Das Home Office hat viele Vorteile: Kein Stau auf der Weg zur Arbeit. Der Kühlschrank in der Nähe. Mehr Freiheit bei der Zeiteinteilung. Es gibt auch auch Risiken und Nachteile: Wer im Home Office arbeitet, ist Ziel von vermehrten Cyberattacken – und sollte sich angemessen schützen!

Früher war Homeoffice die Ausnahme. Heute ist das Büro in den eigenen vier Wänden die Regel.

Es gibt eine Gruppe, die sich besonders darüber freut, dass immer mehr Menschen – und das weltweit! – zu Hause arbeiten und online gehen: Cyberbetrüger. Die haben gerade Hochkonjunktur.

BKA warnt vor Cybercrime-Herbst

Das BKA spricht sogar von einem Cybercrime-Herbst: Die Fallzahlen für Cyberbetrug und Hackangriffe explodieren – während die Aufklärungsraten sinken. Zwei Angriffsmethoden sind derzeit besonders beliebt: Phishing-Mails – und Ransomware. Also Software, die alle Daten auf dem infizierten Rechner verschlüsselt und Lösegeld (englisch: Ransom) fordert.

Wer mit dem eigenen Rechner oder Mobilgerät arbeitet, läuft Gefahr, dass sogar die eigenen privaten Daten gefährdet sind, wenn Cyberkriminelle eigentlich auf die Daten eines Unternehmens abzielen. Und umgekehrt: Wer als Privatmensch Opfer einer Cyberattacke wird, riskiert im Homeoffice schnell, dass auch das Firmennetzwerk gefährdet ist.

Größtes Risiko: Phishing und Ransomware

Doch es gibt einige Strategien, das Risiko zu verringern. Neben der Tatsache, alle eingehenden Mails und vor allem die anzuklickenden Links ganz genau unter die Lupe zu nehmen und natürlich auch alle relevanten Updates für Betriebssysteme und Anwendungen einzuspielen, kann es sich lohnen, Arbeit und Privat zu trennen.

Entweder zwei Rechner – oder wenigstens zwei Benutzerkonten. So etwas ist unter Windows oder MacOSX schnell eingerichtet. Dann sind die jeweils anderen Daten und Zugänge nicht gleich mit gefährdet.

Datentresor kann sensible Dokumente schützen

Außerdem ist es eine gute Idee, besonders sensible Daten in einem Daten-Tresor zu speichern. Es gibt heute viele günstige Lösungen: Software wie Tresor-It, pCloud, Amazon Cloud Drive und viele andere, die sich so einrichten lassen, dass alle hier abgelegte Daten automatisch verschlüsselt werden.

Vorteil: Wenn alles richtig konfiguriert ist, kommen Cyberbetrüger nicht an die Daten heran – da ihnen der Schlüssel fehlt. Sie müssten zumindest einen deutlich höheren Aufwand betreiben, den die meisten scheuen. Sofern die Daten auf einem Cloud-Laufwerk gespeichert sind, sind sie so gut vor Datendiebstahl und Ransomware geschützt.

Auch das Heimnetzwerk schützen

Im Grunde – sagt der auf IT-Sicherheit spezialisierte Experte Klaus Rodewig, der viele Unternehmen vor Cyberangriffen beschützt – müssen alle, die im Homeoffice arbeiten, dieselben oder ähnliche Schutzmaßnahmen ergreifen wie die IT-Experten im Unternehmen: Dafür sorgen, dass nicht jeder auf alles zugreifen kann. Server und Ordner absichern.

Und vor allem: Regelmäßig Updates einspielen. Denn ungestopfte Sicherheitslecks sind nach wie vor das größte Einfallstor für Schadprogramme und Cyber-Angriffe.

IT-Sicherheitsexperte Klaus Rodewig gibt Sicherheitstipps