Online-Marketing Basics im e-Commerce: 6 Tipps für 2026

von | 30.06.2022 | Digital

Wer ein Unternehmen führt – egal wie groß oder klein -, muss auch online präsent sein. Je nach Ausrichtung des eigenen Business ist eine Webseite, ein Online-Shop und/oder Social Media Auftritte notwendig. Weil wir so oft gefragt werden, was es braucht: Hier ein grober Überblick.

Ohne eine solide Präsenz im Internet können neu gegründete Unternehmen heutzutage wohl kaum überleben. Das gilt vor allem für E-Commerce Unternehmen. Immerhin läuft fast das komplette Business im Netz ab.

Aus diesem Grund möchten wir euch an dieser Stelle ein paar einfache Tipps für den Anfang geben. So schafft ihr euch eine gute Basis im Online-Marketing – von der Website, über E-Mail Marketing bis hin zu den Sozialen Medien – Wir haben die aus unserer Sicht wesentlichen Schritte und Punkte für euch zusammengefasst.

Deshalb ist das Online-Marketing im E-Commerce so wichtig

Das eigene Online-Business ist frisch gegründet, doch die Umsatzzahlen bleiben bislang aus. Kein Wunder, wenn niemand von eurem Unternehmen etwas weiß. Damit ihr in der breiten Bevölkerung bekannter werdet, müsst ihr Werbung machen.

Da ihr mit einem E-Commerce Unternehmen ohnehin ausschließlich Menschen ansprechen möchtet, die im Internet unterwegs sind, ist Online-Marketing euer wohl wichtigstes Tool, um bekannter zu werden und eure Umsätze sowie Gewinne zu steigern.

Dabei ist die Basis eure Website, die ihr als Online-Shop und Verkaufsplattform zwingend benötigt. Daneben könnt ihr noch weitere Marketing-Maßnahmen in Anspruch nehmen, um eure Reichweite und Sichtbarkeit zu steigern.

Im Gegensatz zu klassischen Werbekampagnen, wie etwa im Printbereich oder Funk und Fernsehen, sind Werbekampagnen im Netz häufig günstiger und zielgerichteter. So könnt ihr selbst mit kleinem Geld bereits große Erfolge verbuchen.

Online Shopping

1. Website ist das Aushängeschild

Die eigene Website bildet für E-Commerce Unternehmen nicht nur das Verkaufszentrum, sondern ist gleichzeitig das Herz all eurer Aktivitäten im Online Marketing. Ihr gestaltet die Inhalte sowie die Optik ganz nach euren Wünschen. Dabei ist es jedoch enorm wichtig, dass die Website leicht zu bedienen ist und alle relevanten SEO-Standards erfüllt.

2026 ist die Ladegeschwindigkeit noch wichtiger geworden – Google’s Core Web Vitals sind entscheidend für das Ranking. Eure Website muss binnen zwei Sekunden laden, sonst springen die Nutzer ab. Responsive Design ist nicht mehr optional, sondern Pflicht – immerhin kommen über 70% des E-Commerce-Traffics von mobilen Geräten.

Die Struktur der Seite muss übersichtlich sein. Das Design sollte eure Zielgruppe direkt ansprechen. Orientiert euch dabei voll an eurer vorher festgelegten Corporate Identity, also der Identität eurer Marke.

Inhalte bereitet ihr optisch ansprechend auf, um die Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange auf eurer Website verweilen zu lassen. Chatbots und KI-gestützte Produktempfehlungen sind mittlerweile Standard – sie steigern die Conversion Rate um durchschnittlich 25%. Wenn ihr gern etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchtet, könnt ihr euch hierfür auch Hilfe von Profis nehmen, um einen professionellen Auftritt im Netz zu ermöglichen.

2. Verkäufe steigern mit E-Mail Marketing

Wenn ihr die Nutzerinnen und Nutzer mit eurer Website überzeugen konntet, könnt ihr mit gezieltem E-Mail Marketing noch einen Schritt weitergehen. Beim E-Commerce E-Mail Marketing handelt es sich um eine Strategie, E-Mails zu nutzen, um Verkäufe für euren Online-Shop zu generieren.

Modernes E-Mail Marketing funktioniert 2026 vor allem über Automatisierung und Personalisierung. KI-Tools analysieren das Verhalten eurer Kunden und versenden automatisch passende Inhalte zur optimalen Zeit. Der ROI von E-Mail Marketing liegt bei satten 36 Euro pro investiertem Euro – keine andere Marketingstrategie ist so effektiv.

Segmentierung ist das A und O: Erstbesucher bekommen andere Mails als Stammkunden. Warenkorbabbrecher erhalten personalisierte Erinnerungen mit zeitlich begrenzten Rabatten. Beliebte Arten von Kampagnen sind dabei E-Mails mit

  • neuen Angeboten und Produktlinien,
  • KI-generierten Produktempfehlungen basierend auf dem Kaufverhalten,
  • zeitlich begrenzte Flash-Sales und exklusive Vorab-Zugänge,
  • automatisierte Warenkorbabbruch-Serien mit steigenden Rabatten,
  • Post-Purchase Follow-ups mit Cross-Selling Angeboten.

Interaktive E-Mails mit integrierten Videos, Umfragen oder Produktkonfiguratoren erzielen deutlich höhere Engagement-Raten. Tools wie Klaviyo, Mailchimp oder das deutsche CleverReach bieten fertige E-Commerce Templates.

User removing spam in the inbox and checking mails using an e-mail reader, collage and paper cut composition

3. Social Media richtig nutzen

Ohne die Sozialen Medien kann eine gute Online-Marketing Kampagne heutzutage ebenfalls nicht funktionieren. Viel zu groß ist der Einfluss, den TikTok, Instagram, YouTube und LinkedIn heutzutage auf eure Kundschaft haben.

2026 dominiert TikTok Shop den Social Commerce – besonders bei der Gen Z. Instagram Shopping und YouTube Shorts sind für E-Commerce unverzichtbar geworden. Live-Shopping Events erzielen Conversion Rates von bis zu 30% – deutlich höher als klassische Posts.

Influencer Marketing hat sich professionalisiert: Micro-Influencer (1.000-100.000 Follower) liefern oft bessere Ergebnisse als Mega-Stars. Authentizität schlägt Reichweite. User-Generated Content ist Gold wert – Kunden, die selbst Content über eure Produkte erstellen, sind die besten Botschafter.

Pflegt eure Social Media Profile und passt deren Optik, Sprache und Inhalte allgemein an eure Corporate Identity an. Nutzt zudem die vielseitigen und vor allem günstigen und zielgerichteten Marketing-Funktionen der jeweiligen Social Media Dienste.

Allerdings haben die Sozialen Medien nicht nur für den B2C-Bereich eine große Bedeutung, auch im B2B-Bereich lassen sie sich geschickt nutzen. LinkedIn, Twitter oder YouTube können zur Verbreitung von Content und der Erhöhung der Reichweite dienen.

4. Reichweite über Suchmaschinen

Nicht nur über die Sozialen Medien erreicht ihr die Menschen, sondern vor allem über die Suchmaschinen, insbesondere Google. Prinzipiell solltet ihr alle Inhalte für diese Suchmaschine optimieren, weil sie einfach die am häufigsten genutzte ist.

2026 ist SEO komplexer geworden: Google’s KI-Update bevorzugt hilfreiche, nutzerorientierte Inhalte. E-A-T (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) ist wichtiger denn je. Strukturierte Daten, Schema Markup und Featured Snippets sind entscheidend für die Sichtbarkeit.

Local SEO wird auch für Online-Shops wichtiger – „in meiner Nähe“ Suchanfragen sind explodiert. Google Shopping und Google Merchant Center sind Pflicht für E-Commerce. Product Rich Results können eure Click-Through-Rate verdoppeln.

Google Ads haben sich weiterentwickelt: Performance Max Kampagnen nutzen Machine Learning, um automatisch die besten Placements zu finden. Smart Bidding optimiert eure Gebote in Echtzeit. Video-Ads auf YouTube Shopping zeigen Produkte direkt im Stream.

Dabei möchtet ihr, dass eure Website und eure sozialen Medien möglichst weit oben angezeigt werden, wenn Nutzerinnen und Nutzer nach Keywords suchen, die für euren Online-Shop relevant sind.

5. Was ist der USP?

Hierbei handelt es sich um den „Unique Selling Point“ oder auf Deutsch: Alleinstellungsmerkmal. Der ganze Online-Auftritt, aber auch Sprache, Design, Zielgruppe und Co. sollten sich um euer Alleinstellungsmerkmal drehen. Hebt es hervor, um euch von den vielen Konkurrenzunternehmen im E-Commerce abzuheben.

2026 reichen Preis und Produktqualität nicht mehr aus. Nachhaltigkeit, schnelle Lieferung, exzellenter Kundenservice oder innovative Technologie können euer USP sein. Viele erfolgreiche Online-Shops punkten mit Same-Day-Delivery, CO2-neutralem Versand oder personalisierten Produkten.

Storytelling wird immer wichtiger: Warum gibt es euer Unternehmen? Welche Mission verfolgt ihr? Kunden kaufen nicht nur Produkte, sondern Werte und Emotionen.

6. Neue Trends: KI und Automatisierung

Künstliche Intelligenz revolutioniert das E-Commerce Marketing. Chatbots beantworten 80% der Kundenanfragen automatisch. Predictive Analytics sagt voraus, welche Produkte eure Kunden als nächstes kaufen werden.

Dynamic Pricing passt Preise automatisch an Nachfrage, Konkurrenz und Lagerbestand an. Visual Search ermöglicht Produktsuche per Foto. Voice Commerce wächst rasant – optimiert eure Inhalte für Sprachsuche.

Marketing Automation orchestriert komplexe Customer Journeys: Von der ersten Website-Interaktion bis zum Wiederkauf läuft alles automatisiert. Das spart Zeit und erhöht die Conversion Rate.

Fazit

Online-Marketing sollte ein essenzieller Bestandteil eurer Arbeit sein, wenn ihr ein E-Commerce Unternehmen führt. Nur so generiert ihr eine optimale Reichweite, um einen neuen Kundenstamm aufzubauen und Bestandskundinnen und -kunden zu halten.

2026 ist das Umfeld komplexer aber auch chancenreicher geworden. KI-Tools demokratisieren professionelles Marketing – auch kleine Shops können mit den Großen mithalten. Der Schlüssel liegt in der intelligenten Kombination verschiedener Kanäle und der konsequenten Fokussierung auf eure Zielgruppe.

Startet mit den Basics – Website, E-Mail Marketing, Social Media – und baut dann systematisch aus. Testet, messt, optimiert. Online-Marketing ist ein Marathon, kein Sprint.

Bild: unsplash.com, © Austin Distel

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026