Die Bibliotheken sind so etwas wie das Versprechen eines immer aufgeräumten Schreibtisches. Im Idealfall findet ihr alle eure Dateien fein säuberlich eingeordnet in den richtigen Ordnern. Tatsächlich führt der Stress der täglichen Aufgaben schnell dazu, dass Dateien sich irgendwo befinden können. Wenn ihr aufräumen wollt, dann könnt ihr das über die Windows-Suche machen – die ist inzwischen deutlich mächtiger geworden.
Klassische Windows-Suche im Explorer
Startet den Windows Explorer und klickt links in der Ordneransicht das Laufwerk an, auf dem ihr nach Fotos oder Videos suchen wollt. Klickt dann oben rechts im Explorer-Fenster auf das Suchfeld. Gebt nun einen beliebigen Suchbegriff ein, beispielsweise *.jpg, um alle JPG-Dateien (und damit einen Großteil der Bilder) zu finden.
Wenn ihr das gemacht habt, dann seht ihr im Explorer einen neuen Menüpunkt Suchen. Hier klickt ihr als Erstes Alle Unterordner an, damit Windows nicht nur im aktuellen, sondern auch in allen darin befindlichen Ordnern sucht. Klickt dann auf Art, und wählt je nach Situation Bild oder Video an.
Der Vorteil: Windows sucht jetzt nicht nur nach einem bestimmten Dateityp wie JPG, sondern nach allen Dateien, die es als Bild beziehungsweise Video erkennt. Das sind in der Regel eine Vielzahl verschiedener Dateitypen wie HEIC (iPhone-Fotos), WebP, AVIF oder moderne Videoformate wie AV1.
PowerToys für Profis
Wer regelmäßig nach Dateien sucht, sollte sich PowerToys ansehen – Microsofts kostenlose Tool-Sammlung. Das PowerToys Run Feature (Shortcut: Alt + Leertaste) macht die Dateisuche deutlich schneller. Einfach den Namen oder Dateityp eingeben, und PowerToys zeigt sofort Ergebnisse an – ohne erst den Explorer öffnen zu müssen.
Besonders praktisch: PowerToys erkennt auch Inhalte von Bildern dank KI-Integration. Sucht ihr nach „Katze“, findet es auch Fotos mit Katzen darauf, selbst wenn der Dateiname nichts davon verrät.
Windows 11 Search Highlights
Windows 11 bringt erweiterte Such-Features mit. Die neue Suche im Startmenü kann auch den Inhalt von PDFs, Office-Dokumenten und sogar Text in Bildern durchsuchen (OCR). Das funktioniert auch bei Screenshots – praktisch, wenn ihr nach einem bestimmten Fenster oder Dialog sucht, den ihr mal abfotografiert habt.
Dateien nach Eigenschaften filtern
Profi-Tipp: Nutzt die erweiterten Filteroptionen. Im Explorer-Suchfeld könnt ihr gezielt nach Eigenschaften suchen:
- aufgenommen: für Fotos nach Aufnahmedatum
- größe: für Dateien nach Größe (z.B. „größe:>10MB“)
- typ: für spezifische Dateitypen
- geändert: für das letzte Änderungsdatum
Besonders bei der Foto-Suche ist das Aufnahmedatum gold wert. „aufgenommen:2025“ zeigt alle Fotos aus 2025 an, „aufgenommen:letzte Woche“ alle aktuellen Schnappschüsse.
KI-basierte Bildersuche
Windows 11 22H2 und neuer bringt KI-Features für die Bildersuche mit. Das System analysiert eure Fotos automatisch und erkennt Objekte, Personen und sogar Aktivitäten. Sucht nach „Strand“, „Auto“ oder „Geburtstag“ – Windows findet passende Bilder, auch ohne entsprechende Dateinamen.
Diese Funktion läuft lokal auf eurem PC und sendet keine Daten an Microsoft. Allerdings müsst ihr sie erst in den Datenschutz-Einstellungen aktivieren.
Cloud-Integration nutzen
Viele eurer Fotos und Videos liegen inzwischen in OneDrive, Google Photos oder iCloud. Die Windows-Suche durchsucht auch OneDrive-Dateien, wenn sie lokal synchronisiert sind. Bei reinen Cloud-Dateien müsst ihr die jeweilige App oder den Browser verwenden.
Google Photos hat eine besonders starke KI-Suche entwickelt. Ihr könnt dort nach Personen, Orten, Objekten oder sogar nach Farben suchen. „Blaues Auto“ oder „Sonnenuntergang“ funktionieren zuverlässig.
Aufräumen aber richtig
Bevor ihr jetzt alle gefundenen Dateien in die Foto- bzw. Video-Bibliothek kopiert: Geht die Ergebnisse in Ruhe durch. Beim Verschieben eigener Dateien ist das eine gute Idee. Gegebenenfalls sind bei der Suche aber auch Dateien gefunden worden, die zu Windows oder Apps gehören. Die müssen an ihrem ursprünglichen Platz bleiben!
Ein Tipp: Erstellt erstmal einen neuen Ordner „Gefundene Medien“ und kopiert (nicht verschiebt) alle relevanten Dateien dorthin. Dann könnt ihr in Ruhe sortieren, ohne Angst haben zu müssen, wichtige System-Dateien zu beschädigen.
Alternative Tools
Für Power-User gibt es spezialisierte Such-Tools wie Everything oder Agent Ransack, die deutlich schneller als die Windows-Suche arbeiten. Everything indexiert eure gesamte Festplatte und zeigt Suchergebnisse in Echtzeit an – perfekt für große Datenmengen oder wenn ihr regelmäßig nach verschiedenen Dateitypen sucht.
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026
