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Gelöschte Bilder retten

von | 11.12.2019 | Software

Ich fotografiere viel – und drehe gerne Videos. Nicht nur mit dem Smartphone, sondern auch mit Digitalkameras, Action-Cams, Mini-Kameras, Drohnen etc. Leider kommt es immer wieder mal vor, dass einzelne Aufnahmen oder sogar komplette Serien von der Speicherkarte verschwinden. Ist mir jetzt gerade auch wieder passiert. Diesmal habe ich mit Spezial-Software die Bilder gerettet.

Eine der wichtigsten Dinge, die man beachten sollte, wenn wichtige Aufnahmen verloren gehen: Unverzüglich die Speicherkarte entfernen – sofern die Aufnahmen dort hinterlegt sind. Denn wenn die Kamera weiter Bilder auf der Karte ablegt, besteht das Risiko, dass die verloren gegangenen Aufnahmen überschrieben oder gelöscht werden. Je schneller man sich an die Rekonstruktion macht, desto höher ist die Chance auf Wiederherstellung.

Moderne Datenrettung: Von kostenlos bis professionell

Ich habe diesmal verschiedene Datenrettung-Tools ausprobiert: Mit der Gratisversion von EaseUS kann man zumindest schon mal probieren, ob etwas zu retten ist. Egal, ob wichtige Dateien im Papierkorb gelandet sind (da ist es ja einfach), ein Hardwarefehler auf dem Datenträger zu Problemen führt, ob Virus oder Software-Crash Schuld sind: Die aktuelle Version „EaseUS Data Recovery Wizard“ ermöglicht in vielen Situationen eine erfolgreiche Rettung. Sogar die Daten formatierter Partitionen inklusive Originalnamen und ursprünglichem Dateipfad.

In der kostenlosen Fassung lassen sich bis zu 2 GB Daten rekonstruieren – in den aller meisten Fällen reicht das für wichtige Bilder schon. Wer mehr rekonstruieren muss, braucht dann allerdings die kostenpflichtige Version. Immerhin sieht man vorher, ob die Rettung erfolgsversprechend ist. So lassen sich bequem gelöschte Bilder wiederherstellen oder auch Videos rekonstruieren.

Alternative Tools für verschiedene Szenarien

Neben EaseUS gibt es mittlerweile weitere empfehlenswerte Alternativen: Recuva von Piriform ist nach wie vor ein Klassiker für Windows-Nutzer und kann besonders bei versehentlich gelöschten Dateien glänzen. PhotoRec, Teil des TestDisk-Pakets, ist kostenfrei und arbeitet betriebssystemübergreifend – allerdings weniger benutzerfreundlich.

Für Mac-Nutzer hat sich Disk Drill als zuverlässige Option etabliert. Das Tool erkennt über 400 Dateiformate und kann auch bei schwerwiegenderen Festplattenproblemen helfen. Die kostenlose Version erlaubt eine Vorschau der wiederherstellbaren Dateien.

Moderne Herausforderungen: SSD und Cloud-Speicher

Bei SSD-Festplatten ist Datenrettung deutlich schwieriger als bei herkömmlichen HDDs. Der TRIM-Befehl sorgt dafür, dass gelöschte Daten schneller endgültig entfernt werden. Hier zählt wirklich jede Minute nach dem Datenverlust.

Besonders ärgerlich: Viele moderne Kameras und Smartphones synchronisieren automatisch mit Cloud-Diensten. Werden Bilder dort gelöscht, verschwinden sie oft auch aus der Cloud. Google Fotos, iCloud und OneDrive haben zwar Papierkörbe, aber nur für begrenzte Zeit. Checkt regelmäßig diese Papierkörbe – oft findet sich dort noch etwas.

Profi-Tipps für die erfolgreiche Rettung

Sobald ihr bemerkt, dass Dateien fehlen: Sofort aufhören, neue Daten auf dem betroffenen Speichermedium zu erstellen. Bei Smartphones heißt das: Flugmodus aktivieren, bei Kameras die Speicherkarte rausnehmen.

Startet die Datenrettungssoftware niemals auf dem gleichen Laufwerk, von dem ihr Daten retten wollt. Ladet das Tool auf einen anderen Computer oder ein externes Laufwerk.

Bei wichtigen Aufnahmen macht einen Sektor-für-Sektor-Scan. Das dauert länger, findet aber auch Dateifragmente, die mit Schnellscans übersehen werden.

Vorbeugen ist besser als reparieren

Die beste Datenrettung ist die, die man nicht braucht. Automatische Backups sind heute einfacher denn je: Cloud-Speicher für Smartphones, regelmäßige Sicherungen der Speicherkarten auf externe Festplatten oder NAS-Systeme.

Viele moderne Kameras unterstützen mittlerweile Dual-Card-Slots – nutzt sie! Eine Karte als Backup der anderen kann euch viel Ärger ersparen.

In meinem Fall konnte ich verloren gegangene Aufnahmen zurückholen, die ich mit der Drohne gemacht habe – und die auf unerklärliche Weise komplett gelöscht wurden. Während die Speicherkarte in der Drohne lag. Mit der richtigen Software und etwas Geduld lassen sich die meisten Foto-Pannen reparieren.

Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026

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