Die CES 2026 zeigt: Hybrid-Messen sind die Zukunft. Nach Jahren des Experimentierens mit virtuellen und physischen Formaten hat die weltgrößte Elektronikmesse endlich das perfekte Rezept gefunden – doch die Learnings der Corona-Jahre prägen bis heute, wie wir Messen erleben.
Die „Consumer Electronics Show“ (CES) enthält nicht umsonst den Begriff „Show“: Die größte Messe für Unterhaltungselektronik der Welt ist normalerweise wirklich eine gigantische Show. Mit Messen in Europa nur schwer zu vergleichen.
Denn hier ist alles groß, großartig und eben Show. Das passt, denn die CES findet jedes Jahr im Januar in Las Vegas statt. Hier ist grundsätzlich alles Show.
Die CES 2026 war ein Wendepunkt: Nach den rein virtuellen Jahren 2021-2022 und den experimentellen Hybrid-Formaten der Folgejahre haben die Veranstalter endlich das optimale Konzept gefunden. Physische Präsenz kombiniert mit ausgeklügelter digitaler Erweiterung – und die Erkenntnisse aus den Corona-Jahren zahlen sich aus.
Was wir aus den virtuellen Jahren gelernt haben
Die rein virtuellen CES-Jahre 2021 und 2022 waren ein Experiment mit gemischten Ergebnissen. Kein lässiges Schlendern durch Hallen, auf der Suche nach „Wow“-Erlebnissen – oder den kleinen Juwelen, die es auf jeder Veranstaltung gibt. Keinen Schnack mit Kolleginnen und Kollegen über die große Präsentation am Vortag oder empfehlenswerte Produktentdeckungen.
Stattdessen: Hochglanz-Videos in Dauerschleife. Von Konzernen wie LG Electronics, BMW, Bosch, Sony, Samsung und vielen, vielen anderen. Doch weil alles virtuell stattfand, ging natürlich der Wow-Effekt verloren. Sich einen übermenschlich großen OLED-Fernseher neuester Technologie in Wirklichkeit anzuschauen, ist natürlich etwas komplett anderes, als das nur in einer Online-Präsentation zu tun.
Und noch etwas fiel auf: Von einer virtuellen Messe profitierten insbesondere die Großen. Die Unternehmen, die ohnehin schon jede/r kennt, bekommen natürlich leichter Aufmerksamkeit. Beim Durchschlendern von Messehallen entdecken Besucher auch andere spannende Dinge. In einer virtuellen Messe fiel das praktisch flach.
Kleine Unternehmen waren klar im Nachteil
Kleine Unternehmen konnten sich auch gar keinen professionellen Auftritt leisten. Das machte in einer virtuellen Messe einen deutlich größeren Unterschied.
Virtuelle Messen wie die CES zementierten daher den Status quo: Wer schon erfolgreich war und über eine gefüllte Kriegskasse verfügte, konnte sich auch prima präsentieren. Alle anderen waren praktisch unsichtbar. Mit einigen Ausnahmen freilich, wie dem legendären Qoobo, dem Kuschel-Roboter aus Japan, der aussah wie eine überfahrene Katze ohne Kopf und helfen sollte, einsame Corona-Zeiten zu überstehen.
Die Hybrid-Revolution: CES 2026 macht es richtig
Die CES 2026 zeigt, wie es geht: Das Beste aus beiden Welten kombinieren. Physische Präsenz für das unverzichtbare haptische Erlebnis, erweitert durch KI-gestützte virtuelle Komponenten. Besucher können jetzt via AR-Brille zusätzliche Produktinfos abrufen, während sie physische Geräte testen. Live-Streams mit 8K-Auflösung bringen entfernte Teilnehmer näher an das Geschehen heran als je zuvor.
Besonders clever: Die „Discovery AI“ der CES 2026 analysiert Besucherinteressen und schlägt gezielt kleinere Aussteller vor – das Problem der Unsichtbarkeit kleiner Unternehmen wurde endlich gelöst. Startup-Bereiche sind jetzt genauso prominent wie die Konzern-Auftritte.
Technologie-Trends, die bleiben
Die Industrie hatte sich damals flexibel auf Corona eingestellt – und viele Trends sind geblieben. LG Electronics pries seine Fernsehgeräte als umso wichtiger, denn das Wohnzimmer sei Kino, Klassenzimmer und Büro in einem. Diese „Everything-Rooms“ sind heute Standard: 2026 zeigt Samsung seinen 98-Zoll „The Wall“ für Privatnutzer, der morgens Monitor, mittags Konferenzbildschirm und abends Heimkino ist.
Das damalige Start-up Gardyn mit seiner Hightech-Wand zum Gemüseanbau hat übrigens überlebt und ist heute Marktführer für Indoor-Farming-Systeme. Was 2021 noch 40 Euro im Monat kostete, gibt es heute für einen Bruchteil – und die KI weiß mittlerweile nicht nur, wann geerntet werden kann, sondern optimiert auch Geschmack und Nährstoffgehalt.
Was die Zukunft der Messen bedeutet
Die CES 2026 beweist: Messen haben eine Zukunft, aber sie sehen anders aus. Hybrid ist nicht nur ein Übergangsformat, sondern die neue Normalität. Physische Präsenz bleibt unverzichtbar für das „Wow“-Erlebnis und spontane Entdeckungen. Virtuelle Erweiterungen ermöglichen aber globale Teilhabe und KI-gestützte Personalisierung.
Die Corona-Jahre waren also nicht verlorene Zeit, sondern ein notwendiger Lernprozess. Heute wissen wir: Rein virtuelle Messen funktionieren nicht. Aber intelligente Hybrid-Konzepte schaffen neue Möglichkeiten, die weder rein physische noch rein digitale Events bieten können.
Die CES 2027 wird diesen Weg weitergehen – mit noch besserer Integration von Virtual Reality, erweiterten KI-Services und einem globaleren Ansatz. Las Vegas bleibt das Zentrum, aber die Show findet längst überall statt.
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Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026