Smarthome zentral steuern: Home Remote für Windows

von | 24.01.2020 | Hardware, Netzwerk

Windows ist längst nicht mehr nur ein Desktop-Betriebssystem. Auch wenn Microsoft mit Windows Phone gescheitert ist, nutzen viele das System auf Tablets, 2-in-1-Geräten und Notebooks mobil. Dennoch gibt es überraschend wenig Software, mit der ihr unter Windows eure Smarthome-Geräte zentral verwalten könnt. Home Remote ist eine der wenigen plattformübergreifenden Lösungen, die dieses Problem elegant löst!

Die App gibt es – ein seltener Fall – nicht nur für Windows oder nur für Android und iOS, sondern für alle Systeme gleichzeitig. Die Windows-Version kostet 3,99 EUR im Microsoft Store, die mobilen Versionen findet ihr in den jeweiligen App Stores. Seit 2024 gibt es auch eine Web-Version, die direkt im Browser läuft.

Riesige Geräte-Unterstützung

Nach der Installation könnt ihr aus einer beeindruckenden Liste von über 200 unterstützten Smarthome-Systemen auswählen. Die großen Player wie Philips Hue, TP-Link Kasa, Netatmo und IKEA Tradfri sind genauso dabei wie speziellere Anbieter wie ecobee, Fibaro, Shelly oder Zigbee2MQTT. Besonders praktisch: Auch Matter-Geräte werden seit Ende 2023 unterstützt.

Für jedes Gerät müsst ihr einmalig die Verbindung herstellen. Das funktioniert meist über OAuth-Anmeldung bei den Herstellern oder – bei lokalen Geräten wie Shelly – über die direkte IP-Eingabe. Home Remote unterstützt sowohl Cloud-basierte als auch lokale Verbindungen.

Zentrale Steuerung statt App-Chaos

Das eigentliche Problem kennt jeder Smarthome-Nutzer: Für jeden Hersteller braucht ihr eine eigene App. Hue hier, Kasa da, Netatmo dort – schnell habt ihr ein Dutzend Apps auf dem Gerät. Home Remote löst dieses Problem, indem es als zentrale Schaltzentrale fungiert.

Nach der Einrichtung werden alle eure Geräte in einer einheitlichen Oberfläche dargestellt. Ihr könnt Räume anlegen, Geräte gruppieren und sogar herstellerübergreifende Szenen erstellen. Eine Philips Hue-Lampe lässt sich problemlos mit einem TP-Link-Schalter und einem Netatmo-Sensor zu einer Automatisierung kombinieren.

Erweiterte Funktionen für Power-User

Was Home Remote von einfachen Smarthome-Apps unterscheidet, sind die erweiterten Funktionen. Ihr könnt eigene Dashboards erstellen, komplexe Automationen mit Wenn-Dann-Regeln programmieren und sogar eigene Widgets designen. Die App unterstützt auch Variablen und Berechnungen – perfekt für alle, die tiefer einsteigen wollen.

Besonders praktisch: Die Synchronisation zwischen Geräten. Einmal eingerichtet, habt ihr auf allen euren Geräten – Windows-PC, Smartphone, Tablet – die gleiche Konfiguration. Änderungen werden automatisch übertragen.

Integration in Windows-Umgebung

Unter Windows integriert sich Home Remote nahtlos ins System. Die App unterstützt Live-Tiles, sodass ihr wichtige Informationen direkt auf dem Startbildschirm seht. Auch Cortana-Sprachbefehle funktionieren – sofern ihr den Microsoft-Assistenten noch nutzt.

Für Windows 11-Nutzer gibt es eine Besonderheit: Die App unterstützt die neuen Snap Layouts und lässt sich perfekt neben anderen Anwendungen verwenden. Ideal, wenn ihr beim Arbeiten gleichzeitig das Smarthome im Blick behalten wollt.

Lokaler Betrieb ohne Cloud-Zwang

Ein großer Vorteil: Home Remote kann komplett lokal arbeiten. Während viele Smarthome-Lösungen eure Daten in die Cloud senden, behält Home Remote alles im lokalen Netzwerk – sofern ihr entsprechende Geräte habt. Das ist nicht nur datenschutzfreundlicher, sondern auch schneller und zuverlässiger.

Fazit: Unterschätzte Smarthome-Zentrale

Home Remote ist eine der wenigen wirklich plattformübergreifenden Smarthome-Lösungen, die auch unter Windows eine gute Figur macht. Die breite Geräte-Unterstützung, die Möglichkeit zur lokalen Nutzung und die durchdachte Windows-Integration machen sie zu einer echten Alternative zu den großen Systemen wie Samsung SmartThings oder Homey.

Für knapp 4 Euro bekommt ihr eine vollwertige Smarthome-Zentrale, die mit den großen Lösungen mithalten kann. Besonders für Windows-Nutzer, die ihr Smarthome auch am Desktop steuern wollen, gibt es kaum bessere Alternativen.

Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026