Cosmptech Podcast

Die Steckdose: Was eine Erfindung. Alle Stecker passen. Alle Elektrogeräte bekommen Strom. Warum nur ist das in der Welt der Digitalgeräte so schwierig? Dass es verschiedene Standards gibt, ist nicht nur unübersichtlich, sondern auch schädlich für die Umwelt. Das soll sich in der EU ändern.

Ihr kennt das: Wer als Hightech-Fan seine Reisetasche packt, muss nicht nur Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Action-Cams, Audio-Recorder und was weiß ich nicht noch alles in die Tasche werfen, sondern ebenso viele Stecker, Adapter und Kabel. Schließlich will das Digital-Equipment unterwegs auch angemessen aufgeladen werden. Da es aber so viele uneinheitliche Stecker, Kabel und Ladegeräte gibt, ist der Sack am Ende recht voll und schwer.

Schluss mit Müllbergen!

Nervig für uns User – und ein Albtraum für die Umwelt. Denn jedes Jahr landen endlose Tonnen Elektroschrott im Müll. Laut einer aktuellen Studie produzieren Ladegeräte rund 14.000 Tonnen Elektromüll jedes Jahr. Tendenz: steigend.

Wäre doch gut für die Umwelt und auch viel bequemer für uns, wenn es endlich einheitliche Ladestandards geben würde. Ein Ladegerät und von mir aus ein paar Adapterstecker – fertig. Aber so weit sind die Hersteller (noch) nicht. Viele kochen ihr eigenes Süppchen und wollen einfach nicht davon ablassen – wie Apple beim iPhone mit dem Lightning-Stecker. Beim neuen iPad ist es lobenswerterweise USB-C.

Klar: Wer sein eigenes Programm fährt, kann eine Menge verdienen mit Adaptern, Kabeln und Zubehör. Apple verdient sich damit nachgewiesenermaßen eine goldene Nase. Aber in Zeiten von Klimawandel und Nachhaltigkeit ist das eigentlich ein Affront, den allerdings bislang nur wenige Kunden so wahrnehmen. Umso erfreulicher, dass sich das EU-Parlament für einheitliche Ladetechnik in der EU einsetzt. Bis Ende Juli soll die EU-Kommission dazu verschärfte Vorschriften entwickeln. Die Sache kommt in Gang.

Apple bockt als einziger

Drei Standards sind derzeit üblich: USB-C, Micro-USB und Lightning. Drei sind zwar besser als ein Dutzend wie noch vor einigen Jahren – aber ein einheitlicher Standard ist natürlich besser. Dann könnten Kunden künftig sogar wählen, ob sie überhaupt ein Ladegerät haben wollen.

Wirklich protestieren hört man nur Apple: Einheitliche Standards könnten die “Innovationskraft behindern”. Damit ist wohl gemeint, dass man künftig weniger verdienen könnte … Innovationskraft? So ein Unsinn: Das meiste wird heute ohnehin per Bluetooth angebunden. Und mit USB-C lässt sich so ziemlich alles laden, verbinden und betreiben.

Es wird wirklich Zeit, dass wir handeln. Wir sollten als Konsumenten die Hersteller dazu auffordern, da mitzumachen.

Mehr in unserem Cosmotech Podcast - Ausgabe "Techwerfgesellschaft"

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