THinfluencer: Krankhafte Körperbilder auf Instagram

Thinstagram: Wie Instagram Magersucht und krankhafte Körperbilder verherrlicht

Abgemagerte Körper, hervorstehende Rippen, 35 Kilo: Forscher werfen Instagram vor, Jugendliche unzureichend vor Inhalten zu schützen, die Essstörungen verharmlosen oder verherrlichen.

Wer strebt schon ein Körpergewicht von 35kg an und findet hervorstehende Rippen schön?

Es sind vor allem Menschen mit ausgeprägten Essstörungen. Meist junge Mädchen oder Frauen, die sich gegen jede Vernunft krank hungern. Frauen, die unter Anorexie leiden.

Auf Instagram sind viele von diesen Frauen zu sehen. Sie präsentieren sich – und motivieren sich häufig gegenseitig, noch weiter abzunehmen. In Insiderkreisen werden solche Frauen „Thinfluencer“ genannt. Influencerinnen, die immer noch dünner werden wollen. Auf diese Weise entsteht eine gefährliche Sogwirkung: Jede einzelne sieht, was andere „erreichen“ und versuchen, noch dünner zu werden.

Anorexie ist ein ernsthaftes Krankheitsbild

Ein Feldversuch: unheilvolle Spirale

Forscher des Projekts Resets (die ein Gegengewicht zu den großen Onlineriesen sein wollen) haben sich genau angeschaut, wie solche Mechanismen auf Instagram funktionieren. Ein gut dokumentierter Feldversuch. Die Forscher haben ein neues Instagram-Profil eröffnet und dort sechs (erschreckende) Fotos eines abgemagert Mädchens gepostet (die wir an dieser Stelle weder zeigen, noch verlinken wollen). Das hat schon gereicht, um innerhalb kürzester Zeit 900 Follower zu gewinnen.

Die User des Fake-Accounts haben vor allem Fotos anderer abgemagerter Mädchen präsentiert bekommen. Wer einigen wenigen Konten der Thinfluencer-Szene folgt, bekommt vom Algorithmus Aufnahmen aus dieser Blase angezeigt Schlimmer noch: Selbst Werbung für Diäten erscheinen. Mädchen, die eigentlich dringend medizinische und psychologische Hilfe brauchen, werden angestachelt, weiter abzunehmen. Sie bekommen anorektischer Körper gezeigt – und Diät-Pillen.

Das Netzwerk hilft den Betroffenen also nicht, sondern macht die Sache noch viel schlimmer.

Instagram fördert Essstörungen

Instagram unternimmt nicht genug

„Wir entfernen Inhalte, die Essstörungen verherrlichen oder Anregungen dazu geben“, behauptet der Konzern im Hilfebereich. Aber dass das nicht stimmt, davon kann sich jede/r selbst überzeugen, der oder die „Thin“ als Suchbegriff eingibt. Instagram gibt sich nicht genug Mühe, Fotos, Videos und Konten zu sperren, die eindeutig Anorexie begünstigen.

Doch Instagram blockt nicht nur nicht, sondern verbreitet die Inhalte sogar aktiv. Das zeigt das ungeheure Wachstum des Test-Accounts. „Was wir brauchen, sind Gesetze, die nicht nur sicherstellen, dass Sicherheitsmaßnahmen für Kinder vorhanden sind, sondern auch, dass sie tatsächlich funktionieren“, fordern die Forscher von Reset – und haben damit völlig Recht.

Das ist mit den „toxischen Körperbildern“ gemeint, die Whistleblowerin Frances Haugen bei den Anhörungen beklagt hat. Das Schlimme ist – und das belegen die geleakten Dokumente: Das Management von Facebook und Instagram weiß um die dramatische Situation. Unternimmt aber trotzdem nichts. Umsatz ist wichtiger.

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So funktionieren die Mechanismen von Thinstagram

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