Die Macs und MacBooks mit Apple Silicon (M1, M2, M3 und M4-Prozessoren) machen in vielerlei Hinsicht einiges anders: Die ARM-basierten Chips sind im Vergleich zu den früher verwendeten Intel-Prozessoren deutlich leistungsfähiger und energieeffizienter, erfordern aber auch spezielle Anpassungen bei Apps und Betriebssystem. Das führt dazu, dass auch das Rücksetzen auf Werkseinstellungen bzw. die Neuinstallation von macOS komplett anders funktioniert.
Statt der von Intel-Macs bekannten Tastenkombination Befehl + R müsst ihr bei den Apple Silicon-Macs die Power-Taste beim Einschalten gedrückt halten. macOS zeigt euch unter dem Apple-Symbol dabei einen Hinweis an, dass ihr bei Gedrückthalten der Taste in die Startoptionen gelangt. Diese Methode funktioniert bei allen Apple Silicon-Modellen, vom ursprünglichen M1 bis hin zu den neuesten M4-Varianten.
Schritt-für-Schritt zur Neuinstallation
Nach dem Startvorgang seht ihr alle Partitionen eures MacBooks/Macs und rechts daneben ein Symbol Optionen. Klickt darauf. Vorher solltet ihr allerdings über das WLAN-Symbol am oberen Bildschirmrand eine Verbindung zum WLAN-Netz herstellen – die braucht ihr im nächsten Schritt zwingend.
Ihr könnt nun auswählen, ob ihr macOS neu installieren wollt oder über das Festplattendienstprogramm die SSD einmal komplett leeren wollt, um alle Daten zu vernichten. Bei letzterem ist Vorsicht geboten: Einige Anwender berichteten in der Vergangenheit von Problemen nach dem kompletten Löschen der SSD.
Aktuelle Situation bei macOS Sequoia und Sonoma
Die früher bei macOS Big Sur aufgetretenen Probleme mit der Fehlermeldung während der Neuinstallation sind seit macOS Monterey (2021) weitestgehend behoben. Mit den aktuellen Versionen macOS Sequoia (15.x) und dem noch unterstützten macOS Sonoma (14.x) verlaufen Neuinstallationen in der Regel problemlos.
Trotzdem empfiehlt es sich, vor einer kompletten Neuinstallation ein aktuelles Time Machine-Backup anzulegen. Das geht schnell und ihr habt eine Absicherung, falls doch etwas schiefgeht.
Unterschiede zwischen den Apple Silicon-Generationen
Während der grundsätzliche Ablauf bei allen Apple Silicon-Macs gleich ist, gibt es einige Unterschiede:
- M1-Macs (2020-2021): Unterstützen noch macOS Big Sur als älteste Version
- M2-Macs (2022-2023): Können minimal macOS Monterey installieren
- M3-Macs (2023-2024): Benötigen mindestens macOS Sonoma
- M4-Macs (2024-2025): Setzen macOS Sequoia als Mindestversion voraus
Wenn ihr eine ältere macOS-Version installieren möchtet, die nicht mit eurem Hardware-Modell kompatibel ist, bricht die Installation automatisch ab.
Recovery-Modi und erweiterte Optionen
Apple Silicon-Macs bieten verschiedene Recovery-Modi:
- Standard-Recovery: Power-Taste kurz gedrückt halten
- Erweiterte Optionen: Power-Taste länger gedrückt halten (bis zu 10 Sekunden)
- DFU-Modus: Für schwerwiegende Probleme, erfordert einen zweiten Mac
Im erweiterten Modus habt ihr Zugriff auf zusätzliche Tools wie das Terminal, Festplattendienstprogramm und erweiterte Netzwerkdiagnosen.
Häufige Stolpersteine vermeiden
Ein häufiger Fehler ist es, die Internetverbindung zu vergessen. Apple Silicon-Macs laden macOS-Installer direkt von Apples Servern. Ohne stabile Internetverbindung hängt die Installation fest oder bricht ab.
Achtet auch darauf, dass euer Mac während der Installation am Netzteil hängt. Obwohl die Apple Silicon-Chips sehr energieeffizient sind, kann eine leere Batterie mitten in der Installation zu Problemen führen.
Was nach der Neuinstallation zu beachten ist
Nach einer erfolgreichen Neuinstallation müsst ihr zunächst die Systemeinstellungen durchgehen. Bei Apple Silicon-Macs ist besonders wichtig:
- Rosetta 2 installieren, falls ihr Intel-Apps nutzt
- Gatekeeper-Einstellungen prüfen für Apps von unbekannten Entwicklern
- Time Machine wieder einrichten
- iCloud-Synchronisation aktivieren
Die Migration von einem alten Mac funktioniert mit dem Migrationsassistenten meist problemlos, egal ob von Intel- oder Apple Silicon-Macs.
Fazit
Die Neuinstallation von Apple Silicon-Macs ist deutlich zuverlässiger geworden als in den Anfangszeiten des M1. Die Power-Taste statt Cmd+R zu verwenden ist schnell gelernt, und die meisten Kinderkrankheiten sind ausgemerzt. Trotzdem solltet ihr immer ein Backup haben – Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026
