Das Erzeugen einer PDF-Datei ist der eine Schritt, die Bearbeitung ist der zeitaufwändigere und mindestens ebenso wichtige Schritt. Die Bearbeitungsfunktionen von Microsoft Edge und dem Acrobat Reader sind hier sehr rudimentär, hier ist die Windows-App Drawboard PDF, die ihr kostenlos im Windows Store herunterladen könnt.
Die kostenlose Version von Drawboard PDF erlaubt es euch, mit einer Vielzahl von Stiften und Notiz-Funktionen die PDF-Datei mit euren Anmerkungen zu versehen. Wenn ihr ein Gerät mit einem Touchscreen und/oder einem Stift habt, dann könnt ihr diesen dafür nutzen. Das fühlt sich dann so an, als hättet ihr ein Papierdokument und einen echten Stift vor euch. Um euch weiteren Platz für Notizen zu geben, könnt ihr in die PDF-Datei leere Seiten einfügen und diese als Notizblatt nutzen.

Ein zusätzlicher Mehrwert ist die Favoritenleiste, die euch links von der aktuell bearbeiteten PDF-Datei die bisher im Programm geöffneten PDFs anzeigt. Über einen Klick auf das rote Kreuz oben rechts in einer der Miniaturansichten könnt ihr diese aus der Liste löschen. Über die Zeit könnt ihr euch so eine Favoritenliste pflegen, über die ihr ohne großen Suchaufwand eure wichtigsten PDFs direkt zur Verfügung habt, ohne den Speicherort kennen zu müssen oder eine umfangreiche Suche zu starten.
Besonders praktisch ist die Integration mit Windows Ink Workspace, falls ihr ein Surface oder anderes Stift-fähiges Gerät verwendet. Die App erkennt automatisch Druckstärke und Neigungswinkel des Stifts – das macht das Schreiben und Zeichnen deutlich natürlicher. Verschiedene Stiftarten wie Kugelschreiber, Textmarker, Bleistift oder Kalligrafiestift stehen zur Verfügung, jeweils mit anpassbarer Farbe und Strichstärke.
Die Suchfunktion ist ein echter Zeitsparer: Ihr könnt nicht nur nach Text im ursprünglichen PDF suchen, sondern auch nach euren handschriftlichen Notizen – dank verbesserter OCR-Technologie erkennt Drawboard PDF eure Handschrift mittlerweile sehr zuverlässig. Das ist besonders nützlich bei umfangreichen Dokumenten mit vielen Anmerkungen.
Für Teams gibt es mittlerweile auch Kollaborations-Features: Mehrere Personen können gleichzeitig an einem PDF arbeiten, wenn es in OneDrive oder SharePoint gespeichert ist. Jeder Bearbeiter bekommt eine eigene Farbe zugewiesen, sodass ihr immer seht, wer welche Kommentare verfasst hat. Änderungen werden in Echtzeit synchronisiert.
Die Exportmöglichkeiten sind vielfältig geworden: Neben dem Standard-PDF könnt ihr eure annotierten Dokumente auch als PowerPoint-Präsentation, Word-Dokument oder sogar als interaktive Webseite ausgeben. Besonders clever: Beim Export könkönnt ihr wählen, ob nur bestimmte Arten von Anmerkungen (etwa nur Kommentare, aber keine Hervorhebungen) übernommen werden sollen.
Ein Highlight ist die KI-gestützte Zusammenfassung: Die App kann automatisch die wichtigsten Punkte aus euren Anmerkungen extrahieren und als separates Dokument zusammenfassen. Das spart viel Zeit beim Review großer Dokumente. Auch Übersetzungen von Textstellen sind direkt in der App möglich – praktisch bei internationalen Projekten.
Die kostenpflichtige Pro-Version (mittlerweile 6,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro jährlich) fügt weitere Funktionen hinzu: erweiterte Vorlagen für Notizseiten, bessere Cloud-Integration, OCR für gescannte PDFs und die Möglichkeit, mehrere PDFs zu einem Dokument zusammenzufügen. Auch die Batch-Bearbeitung mehrerer Dateien gleichzeitig ist nur in der Pro-Version verfügbar.
Drawboard PDF bleibt eine der besten Lösungen für PDF-Bearbeitung unter Windows, auch wenn die Konkurrenz durch Adobe Acrobat DC und neue Apps wie LiquidText gewachsen ist. Die intuitive Bedienung und die natürliche Stift-Integration machen es besonders für Surface-Nutzer zur ersten Wahl. Wer primär am Desktop ohne Touch arbeitet, findet mittlerweile aber auch gute Alternativen.
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026