Inkognito-/Privat-Modus verwenden
– Alternative Browser ausprobieren
– Bei anhaltenden Problemen: Hotspot vom Smartphone nutzen
Sicherheitsrisiken von Hotel-WLAN
Die kostenlosen WLANs in Hotels haben eine entscheidende Schwäche: Sie sind meist unverschlüsselt und öffentlich zugänglich. Das erkennt ihr am Vermerk „Offen“ (Windows) oder dem fehlenden Schloss-Symbol neben dem WLAN-Namen (macOS/iOS). Daten werden also im Klartext übertragen – keine gute Idee, wenn ihr Passwörter eingebt oder sensible Daten übertragt.
Zusätzliche Risiken:
– Evil Twin Attacks: Kriminelle richten gefälschte Hotspots mit ähnlichen Namen ein
– Man-in-the-Middle-Angriffe: Datenverkehr wird abgefangen und mitgelesen
– Malware-Verteilung: Infizierte Geräte im selben Netzwerk können Schadsoftware verbreiten
– Datensammlung: Hotspot-Betreiber können Surf-Verhalten protokollieren
VPN als Lösung für sicheres Surfen
Die beste Lösung: Nutzt einen VPN-Dienst und stellt die Verschlüsselung selbst sicher. Ein VPN (Virtual Private Network) verschlüsselt euren gesamten Datenverkehr und leitet ihn über sichere Server um. Selbst wenn jemand eure Daten abfängt, kann er sie nicht lesen.
Empfehlenswerte VPN-Anbieter 2026:
– NordVPN: Hohe Geschwindigkeiten, viele Server
– ExpressVPN: Besonders benutzerfreundlich
– Surfshark: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
– ProtonVPN: Schweizer Anbieter mit starkem Datenschutz
Wie das im Detail funktioniert und worauf ihr bei der VPN-Auswahl achten solltet, lest ihr hier.
Zusätzliche Sicherheitstipps
Firewall aktivieren: Stellt sicher, dass die Firewall eures Geräts aktiviert ist. Deaktiviert außerdem die automatische Dateifreigabe.
HTTPS bevorzugen: Achtet darauf, dass Websites mit „https://“ beginnen. Moderne Browser warnen mittlerweile vor unverschlüsselten Verbindungen.
Automatische WLAN-Verbindung deaktivieren: Verhindert, dass sich euer Gerät automatisch mit offenen Netzwerken verbindet.
Software-Updates: Haltet euer Betriebssystem und eure Apps aktuell. Viele Updates schließen Sicherheitslücken.
Sensible Aktivitäten vermeiden: Online-Banking oder Shopping solltet ihr besser über das Mobilfunknetz abwickeln.
Alternative: Mobiler Hotspot
Wenn das Hotel-WLAN zu unsicher oder zu langsam ist, nutzt einfach euer Smartphone als Hotspot. Die meisten Mobilfunktarife bieten mittlerweile ausreichend Datenvolumen auch im Ausland. EU-Roaming ist kostenfrei, und viele Anbieter haben auch für andere Länder günstige Datenpakete.
Der Vorteil: Ihr nutzt die verschlüsselte Mobilfunkverbindung und seid nicht auf die unsichere Hotel-Infrastruktur angewiesen. Achtet nur darauf, euren Akku im Blick zu behalten, da der Hotspot-Modus energieintensiv ist.
Fazit
Hotel-WLAN ist praktisch, aber nicht ohne Risiken. Mit der richtigen Vorbereitung – VPN-Dienst, aktuelle Software und gesundem Menschenverstand – könnt ihr aber sicher surfen. Im Zweifelsfall ist der mobile Hotspot die sicherere Alternative. Dann steht dem produktiven Arbeiten oder entspannten Streaming im Hotelzimmer nichts mehr im Wege.
Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026