Google Privatsphäre 2026: KI macht alles komplizierter

von | 25.10.2021 | Android, Social Networks

Lachen Sie nicht: Auch wenn Google ohne Frage gefühlt der größte Konsument und Verwerter Ihrer Daten ist, Privatsphäre ist alleine schon auf Grund der Datenschutzgesetzgebung ein Muss. In der Folge bietet auch Google eine Vielzahl an Hilfestellungen rund um Ihre Privatsphäre an. Nutzen Sie diese!

Diese sind gebündelt im Privatsphäre Check, einer Unterseite Ihrer Kontoeinstellungen. Es empfiehlt sich, diese Seite regelmäßig aufzurufen und die Einstellungen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Google ändert regelmäßig den Leistungsumfang seiner Dienste. Damit werden auch Ihre Daten schnell anders verwendet oder neue Daten erhoben.

Wenn sie sich nicht auf die Empfehlungen von Google verlassen wollen, dann können Sie alle Einstellungen auch manuell vornehmen. Dazu melden Sie sich an Ihrem Google-Konto an und klicken dann auf Übersicht > Datenschutz und Personalisierung. Hier können Sie beispielsweise festlegen, wer Ihre persönlichen Daten sehen darf, welche Daten zu Ihrem Verhalten gespeichert werden und vieles mehr.

KI-Features und neue Datensammlung

Mit der zunehmenden KI-Integration hat Google seine Datensammlung nochmals ausgeweitet. Gemini, Googles KI-Assistent, ist mittlerweile tief in alle Google-Dienste integriert – von Gmail über Docs bis hin zur Suche. Das bedeutet: Google analysiert eure Texte, E-Mails und Dokumente, um die KI zu trainieren und personalisierte Antworten zu liefern.

Besonders kritisch: Die neuen „AI Overviews“ in der Google-Suche nutzen euer komplettes Suchverhalten für KI-Training. Unter Daten & Datenschutz > Aktivitätseinstellungen könnt ihr das Web- & App-Aktivitäten-Tracking einschränken oder ganz deaktivieren. Aber Vorsicht: Google warnt euch, dass dann die KI-Features weniger gut funktionieren.

Standortverfolgung wird präziser

Google hat seine Standortverfolgung massiv ausgebaut. Neben dem klassischen Standortverlauf gibt es jetzt „Timeline“ – eine detaillierte Aufzeichnung aller besuchten Orte mit Verweilzeiten und sogar genutzten Verkehrsmitteln. Unter Standort > Standortverlauf könnt ihr das komplett ausschalten oder nur für bestimmte Geräte deaktivieren.

Neu ist auch die automatische Löschung: Ihr könnt einstellen, dass Google Standortdaten automatisch nach 3, 18 oder 36 Monaten löscht. Das ist ein Kompromiss zwischen Komfort und Privatsphäre.

Werbeprofil unter der Lupe

Google erstellt aus euren Daten ein detailliertes Werbeprofil. Unter Daten & Datenschutz > Anzeigeneinstellungen seht ihr, was Google über euch „weiß“: Alter, Geschlecht, Interessen, sogar Kaufabsichten. Hier könnt ihr Kategorien löschen oder die personalisierte Werbung ganz abschalten.

Spannend: Google zeigt jetzt transparent, welche Drittanbieter-Websites eure Daten mit Google teilen. Eine endlose Liste, die zeigt, wie vernetzt das Tracking mittlerweile ist.

Android und Chrome: Datenschleudern par excellence

Wenn Sie übrigens ein Android-Telefon nutzen, dann können Sie all diese Einstellungen auch direkt in den Datenschutz-Einstellungen des Gerätes vornehmen. Am Ende machen die nichts anderes, als Sie auf eine mobilfreundliche Version der Google-Webseite zu leiten. Die Einstellungen, die Sie dort vornehmen, sind übergreifend gültig.

Besonders bei Android solltet ihr die „digitale Wellness“-Einstellungen checken. Google sammelt detailliert, welche Apps ihr wie lange nutzt, wann ihr das Handy entsperrt und sogar eure Schlafgewohnheiten. Das alles lässt sich unter Einstellungen > Google > Alle Dienste einschränken.

Chrome-Nutzer aufgepasst: Der Browser sendet standardmäßig alle besuchten URLs an Google – angeblich für „Sicherheitschecks“. Unter chrome://settings/privacy könnt ihr das abschalten.

Neue Tools für mehr Kontrolle

Google hat durchaus auch benutzerfreundliche Features eingeführt: Der „Meine Aktivitäten“-Bereich zeigt chronologisch alle gespeicherten Daten. Hier könnt ihr gezielt einzelne Suchanfragen, YouTube-Videos oder Standortdaten löschen.

Praktisch: Die Auto-Delete-Funktion löscht automatisch Web-Aktivitäten nach 3, 18 oder 36 Monaten. Für die meisten Nutzer ein guter Kompromiss.

Das Kleingedruckte: Was Google verschweigt

Google ist transparenter geworden, aber längst nicht vollständig ehrlich. Viele Datensammlungen laufen weiter, auch wenn ihr sie „deaktiviert“ habt – nur halt anonymisiert oder für „technische Zwecke“. Echte Privatsphäre gibt es nur durch Alternativen: DuckDuckGo statt Google-Suche, Firefox statt Chrome, Signal statt Gmail.

Wie immer gilt: Datenschutz kostet Zeit und Aufwand, rechnet sich am Ende aber! Die regelmäßige Kontrolle eurer Google-Privatsphäre sollte zur digitalen Hygiene gehören – mindestens alle drei Monate einen Blick darauf werfen.

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026