In Zeiten von Corona sind Millionen Menschen in Deutschland im Home Office. Sie arbeiten von zu Hause aus. In vielen Berufen ist das gar nicht sooo schwer. Ob man am Arbeitsplatz vorm Rechner sitzt oder woanders, etwa zu Hause… Aber das stellt viele Menschen vor ganz neue Herausforderungen. Denn wie soll so ein Home-Office-Platz aussehen, was kann alles nicht klappen?

Wenn mein Arbeitgeber sagt: Komm, bleib lieber zu Hause und mach Home Office. Was brauche ich denn dafür eigentlich?

Was brauche ich?

In der Regel gar nicht so wahnsinnig viel. Ein Notebook oder PC zu Hause natürlich. Viele Arbeitsgeber stellen ihren Mitarbeitern aber auch einen Notebook, da sind dann die nötigen Programme darauf. Software, die man benötigt, etwa Microsoft Office, lässt sich heute in der Regel mühelos übers Netz besorgen.

Dann ist natürlich auch eine Internet-Anbindung erforderlich, aber die hat heute ja eigentlich jeder. Wer nur Mails beantwortet, braucht natürlich nicht so eine schnelle Datenleitung wie ein Grafiker, der Profifotos bearbeiten muss.

Wichtig ist, sich eine Ecke in der Wohnung auszusuchen, wo man gerade sitzen kann. So die Lichtverhältnisse stimmen und wo man nicht ständig gestört wird. Natürlich muss man auch Login-Daten für das Firmennetzwerk haben, sofern es so etwas gibt.

Zugang ins Firmennetz

Apropos: Damit man reinkommt ins Firmennetzwerk, benötigt man ja in der Regel eine Extra-Software, Zugangsdaten und oft auch einen Code-Generator. Wie funktioniert das denn?

Wenn man in der Firma ist, brauchen Mitarbeiter oft weniger Daten, da sie sich ja physisch im Netzwerk befinden. Um Eindringlinge von außen abzuwehren, sind die Zugänge von außen streng beschränkt. Wer rein will, muss die Nutzerdaten eines Mitarbeiters haben – und oft auch noch einen Code generieren, zum Beispiel mit einer kleinen App, die einen als Mitarbeiter ausweist.

Das muss die IT-Abteilung des Unternehmens einrichten. Das ist am Anfang ein bisschen mühsam und ungewohnt, aber man gewöhnt sich daran. Dabei kommt dann eine spezielle Software zum Einsatz, ein VPN (Virtual Private Network). Das ist eine Art Datentunnel von meinem Rechner zum Firmen-Netzwerk, der nicht abgehört werden kann. Alles ist sicher verschlüsselt. Das ist ein bewährtes Verfahren.

Solche VPNs sind in der Regel sehr sicher, sogar in einem offenen WLAN. Apropos: Es ist wichtig, das eigene WLAN zu Hause abzusichern mit einem Passwort, damit Fremde nicht auf meinen Rechner mit Firmengeheimnissen zugreifen können – auch wenn man nicht aktuell eingeloggt ist. Also unbedingt ein WLAN mit Passwort einrichten.

Ein gepflegter Video-Chat

Arbeiten gehen, ohne mit Kolleginnen und Kollegen zu sprechen – eigentlich kaum vorstellbar. Deshalb boomen gerade Videokonferenzen.

Besonders gerne wird Skype genommen, das kennt fast jeder, das ist kostenlos zu haben . bei Microsoft – und einfach in der Handhabung. Mit Skype lassen sich auch mehrere Personen in eine Konferenz schalten.

Wer nur kurz mit einem Kollegen oder einer Kolelgin sprechen will oder muss, kann natürlich auch Facetime oder andere Apps verwenden. Für Profi-Konferenzen gibt es aber auch noch andere Tools wie Zoom oder GoToMeeting.

Hier lassen sich auch mehrere Personen zu einer Konferenz zusammenschalten, man kann sogar auch Präsentationen halten, Fotos, Folien oder Filme zeigen. Solche Programme kosten ein paar EUR im Monat – aber das bestimmt am Ende ja der Arbeitgeber, worauf man sich im Unternehmen geeinigt hat.

Das Netz ist stärker belastet als sonst

Wenn jetzt alle von zu Hause aus online gehen, um ins Home Office zu kommen – oder Filme streamen, um sich unterhalten zu lassen: Belastet das nicht das Internet?

Doch: Es ist messbar und spürbar, dass mehr Menschen gleichzeitig online gehen. In Italien hat der Daten-Traffic in den letzten Wochen um 70% zugenommen. Bei uns erst um 15%. Aber die deutsche Infrastruktur ist gut aufgestellt: Wir können ohne weiteres eine Verdopplung vertragen, sagt die Telekom.

Trotzdem haben einige Streaming-Anbieter wie Netflix, Sky oder Youtube angekündigt, dass sie die Bandbreiten für Videos und Streams um bis zu 25% reduzieren wollen, um das Netz zu entlasten – in ganz Europa. Eine Vorsichtsmaßnahme. Denn wenn das Netz ausfallen würde, wäre das zweifellos eine unerfreuliche Sache. Die Arbeitswelt würde wohl zusammenbrechen.