Das klingt so toll: Sie haben eine Antivirussoftware installiert, dann kann Ihnen ja nichts mehr passieren. Oder? Diese Aussage ist ähnlich wahr wie „Ich schnalle mich an, dann kann ich ja einen Auffahrunfall riskieren!“. Besser ist es, wenn Sie sich schon im Vorhinein schützen, damit Viren gar nicht erst auf Ihren PC kommen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenig Aufwand mehr Sicherheit bekommen.

Eine der Haupteinfallsquelle von Malware auf PC und Smartphone sind Apps, die Sie selber installieren. Nachdem Sie sie heruntergeladen haben, oder nachdem Sie einen Anhang in einer E-Mail geöffnet haben. Dabei muss es sich nicht mal um ein Programm handeln, auch andere Anhänge können Viren mitbringen oder nachladen. Achten Sie auf Folgendes:

Ist die Quelle sicher?

Die Verlockungen sind groß: Da gibt es den neuesten Kinofilm oder die angesagte Serie kostenlos zum Download, per Mail bekommen Sie ein Dokument mit vermeintlich anstößigem Inhalt, das Sie unbedingt öffnen sollen und vieles mehr. Viele dieser Angebote bringen das Risiko von Malware mit.

Achten Sie darauf, ob die Quelle vertrauenswürdig ist. Bei Downloads im Internet ist es wie im Versandhandel: Ist etwas viel günstiger als überall sonst oder gar kostenlos, dann verbirgt sich hinter dem Angebot oft eine böse Absicht. Schickt Ihnen ein Absender, den Sie nicht kennen plötzlich irgendwelche Dateien, dann widerstehen Sie der Neugier und öffnen diese einfach nicht!

Der Download aus App Stores

Windows, Mac, iOS, Android: Für die meisten Betriebssysteme gibt es eigene Software-Stores. Diese sind für den Download deutlich sicherer als irgendwelche Webseiten im Internet. Auch hier gilt wieder: Bietet man Ihnen sonst kostenpflichtige Software kostenfrei an, dann ist mit diesem Angebot oft etwas faul.

Besonders bei Android-Geräten sollten Sie vorsichtig sein: Es gibt den einen oder anderen vermeintlichen Softwareanbieter, der Ihnen die Android-Apps als APKs, zum Download anbietet. Normalerweise läuft der Download zwischen dem Android Play Store und Ihrem Gerät, ohne, dass Sie die Dateien in die Hand bekommen. Diese APKs sind oft nicht signiert und unterliegen keiner Prüfung durch Google oder eine andere Instanz. Solche Dateien sollten Sie nur in absoluten Ausnahmefällen verwenden. Dann, wenn Sie den Entwickler kenne und der Ihnen beispielsweise zur Fehlereingrenzung eine solche Datei zur Verfügung stellt.

Prüfen Sie, ob auf Ihrem Android-Smartphone Einstellungen > Biometrische Daten und Sicherheit > Unbekannte Herkunft aktiviert ist (die Option kann von Gerät zu Gerät und Android-Version zu Android-Version anders heißen). Diesen Schalter sollten Sie grundsätzlich deaktiviert lassen und nur dann aktivieren, wenn es wie oben beschrieben im Ausnahmefall nötig sein sollte.

Jailbreaks und Custom ROMs

Unter iOS und iPadOS haben Sie schon per se mehr Sicherheit, denn Apple hat das System sehr stark gekapselt. Damit kommen (Schad-) Apps gar nicht an die Systemdaten und können kaum Schaden anrichten. Hinzu kommt, dass jede App, die im Apple AppStore verfügbar ist, einem umfangreichen Test unterzogen wird, bevor sie zum Download verfügbar gemacht wird.

Auch hier gilt allerdings: Keine Regel ohne Ausnahme. Der so genannte Jailbreak (die Befreiung des Telefons aus dem von Apple verordneten Gefängnis) wird von Händlern angeboten. Im Internet finden sich dazu sogar einige Anleitungen, wie Sie diesen selber durchführen können. Auch wenn Sie plötzlich auf alle Dateien zugreifen können, andere Programme nutzen können und vieles mehr: Lassen Sie es. Das Risiko, dass die Aufhebung des Schutzes vor Schädlingen zu einer Infektion führt, ist höher als dieser Nutzen. Dasselbe gilt übrigens auch die die so genannten Custom ROMs bei Android!