Elon Musk

Das Phänomen Elon Musk: Was will er eigentlich erreichen?

Elon Musk ist ein Phänomen: Auf der einen Seite unerschrockener Macher – dafür bewundern ihn viele! -, auf der anderen Seite ein reicher Clown, der Grenzen auslotet. Das macht ihn unberechenbar – und das ist alles andere als gut.

Elon Musk: Er ist der reichste Mann der Welt derzeit – und er führt und besitzt mehrere Unternehmen. Tesla zum Beispiel, aber auch SpaceX, das in den Weltraum will. Er will aber auch einen Tunnel um Los Angeles bauen, Hyperloop, damit Elektroautos auf Schienen fahren. Und dann will er Twitter kaufen – und wieder nicht. Und dann doch wieder… Mit seiner Geschäftspolitik schafft er es immer wieder zumindest in die Wirtschaftspresse. Was ist er eigentlich: ein ernsthafter Geschäftsmann oder nur ein Milliardär, der macht, was er will?

Schon vor Monaten hatte Elon Musk – immerhin der reichste Mensch der Welt – verkündet, er wolle Twitter kaufen. Für unglaubliche 44 Mrd Dollar. Deutlich mehr, als das Unternehmen an der Börse wert war. Doch danach gab es Streit darüber, wie viele Fake-Accounts es bei Twitter wohl gibt. Also Accounts, die gar nicht von echten Menschen, sondern von „Bots“ betrieben werden, etwa, um Propaganda zu machen.

Musk behauptet mehr als 5%, Twitter sagt, weniger. Danach war er von Kauf zurückgetreten. Doch der Twitter-Vorstand pocht auf Einhaltung des Vertrags. Offensichtlich könnte Musk vor Gericht verlieren, so die Einschätzung vieler Beobachter. Und so einer wie Musk will nicht verlieren. Also behauptet er nun, doch Twitter kaufen zu wollen – zum vereinbarten Preis. Im Augenblick sieht jedenfalls alles danach aus.

Elon Musk will vermutlich den Preis drücken
Elon Musk will Twitter kaufen – und dann auch wieder nicht…

Elon Musk und Twitter

Aber was hat ein Mann wie Musk mit einer Plattform wie Twitter vor?

Da lässt sich natürlich nur spekulieren. Fest steht: Von allen großen Social Media Plattformen entwickelt sich Twitter am langsamsten, man könnte auch sagen: Gar nicht! So jemand wie Musk könnte da schon frischen Wind reinbringen. Er sprudelt ja vor Ideen, da ist eine Menge denkbar. Offiziell sagt Musk, er wolle Twitter wieder zu einer Plattform machen, wo alles gesagt werden darf – ohne Wenn und Aber.

Aber das hat jmd. wie Musk nicht allein zu entscheiden. Es gibt ja Gesetze und Regeln, vor allem hier in Europa. Mittlerweile erwarten viele, dass Musk Twitter ausbauen möchte zu einer Art WeChat. WeChat ist in China die Wir-machen-alles-damit-App. Man kann chatten, posten, Nachrichten austauschen, aber auch Telefonieren, Video-Chatten oder Geld bezahlen oder empfangen.

Elon Musk hat ja auch Paypal gegründet, den Bezahldienst, also durchaus Erfahrungen mit solchen Dingen. Musk will Twitter vermutlich vergleichbar zu WeChat zu einer Universal-App machen. Das wäre gar kein schlechter Plan, denn als Social Media Plattform hat Twitter keine Chance gegen Facebook, Instagram, TikTok und Co.

Elon Musk macht das Unmögliche möglich

Elon Musk tanzt als Geschäftsmann ja auch vielen Hochzeiten. Er will Twitter kaufen, er führt den Autohersteller Tesla, aber auch den Weltraumkonzern SpaceX. Nach Fokussierung sieht das ja nicht aus!?

Elon Musk ist jemand, der versucht, das Unmögliche möglich zu machen. Genau dafür bewundern ihn viele: Er ist ein Macher, das kann wohl niemand bestreiten. Und oft ist er auch erfolgreich damit. Aber es geht ihm offensichtlich nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern darum, als potenter und begnadeter Entrepreneur dazustehen. Als jemand, der Dinge schafft, an denen andere scheitern.

Während jemand wie Bill Gates persönlich überaus zurückhaltend ist – und auch immer war -, ist Elon Musk einer, der auf die Pauke haut. Ein Selbstdarsteller. Manche sagen auch: ein Großmaul. Er startet auf Twitter zweifelhafte Umfragen, wie sich die Ukraine im Krieg verhalten soll. Er treibt die Kurse von Bitcoin oder DodgeCoin nach Belieben nach oben oder unten – und verdient ganz sicher auch daran. Elon Musk ist schon eine zwielichtige Gestalt und alles andere als der seriöse Geschäftsmann, wie man ihn früher kannte. Das macht ihn aber eben auch erfolgreich.

Globales Satelliten-Netzwerk versorgt aus dem All mit Internet
Globales Satelliten-Netzwerk Starlink versorgt aus dem All mit Internet

Mitmischen in der Politik

Vor einigen Tagen ließ Musk auf Twitter darüber abstimmen, wie der Krieg in der Ukraine beendet werden könnte – und wem welche Gebiete zugeschlagen werden sollen. Diese Umfrage wurde zigtausendfach geteilt. Es war aber geschmacklos und ein Zeichen völliger Selbstüberschätzung.

Einige Wochen zuvor hat er sich auf andere Weise eingemischt: Er hat Satelliten seines Netzwerks „Starlink“ für die Ukraine freigeschaltet und auch Hunderte von Empfängern ins Land geschickt, damit die Menschen in der Ukraine weiter über Starlink online gehen können.

Dafür wurde er gefeiert. Es ist schon bedenklich, dass sich jemand, der nicht gewählt und damit nicht legitimiert ist, derart stark überall einmischt – nur weil er Geld hat. Damit ist Musk freilich nicht allein. Andere Superreiche agieren diskreter und ziehen im Hintergrund die Fäden. Es zeigt aber auch, dass die Vorurteile stimmen: Die Superreichen mischen mit im Weltgeschehen. Elon Musk macht das gerne besonders öffentlichkeitswirksam. Warum, das kann wohl nur sein Therapeut beantworten.

 

 

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