Amazon steht mal wieder in der Kritik: Einem US-Onlinedienst liegen interne Dokumente vor, die belegen, dass der Onlinekonzern Mitarbeiter und Gewerkschaftler überwacht.

Amazon bereitet sich gerade – wie alle andere Onlinehändler rund um den Globus – aufs Weihnachtsgeschäft vor. Der Black Friday steht unmittelbar vor der Tür. Der umsatzstärkste Tag des Handels – und deshalb nicht nur für Amazon der eigentliche Festtag im Jahr.

US-Magazin legt Überwachungspraktiken von Amazon offen

Da passt es dem Konzern so gar nicht, dass das US-Onlinemagazin Vice ausgerechnet jetzt pikante interne Papiere präsentiert. Sie belegen, dass Amazon seine Mitarbeiter penibel überwacht. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in ihrer Freizeit. Und Amazon bestreitet die Echtheit der mehrere Dutzend vorliegenden Unterlagen nicht.

Verteilen die Mitarbeiter Flugblätter? Bereiten sie Streiks vor oder nehmen sie daran teil? Gibt es Treffen mit Gewerkschaftern? Amazon hat offensichtlich eine Art interne Stasi, die alles penibel beobachtet, registriert und dokumentiert. Auch Drogenkonsum ist ein Thema: Nehmen die Mitarbeiter Drogen, wohnen sie in Drogen-Hotspots? Und vieles andere mehr.

Amazon spioniert immer und überall

Jeff Bezos Konzern schreckt nicht davor zurück, im Privatleben seiner Mitarbeiter herumzustöbern. Die Sozialen Netzwerke werden überwacht. Offensichtlich dringen Mitarbeiter oder beauftragte Schnüffler sogar in Gruppen-Chats und Foren ein. Nie war es so einfach, seine Mitarbeiter zu überwachen und zu kontrollieren.

Doch Amazon macht vor, was passiert, wenn ein Unternehmen hemmungslos ist – und von diesen Möglichkeiten auch ungeniert Gebrauch macht.

Wirklich überraschend ist das nicht. Amazon ist bekannt dafür, auch Partner und Händler auszuspionieren und zu übervorteilen. Auch Kunden werden penibel überwacht. Amazon erhebt und sammelt mehr Daten, als den Menschen bewusst ist. Ganz besonders, wenn die nicht nur bei Amazon einkaufen, sondern auch Prime Video, Kindle und/oder Alexa benutzen.

Amazon sammelt immer mehr Daten

Ein Unternehmen, das wie ein Staat agiert

Wie es aussieht, beobachtet und misst Amazon sogar auch Amazon-kritische Berichte und Videos. Vielleicht auch dieses Blog. Die Fridays-for-Future-Bewegung offensichtlich auf jeden Fall. Das belegen geleakte Dokumente, die dem Onlinemagazin Vice vorliegen – und deren Echtheit Amazon offensichtlich nicht bestreitet.

All das zeigt: Einige US-Konzerne haben nicht nur einen Umsatz, der größer ist als das Bruttosozialprodukt vieler Länder, sie benehmen sich auch so. Sie machen ihre eigenen Regeln und halten sich für unangreifbar.

Ob und was davon justiziabel ist, können und sollen andere beurteilen. Ob das anständig und vertretbar ist, das kann jede/r Einzelne selbst entscheiden. Wie denkt Ihr darüber?