iOS Familiensteuerung richtig einrichten: Beide Eltern freigabeberechtigt machen

von | 12.10.2020 | iOS

Die Familienfreigabe von iOS ist eine geniale Funktion: Familien können gemeinsam Apps, Musik und Services nutzen, die nur ein Mitglied gekauft hat. Noch wichtiger aber ist die Möglichkeit, als Eltern den App-Zugriff der Kinder zu kontrollieren. Wollen die Kleinen eine neue App herunterladen, müssen die Erziehungsberechtigten das erst freigeben. Soweit die Theorie – die Praxis sieht oft anders aus.

Viele Familien erleben täglich dieses Szenario: Das Kind möchte eine App herunterladen, die Freigabeanfrage geht automatisch an Mama oder Papa – aber immer nur an denselben Elternteil. Der andere schaut in die Röhre und kann nicht helfen, auch wenn er oder sie gerade Zeit hätte. Das liegt an einer wenig bekannten Standardeinstellung in iOS, die viele Familien zur Verzweiflung bringt.

Das Problem: Apple macht automatisch den Organisator der Familienfreigabe zum alleinigen Erziehungsberechtigten. Alle anderen Erwachsenen in der Familie können zwar uneingeschränkt Apps nutzen und installieren, haben aber zunächst keine Berechtigung, Freigaben für die Kinder zu erteilen.

Dabei ist die Lösung ganz einfach und dauert keine zwei Minuten. Um beide Elternteile als erziehungsberechtigt einzustellen, geht ihr so vor: Öffnet die Einstellungen auf eurem iPhone oder iPad und tippt ganz oben auf euer iCloud-Konto. Dort findet ihr den Punkt Familienfreigabe. Jetzt seht ihr alle Familienmitglieder aufgelistet.

Tippt auf jeden Erwachsenen, der Freigaben erteilen können soll. In der Mitte des Bildschirms erscheint der entscheidende Schalter: Elternteil/Erziehungsberechtigter. Aktiviert diesen für alle entsprechenden Personen. Ab sofort gehen Freigabeanfragen an alle berechtigten Elternteile – wer zuerst reagiert, kann die App freigeben oder ablehnen.

Diese Einstellung wirkt sich auf verschiedene Bereiche aus. Neben App-Downloads betrifft sie auch In-App-Käufe, Musik- und Film-Downloads sowie Bücher. Besonders praktisch: Auch Anfragen für mehr Bildschirmzeit oder Änderungen an den Beschränkungen landen dann bei allen berechtigten Eltern.

Seit iOS 17 hat Apple die Familiensteuerung nochmals deutlich verbessert. Die neuen Kommunikationslimits ermöglichen es, genau festzulegen, mit wem eure Kinder wann kommunizieren dürfen – sei es per Nachrichten, FaceTime oder anderen Apps. Während der Schulzeit könnt ihr die Kommunikation auf Familienmitglieder beschränken, abends dann wieder freigeben.

Besonders clever: Die Auszeit-Funktion wurde erweitert. Ihr könnt jetzt nicht nur Zeiten festlegen, in denen das Gerät gesperrt ist, sondern auch bestimmte Apps dauerhaft verfügbar machen. Bildungs-Apps oder der Taschenrechner bleiben so auch während der Auszeit nutzbar.

Ein weiteres nützliches Feature ist die Standortfreigabe für Kinder. Über „Wo ist?“ seht ihr jederzeit, wo sich eure Kinder aufhalten. Das funktioniert auch, wenn das Gerät offline ist – Apple nutzt dann das Netzwerk anderer Apple-Geräte in der Nähe.

Für Teenager gibt es seit iOS 16 den Check-In-Dienst. Damit können eure Kinder automatisch Bescheid geben, wenn sie sicher zu Hause oder an einem anderen Zielort angekommen sind. Bleibt die Bestätigung aus, erhaltet ihr eine Benachrichtigung.

Die Käufe teilen-Funktion wurde ebenfalls ausgebaut. Neben Apps und Medien teilt ihr jetzt auch iCloud+-Speicher, Apple Music-Familienabos und sogar AppleCare+-Schutz. Ein Familienmitglied zahlt, alle profitieren.

Wichtig zu wissen: Die Beschränkungen wirken nur bei minderjährigen Familienmitgliedern. Erwachsene können jederzeit ohne Freigabe Apps installieren und Käufe tätigen. Apple erkennt automatisch am angegebenen Geburtsdatum, wer noch Beschränkungen unterliegt.

Tipp für die Praxis: Richtet die Familienfreigabe am besten gemeinsam ein und testet die Freigabe-Funktion einmal durch. Lasst euer Kind eine kostenlose App herunterladen und schaut, ob die Anfrage bei beiden Elternteilen ankommt. So vermeidet ihr Frust im Alltag.

Die Familiensteuerung von iOS ist mittlerweile ein mächtiges Werkzeug für digitale Erziehung geworden. Mit den richtigen Einstellungen schafft ihr eine gesunde Balance zwischen Sicherheit und Vertrauen – und beide Eltern können gleichberechtigt Entscheidungen treffen.

Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026