Windows kennen die meisten von uns. Als Betriebssystem für den Tisch-PC zu Hause oder im Büro. Bei den Versionsnummern gab es aber schon immer ein gewisses Durcheinanders: Windows 3.1, Windows 95 – da steckte die Jahreszahl im Namen. Windows NT. Für Unternehmen. Windows 2000 – wieder mit der Jahreszahl im Namen. Windows XP- Und heute nutzen wir Windows 10. Windows 2000 war ein Meilenstein – aber auch nicht sooooo erfolgreich, könnte man meinen.

20 Jahre es ist her, dass Windows 2000 auf den Markt gekommen ist. Ich habe es mir damals routinemäßig angeschaut – damals habe ich Bücher zu jedem Windows geschrieben.

Windows 2000 war ein technologischer Meilenstein: Sehr modern, es gab mehrere Versionen, für den Tisch-PC und für Server. Aber „normale“ User, etwa zu Hause, haben sich kein Windows 2000 besorgt. Denn Windows 2000 war ein Betriebssystem für professionelle Ansprüche, für Unternehmen, um Daten zu organisieren.

Etwa durch das damals moderne Dateisystem NTFS: Damit wurden Dateien auf der Festplatte organisiert. Anders als in den anderen Windows-Versionen. So etwas konnte zu Hause niemand gebrauchen. Deswegen besteht heute der Eindruck, Windows 2000 wäre nicht erfolgreich gewesen. Am Ende haben die Windows-Versionen danach auf Windows 2000 aufgebaut. Es war also ein Erfolg.

Durcheinander bei den Versionsnummern

Heute benutzen wir Windows 10, wenn wir auf dem Tischcomputer Windows einsetzen. Bei den Versionsnummern gerät man total durcheinander.

Ein paar Mal wurden Jahreszahlen im Namen des Betriebssystems verwendet, beim extrem erfolgreich Windows 95 zum ersten Mal, bei Windows 98, bei Windows 2000. Dann wurden Kürzel benutzt, etwa „XP“ für „Experience“ – Erfahrung.

Oder NT für „New Technologie“ – neue Technologie. Dann kamen Windows 7, 8 und dann nicht etwa 9, sondern 10. Weil die Mac-Welt auch schon bei der 10. Generation angekommen war. Eine Mischung aus PR, Marketing und Durcheinander. Am Ende sind die Namen aber auch egal.

Der Browser als Betriebssystem?

Früher war es immer sehr wichtig, die neueste Version eines Betriebssystems zu benutzen. Heute scheint das nicht mehr so wichtig.

Updates sollten Windows-Nutzer selbstverständlich laden und einspielen, damit das Betriebssystem auf dem neuesten Stand ist – und keine Sicherheitslücken hat. Aber es stimmt: Heute sind andere Dinge wichtig. Der Browser ist heute das Betriebssystem. Da wir vor allem im Web und im Netz unterwegs sind, ist es wichtig einen Browser zu verwenden, der alles beherrscht: Der Videos schnell und ruckelfrei abspielt, Downloads organisiert, sich um die Sicherheit im Netz kümmert, Passwörter merkt und vieles andere mehr.

Der Browser gilt heute als das Betriebssystem der Zeit. Hier entscheidet sich, welche Funktionen im Netz genutzt werden können und welche nicht – und nicht im eigentlichen Betriebssystem. Am Ende ist es sogar egal, ob wir PC, Tablet oder Smartphone benutzen. Aber auch die Bedeutung des Browsers beginnt zu schwinden…

Sprechen mit den Geräten

Es gibt viele Geräte – und davon immer mehr –, da wissen wir nicht mal, ob sie ein Betriebssystem haben – und einen Browser brauchen sie nicht. Man denke an Digitale Assistenten, mit denen wir sprechen. Wir sprechen – wir klicken und tippen nicht. Die Sprach-Schnittstelle ist das Betriebssystem, also Siri, Google Home, Alexa und Co.

Und die Macht dieser Betriebssysteme ist größer denn je. Denn sie entscheiden, was sie verstehen wollen, was sie ausführen – und zum Beispiel auch, bei welchem Musikdienst ein Song abgespielt wird. Es wird nur der erste Treffer einer Suche vorgelesen – und nicht 10, 20 oder mehr Treffer, aus denen man auswählen kann. Durch diese neuen Betriebssysteme, die Komfort versprechen, verlieren wir Autonomie und Kontrolle. Leider wird es in diese Richtung weiter gehen.