iOS Passwort-Check: So entdeckt ihr unsichere Kennwörter

von | 06.10.2020 | iOS

So schön es ist, dass ihr immer mehr Dinge online erledigen könnt, einen Nebeneffekt hat das Ganze: Ihr müsst immer mehr Benutzerkonten anlegen und dafür natürlich auch Passwörter vergeben. Da passiert es schnell, dass ihr aus Bequemlichkeit einfache oder für mehrere Dienste identische verwendet. Das geht schnell unter. iOS bietet hier eine zentrale Stelle, an der ihr die entstehenden Risiken kontrollieren und verringern könnt.

Unabhängig von iOS könnt ihr eure E-Mail-Adresse auf Betroffenheit von Datenlecks kontrollieren lassen, beispielsweise auf Webseiten wie Have I been pawned. Das hilft aber nur bedingt: Nicht immer ist der Benutzername eine E-Mail-Adresse, nicht alle Benutzerkonten und deren Benutzernamen wisst ihr noch. iOS umgeht dieses Problem, indem es auf den Schlüsselbund zugreift. Das ist die interne, sichere Passwort-Datenbank von iOS.

So findet ihr die Passwort-Übersicht in iOS

Seit iOS 14 und in den aktuellen Versionen bis iOS 18 hat Apple die Passwort-Verwaltung kontinuierlich verbessert. Unter Einstellungen > Passwörter findet ihr direkt die Informationen zu den Konten und Webseiten, den verwendeten Passwörtern und der Bewertung, warum das Passwort nicht geeignet scheint oder ein Risiko beinhaltet. Die Funktion ist mittlerweile so ausgereift, dass sie auch kompromittierte Kennwörter aus großen Datenlecks erkennt.

Tippt ihr auf einen Eintrag, dann könnt ihr direkt auf die Webseite wechseln, um das Kennwort zu ändern. Alternativ könnt ihr das Passwort aus dem Schlüsselbund löschen. Das macht Sinn, wenn ihr das Konto bereits gelöscht habt oder nicht mehr nutzt.

Neue Features der iOS Passwort-Verwaltung

Apple hat die Sicherheits-Features in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Die Passwort-App erkennt jetzt automatisch:

  • Schwache Passwörter: Zu kurze oder zu simple Kennwörter
  • Doppelte Passwörter: Identische Kennwörter für verschiedene Dienste
  • Kompromittierte Passwörter: Kennwörter, die in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind
  • Veraltete Passwörter: Kennwörter, die längere Zeit nicht geändert wurden

Besonders praktisch: iOS warnt euch proaktiv, wenn eines eurer gespeicherten Passwörter in einem neuen Datenleck auftaucht. Dann bekommt ihr eine Push-Benachrichtigung und könnt sofort handeln.

Passkeys – die Zukunft ohne Passwörter

Seit iOS 16 unterstützt Apple auch Passkeys – eine passwortlose Authentifizierung, die deutlich sicherer ist als herkömmliche Kennwörter. Passkeys basieren auf biometrischen Daten (Face ID, Touch ID) oder eurem Gerätecode und können nicht abgefangen oder gestohlen werden.

Immer mehr große Dienste wie Google, Microsoft, PayPal oder Amazon bieten mittlerweile Passkeys an. Die Einrichtung erfolgt direkt über die Passwort-Einstellungen in iOS. Wo verfügbar, solltet ihr Passkeys unbedingt nutzen – sie sind die sicherste Form der Authentifizierung.

Tipps für bessere Passwort-Hygiene

Automatisch starke Passwörter generieren: Lasst iOS bei der Registrierung neue, starke Passwörter vorschlagen. Die generierten Kennwörter sind sicher und werden automatisch gespeichert.

Regelmäßige Kontrolle: Schaut mindestens alle paar Monate in die Passwort-Einstellungen und arbeitet die Warnungen ab. Es dauert meist nur wenige Minuten, unsichere Kennwörter zu ändern.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Wo immer möglich, aktiviert 2FA für eure wichtigen Konten. iOS kann auch Authentifizierungs-Codes verwalten.

Alte Konten aufräumen: Löscht Passwörter für Dienste, die ihr nicht mehr nutzt. Das reduziert die Angriffsfläche und macht die Übersicht übersichtlicher.

Integration mit anderen Apple-Geräten

Ein großer Vorteil der iOS Passwort-Verwaltung: Sie synchronisiert sich automatisch über iCloud mit allen euren Apple-Geräten. Passwörter, die ihr auf dem iPhone speichert, stehen auch auf iPad und Mac zur Verfügung. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt dafür, dass selbst Apple eure Kennwörter nicht lesen kann.

Auch die Passkeys funktionieren geräteübergreifend – ihr könnt euch beispielsweise mit eurem iPhone an einem Dienst anmelden, während ihr am Mac arbeitet.

Datenschutz und Sicherheit

Apples Passwort-Check läuft vollständig lokal auf eurem Gerät ab. Die Kennwörter werden verschlüsselt mit einer Datenbank bekannter kompromittierter Passwörter abgeglichen, ohne dass eure tatsächlichen Kennwörter das Gerät verlassen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einigen Online-Tools, bei denen ihr eure Daten externen Diensten anvertraut.

Die kontinuierliche Überwachung auf neue Datenlecks erfolgt ebenfalls datenschutzfreundlich – Apple erfährt nicht, welche Passwörter ihr verwendet, kann aber trotzdem warnen, wenn eines davon kompromittiert wurde.

Fazit: Die iOS Passwort-Verwaltung hat sich zu einem vollwertigen Sicherheits-Tool entwickelt, das nicht nur Kennwörter speichert, sondern aktiv dabei hilft, eure Online-Sicherheit zu verbessern. Nutzt diese Features – euer digitales Ich wird es euch danken.

Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026