Je sensibler unsere Daten werden, desto mehr ist der Wunsch nach adäquatem Schutz da. Neben den richtigen Passwörtern und biometrischen Zugangsdaten ist eine Möglichkeit, die Daten auf einem Datenträger zu verschlüsseln. Bei Windows geht das über Bitlocker. Mac-Benutzer schauen ein wenig neidisch auf die andere Seite. Vollkommen ohne Grund!
Auch macOS hat seine Variante von Bitlocker, nur heisst die anders: FileVault ist in allen aktuellen Versionen von macOS fest integriert und mittlerweile sogar standardmäßig aktiviert. Die Idee dahinter: Wird eine Festplatte im Mac verschlüsselt, dann ist sie nur auf dem Rechner nutzbar, auf dem die Verschlüsselung durchgeführt wurde. Stiehlt jemand die Festplatte oder das gesamte MacBook, dann kann er diese zwar formatieren und neu bespielen, an eure Daten aber kommt er nicht.
FileVault 2 aktivieren in macOS Sequoia und Ventura
Falls FileVault noch nicht aktiviert ist, könnt ihr das schnell nachholen. In den neueren macOS-Versionen klickt ihr auf den Apfel oben links, dann auf Systemeinstellungen (oder Systemeinstellungen…) und anschließend auf Datenschutz & Sicherheit. Scrollt dann zum Bereich FileVault.
Um die Aktivierung durchführen zu können, klickt ihr auf Aktivieren… und gebt dann das Passwort eures Mac oder verwendet Touch ID ein.
Wiederherstellungsschlüssel: Euer Rettungsanker
Nachdem ihr auf FileVault aktivieren… geklickt habt, erzeugt macOS den Schlüssel aus den Hardwaredaten eures Mac. Apple verwendet dabei den modernen XTS-AES-128-Verschlüsselungsalgorithmus, der auch von Sicherheitsexperten als sehr sicher eingestuft wird.
Um später die Festplatte doch noch verwenden zu können, wenn sich beispielsweise durch eine Reparatur eine der Hardwarekomponenten und damit der Schlüssel geändert haben, könnt ihr einen Wiederherstellungsschlüssel erzeugen. Entweder direkt über die Entsperrung über euer iCloud-Konto, oder indem ihr den Schlüssel manuell woanders sicher speichert.
Was passiert nach der Aktivierung?
Sobald FileVault aktiviert ist, verschlüsselt macOS die komplette Startfestplatte im Hintergrund. Dieser Prozess kann je nach Datenmenge mehrere Stunden dauern, läuft aber transparent ab – ihr könnt währenddessen normal weiterarbeiten. Der Mac wird während dieser Zeit etwas langsamer, da die CPU zusätzlich mit der Verschlüsselung beschäftigt ist.
Bei jedem Neustart müsst ihr dann euer Passwort eingeben, bevor das System vollständig bootet. Touch ID funktioniert erst nach dem ersten Login nach einem Neustart.
Performance und Akkulaufzeit
Moderne Macs mit Apple Silicon (M1, M2, M3 und M4) haben dedizierte Sicherheitschips, die die Verschlüsselung hardwarebeschleunigt abwickeln. Dadurch ist der Performance-Verlust praktisch nicht spürbar. Auch bei Intel-Macs mit T2-Chip ist der Unterschied minimal.
Die Akkulaufzeit wird durch FileVault kaum beeinflusst, da die Verschlüsselung sehr effizient arbeitet.
Externe Festplatten verschlüsseln
Nicht nur die interne SSD lässt sich verschlüsseln. Auch externe Festplatten und USB-Sticks könnt ihr mit einem Passwort schützen. Schließt einfach das externe Laufwerk an, öffnet das Festplatten-Dienstprogramm und wählt die Option „Verschlüsseln“ aus dem Kontextmenü.
Dabei könnt ihr zwischen verschiedenen Sicherheitsstufen wählen. Für normale Anwendungen reicht die Standard-Verschlüsselung völlig aus.
FileVault deaktivieren
Falls ihr FileVault wieder deaktivieren möchtet, geht das über denselben Weg in den Systemeinstellungen. Bedenkt aber: Die Entschlüsselung dauert genauso lange wie die ursprüngliche Verschlüsselung und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Backup nicht vergessen
Wichtig: Auch verschlüsselte Festplatten können kaputtgehen. Time Machine erstellt standardmäßig ebenfalls verschlüsselte Backups eurer FileVault-Festplatte. Stellt sicher, dass eure Backups aktuell sind – denn ohne Wiederherstellungsschlüssel oder iCloud-Zugang sind verschlüsselte Daten für immer verloren.
FileVault ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, eure Mac-Daten zu schützen. Die Aktivierung dauert nur wenige Klicks, und der Schutz ist praktisch unknackbar.
Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026