Facebook hat für den Sommer einen Clubhause-Klon angekündigt: Die User sollen live miteinander sprechen können. Aber auch Podcasts sollen auf Facebook eine größere Rolle spielen. Digitalistan-Blogger befürchtet größere Abhängigkeit für Podcaster.

Der Audio-Markt boomt – gar keine Frage. Zwar hat die Audio-Plauder-App namens Clubhouse nicht mehr ganz den Hype, den sie vor wenigen Wochen noch hatte. Aber: Clubhouse ist immer noch da. Und hat vor kurzem ein Modell vorgestellt, das sich als interessant erweisen könnte: Clubhouse-User können künftig Gebühren berechnen. Wie bei einem öffentlichen Vortrag.

Aber auch Podcasts laufen gut: Es werden immer mehr – und viele der Angebote sind richtig gut gemacht. Alle reden über Videos, aber Audios rocken derzeit. Das ist auch Mark Zuckerberg offensichtlich nicht verborgen geblieben. Auf der ständigen Suche nach neuen Trends setzt Facebook jetzt verstärkt auf Audios. Zwar hat Facebook bereits vor einigen Jahren mal eine Audio-Offensive angekündigt, aber dann nicht wirklich durchgezogen.

Clubhouse

Die App “Clubhouse” ist recht erfolgreich – und Facebook klont sie jetzt

Facebook macht ungeniert Clubhouse Konkurrenz

Diesmal ist es anders: Facebook will Clubhouse kopieren und Podcasts umarmen.

Warum, ist ja klar: Die großen Netzwerke verfolgen alle dieselbe Strategie. Sie wollen Nutzer so lange wie möglich im Netzwerk halten. Und die simple Logik ist: Je mehr Angebote es gibt, desto höher ist die Chance, dass die User das jeweilige Ökosystem nicht verlassen.

Deshalb sollen Facebook-User schon bald Audio-Clips oder sogar komplette Podcasts erstellen – und live an Audio-Diskussionen teilnehmen können.

Mischpult

Mit Werkzeugkasten Audios erstellen

„Live Audio Rooms“ ist ein Live-Format, bei dem Facebook-Nutzer in Gruppen und später womöglich auch im Messenger live Gespräche führen oder einfach zuhören können. Wie eine WhatsApp-Gruppe – nur mit Sprache. Wir kennen das Prinzip von Clubhouse: Ein Gastgeber lädt in einen Audio-Raum ein, wer mag kann sich zuschalten, nur zuhören oder auch mitreden. Die Funktion ist für den Sommer angekündigt.

Darüber hinaus sollen Facebook-User künftig mit Hilfe eines virtuellen Werkzeugkastens (“Soundbites” genannt) auch Audio-Clips erstellen können. Wahlweise live – oder asynchron zum Anhören. Ich bin sicher: Es wird auf Facebook eine regelrechte Schlacht geben. Wer ist der/die erste, wer wird zum ersten Audio-Influencer?

Auch Podcasts werden auf Facebook hörbar

Darüber hinaus will Facebook auch Podcasts hörbar machen. Dazu kooperiert Facebook mit Spotify: Wer einzelne Episoden aus einem Podcast hören will, muss Facebook dazu künftig nicht mehr verlassen. Mehr als das: Facebook will auch Podcasts aktiv vorschlagen, je nach Themengebiet und Interessen der User.

Das ist sehr geschickt von Facebook: Ohne in Inhalte investieren zu müssen, sind sie trotzdem präsent – und im Umfeld lässt sich wunderbar Werbung verkaufen. Podcast-Macher werden aktiver als bisher schon auf Facebook ihre Podcasts bewerben – und sind zunehmend abhängig von Facebook, weil Mark Zuckerbergs Netz sie sichtbarer machen und Hörerinnen und Hörer bringt.

Das alles startet nicht morgen, sondern in den nächsten Monaten.

Podcasts werden gerne gehört: Aber was macht Podcasts erfolgreich?