Seit fünf Jahren ist Apple nicht nur ein Hersteller von Computern, Smartphones und Tablets – und natürlich auch ein großes Medienhaus! –, sondern auch ein Uhrenhersteller. Fast genau auf den Tag genau vor fünf Jahren hat Apple seine erste Smartwatch vorgestellt: Die Apple Watch. Anfangs nur ein Accessoire für iPhone-Fans – heute ein Gesundheits-Tool.

Die erste Generation war damals noch deutlich weniger nützlich und durchdacht als heute. Damals hat Apple die Apple Watch noch als modisches Accessoire verstanden und wollte im Luxus-Markt punkten. Es gab sogar eine Version in Echtgold, für Luxus-Kunden, vor allem in Asien und Saudi-Arabien etc. Schlappe 18.000 Dollar teuer.

Da haben die Kunden damals nur verständnislos den Kopf geschüttelt. So als hätte Apple den Verstand verloren. Die ersten Apps waren noch sehr langsam und träge. Nicht so wirklich nützlich. Die Apple Watch war mehr oder weniger eine Fernbedienung für das iPhone, die auch die Zeit zeigt. Trotzdem kostet die Uhr heute ab 250 EUR – es können auch 500 EUR werden, je nach Ausstattung.

Mit der Zeit wurde die Watch immer nützlicher

Schon in Version 2 hat Apple der Uhr ein eigenes GPS-Moduls verpasst und den Akku verbessert, damit man nicht ständig die Watch wieder aufladen muss. Version 3 konnte dann in der Plusversion sogar eigenständig das Mobilfunknetz nutzen. So langsam wurde die Watch nützlich und autonom. In der vierten Generation hat Apple dann die Watch zu etwas ganz Neuem gemacht: Ein Gerät, das sich um die Gesundheit kümmert.

Die Apple Watch kann zuverlässig den Puls messen. Hat einen eingebauten Sturz-Sensor: Fällt der Träger hin, merkt die Uhr das – und kann sogar eine hinterlegte SOS-Nummer anrufen. Fitness und Gesundheit stehen im Vordergrund.

Pulsmesser und EKG

Aber Pulsmesser kann ich mir doch auch so kaufen: Als Fitness-Tracker. Warum muss das in einer Uhr eingebaut sein?

Das stimmt – aber die Apple Watch kann seit der vierten Generation eine ganze Menge. Sogar ein EKG erstellen: Ein Ein-Kanal-EKG, das sogar Kardiologen sinnvoll finden. Denn mit Hilfe des EKGs lässt sich zuverlässig erkennen, ob eine Herz-Rhythmus-Störung vorliegt. Viele Patienten haben solche Störungen nur gelegentlich – und wenn sie zum Arzt gehen, ist die Episode schon wieder vorbei.

Doch die Watch ist immer dabei. Fühlt sich der Patient unwohl, kann er schnell ein EKG erstellen und das dem Arzt schicken. Die Zuverlässigkeit ist hoch. Auf Wunsch meldet sich die Watch auch bei zu niedrigem oder zu hohem Puls. Die nächste Generation soll auch die Sauerstoffsättigung im Blut messen können – und macht das Device damit noch mehr zu einem Gerät für Gesundheit und Fitness. Immer mehr Apps nutzen diesen Daten, etwa, um die Fitness zu überwachen und zu steigern.

Apple Watch erstellt EKG

Wie sicher sind unsere Fitness-Daten?

Alles Daten, die in Zeiten von Corona begehrt sind: Corona Apps nehmen die Daten gerne, um Behörden zu informieren – damit wir Infektionsherde erkennen können. Wenn immer mehr Gesundheits- und Fitness-Daten ermittelt und im Smartphone gespeichert werden, ist das doch eine ziemlich beunruhigende Sache…

Ja und nein. Solche Daten können sehr sinnvoll sein, das zeigen aktuelle Beispiele. Auch die Messdaten von vernetzten Thermometern werden in den USA genutzt, um regionale Infektionsherde rechtzeitig zu erkennen. Wir werden aus Corona zweifellos lernen – und könnten, bei sorgfältiger und datensensibler Nutzung solcher Daten, auch Grippe-Effekte erkennen und vieles andere mehr.

Auch Ärzte nutzen immer häufiger solche Daten: Es kann helfen, den Patienten besser zu überwachen, ihn nur einzubestellen ist, wenn es nötig ist. Und viele, viele nutzen diverse Apps, um optimal fit zu werden. Es muss allerdings sichergestellt sein – das stimmt! –, dass die bei Apple oder Google zusammenlaufenden Gesundheitsdate optimal geschützt sind.