Ende für den Internet Explorer: Was jetzt zu tun ist

Windows 11 PC mit Edge

Microsoft hat jeden Support für den Internet Explorer eingestellt. Damit ist der IE ein Sicherheitsrisiko. Wer immer noch mit Internet Explorer surft, sollte spätestens jetzt zu einem anderen Browser wechseln.

Es gibt ihn seit 1995 – und jetzt geht er in Rente. Die Rede ist vom Internet Explorer. Der Browser von Microsoft, der seit 1995 zu Windows dazu gehört. Unzählige Menschen sind damit online gegangen, haben im Web gesurft und vielleicht auch ihre ersten Gehversuche im Web unternommen.

Neben diesen ganz persönlichen Erfahrungen hat der Internet Explorer auch für Hersteller Microsoft immer eine große Rolle gespielt: Es gab Höhen und Tiefen. Und jetzt wird das Kapitel geschlossen, denn Microsoft hat sich endgültig vom Internet Explorer verabschiedet.

Der Internet Explorer IE geht in Rente

Der Internet Explorer IE geht in Rente

Warum stellt Microsoft denn einen lange Zeit so populären Browser wie den Internet Explorer ein?

Der Internet Explorer hat eine lange Geschichte und Entwicklung hinter sich: 27 Jahre sind eine lange Zeit. Um kompatibel zu alten Versionen zu bleiben, was Bedienung und Technologie anbelangt, müssen die Entwickler mitunter Dinge „mitschleppen“, die eigentlich nicht mehr zeitgemäß sind. Aus diesem Grund hat Microsoft schon vor einigen Jahren, mit Windows 10, den neuen Browser „Edge“ vorgestellt: Von Grund auf neu entwickelt, ganz neu aufgesetzt.

Zwar bietet auch Edge einen IE-Modus, um Liebhabern des Internet Explorer eine Benutzeroberfläche wie früher zu bieten. Aber im Kern ist Edge neu entwickelt – und damit moderner, neuer und auch sicherer. Damit ist der Internet Explorer auch irgendwann überflüssig. Kein Unternehmen braucht zwei Browser. Microsoft hat den Menschen eine Übergangszeit gelassen – und sagt jetzt: Leute, steigt bitte endgültig um. Die Marktanteile beim Internet Explorer sind auch mittlerweile verschwindend gering. Nur noch wenige User surfen damit im Netz.

 

Microsoft hat den Support für den Internet Explorer jetzt also offiziell eingestellt. Was bedeutet das für Menschen, die den Browser immer noch verwenden?

Der Browser funktioniert auch weiterhin – es ist nicht so, dass er ab sofort den Dienst einstellt und nicht mehr benutzt werden kann. Es ist allerdings davon abzuraten, den Internet Explorer weiterzubenutzen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Da Microsoft den offiziellen Support am 15.06.2022 eingestellt hat, bedeutet das, dass es keine Updates mehr gibt – selbst dann nicht, wen erhebliche Sicherheitsrisiken und Datenlecks entdeckt werden.

Der Browser wird damit mit der Zeit ein zunehmendes Risiko für jeden, der mit dem Internet Explorer weiter surft. Es ist daher dringend angeraten, möglichst sofort auf einen anderen Browser zu wechseln, sei es Microsoft Edge oder Firefox, Chrome oder Safari.

Breite Auswahl an Browsern

Breite Auswahl an Browsern

Wie genau muss man einen solchen Umstieg vornehmen: Einfach neuen Browser laden und fertig? Was ist mit meinen Lesezeichen, meinen Erweiterungen etc.?

Wer von einem Browser zu einem anderen Browser wechseln möchte, muss beim „alten“ Browser seine Favoriten/Lesezeichen exportieren. Es gibt dafür eine spezielle Funktion in den Menüs: Damit lassen sich alle Lesezeichen in einer Datei speichern. Wenn man das gesamt hat, zum neuen Browser wechseln – ob nun Edge, Safari, Chrome oder was auch immer ist egal – und dort nach einer „Importieren“-Funktion Ausschau halten.

Damit lassen sich die zuvor exportieren Lesezeichen als neue Favoriten importieren. Vielleicht ist noch ein bisschen Feinarbeit nötig, damit alles genauso schön aussieht wie vorher, vor allem was die eigenen Leisten anbelangt. Aber damit ist relativ schnell ein „Umzug“ möglich. Wer auch kleine Programme (Erweiterungen) nutzt, muss sehen, ob die auch für den neuen Browser angeboten werden.

Meistens ist das so – dann diese Erweiterungen laden/installieren und einrichten. Auch das ist meistens nicht besonders aufwändig. Die modernen Browser bieten einen Bereich, da kann man wie in einem Shop auswählen, welche Erweiterungen man installieren möchte.

Der Browser hat auch eine Geschichte – und war schon immer auch der Kritik ausgesetzt. Warum eigentlich?

Microsoft hat 1995 damit begonnen, das Internet bei Windows 95 „mitzudenken“. Relativ spät, denn andere Programme wie Mozaic waren schon am Markt – und erfolgreich. Dann hat Microsoft seinen Browser Internet Explorer mit aller Macht in den Markt gedrückt: Jeder Windows-Rechner war serienmäßig damit ausgestattet.

Andere Browser hatten kaum eine realistische Chance. Das hat dem Internet Explorer in der Hochphase über 90% Marktanteil eingebracht – aber auch kartellrechtliche Probleme. Am Ende musste Microsoft Milliardenstrafen zahlen (wegen Missbrauch der Marktmacht) und andere Browser parallel anbieten. Und weil der Internet Explorer so weit verbreitet war, war er auch beliebtes Ziel von Angreifern.

Viele Sicherheitslücken damals haben Microsoft ein schlechtes Image eingebracht. So gesehen war der Internet Explorer auch lange Zeit eng mit Microsoft selbst verbunden. Und dieses Kapitel wird jetzt eben zugeschlagen.