Sicherheit bei Android-Apps bleibt ein heißes Thema. Auch 2026 schaffen es immer wieder Schad-Apps in den Google Play Store, die erst nach Wochen oder Monaten entdeckt werden. Das Problem: Viele Apps verlangen deutlich mehr Berechtigungen, als sie für ihre Funktion benötigen. Die gute Nachricht: Seit Android 6.0 könnt ihr App-Berechtigungen granular steuern – und das funktioniert auch in aktuellen Android-Versionen noch genauso.
App-Berechtigungen in modernen Android-Versionen verwalten
Die Grundfunktion ist seit Android 6.0 weitgehend unverändert geblieben, wurde aber deutlich ausgebaut. So geht’s:
- Öffnet die Einstellungen eures Android-Geräts.
- Tippt auf Apps (bei manchen Herstellern „Apps & Benachrichtigungen“ oder „Anwendungen“).
- Wählt aus der Liste die App aus, deren Berechtigungen ihr anpassen möchtet.
- Tippt auf Berechtigungen (früher „App-Berechtigungen“).
- Hier seht ihr alle Berechtigungen mit Ein-/Aus-Schaltern – einfach umschalten nach Bedarf.
Neue Berechtigungsarten in aktuellen Android-Versionen
Android hat das Berechtigungssystem kontinuierlich erweitert. Moderne Versionen bieten heute deutlich feinere Kontrolle:
- Standort: „Nur bei App-Nutzung“, „Immer erlauben“ oder „Verweigern“
- Mikrofon und Kamera: Temporäre Berechtigung nur für eine Sitzung
- Dateizugriff: Aufgeteilt in Fotos, Videos, Musik und Dokumente
- Sensible Benachrichtigungen: Kontrolle über Sperrbildschirm-Anzeige
- Hintergrund-App-Aktualisierung: Separate Kontrolle für Datenverbrauch
Besonders praktisch: Android zeigt euch neuerdings auch an, welche Apps kürzlich auf bestimmte Berechtigungen zugegriffen haben. Das findet ihr unter „Einstellungen > Datenschutz > Berechtigungsmanager“.
Welche Berechtigungen sind wirklich kritisch?
Nicht alle Berechtigungen sind gleich problematisch. Diese solltet ihr besonders kritisch prüfen:
Hochkritisch:
– Standortzugriff (besonders „Immer“)
– Kamera und Mikrofon
– SMS senden und lesen
– Kontakte lesen
– Anrufe tätigen
Bedenklich:
– Speicherzugriff auf Fotos
– Geräte-ID und Anrufinformationen
– WLAN-Verbindungsinfo
– Bildschirm über anderen Apps
Meist unkritisch:
– Vibrationssteuerung
– Netzwerkzugriff
– Ruhezustand deaktivieren
Praxis-Tipps für sicherere App-Nutzung
Eine Taschenlampen-App braucht definitiv keinen Zugriff auf eure Kontakte. Ein Spiel muss nicht euren Standort kennen. Als Faustregel gilt: Wenn ihr nicht sofort versteht, warum eine App eine bestimmte Berechtigung braucht, verweigert sie erstmal.
Viele Apps funktionieren auch mit eingeschränkten Berechtigungen noch gut. Probiert es aus – im Zweifelsfall könnt ihr Berechtigungen jederzeit wieder aktivieren.
Alternative: Berechtigungs-Übersicht nutzen
Statt App für App durchzugehen, könnt ihr auch den umgekehrten Weg wählen:
- Einstellungen > Datenschutz > Berechtigungsmanager
- Berechtigung auswählen (z.B. „Standort“)
- Alle Apps mit dieser Berechtigung auf einen Blick sehen
- Gezielt Apps ausschließen
Dieser Ansatz ist besonders effizient, wenn ihr beispielsweise allen Apps den Standortzugriff entziehen wollt.
App-Scanner und Security-Features
Moderne Android-Versionen bringen auch erweiterte Sicherheitsfeatures mit:
- Play Protect: Scannt automatisch installierte Apps
- Unbekannte Quellen: Warnung bei Sideload-Apps
- Berechtigungs-Historie: Zeigt vergangene Zugriffe
- Auto-Reset: Entzieht lange nicht genutzten Apps automatisch Berechtigungen
Fazit: Kontrolle ist machbar
App-Berechtigungen zu kontrollieren ist heute einfacher denn je. Nehmt euch einmal die Zeit, eure installierten Apps durchzugehen. Besonders bei Apps, die ihr selten nutzt oder die ihr nicht mehr richtig einschätzen könnt, solltet ihr großzügig Berechtigungen entziehen.
Das Schöne: Ihr müsst nicht paranoid werden. Android zeigt euch transparent, was passiert. Und wenn eine App wirklich eine Berechtigung braucht, merkt ihr es schnell – dann könnt ihr sie immer noch gewähren.
Zuletzt aktualisiert am 11.04.2026

