Grundsteuer-Erklärung: Mit Software geht’s leichter

von | 01.09.2022 | Software

Die Grundsteuerreform ist seit 2025 in Kraft – doch die Lehren aus der damaligen Erklärungswelle sind heute relevanter denn je. Für Nachveranlagungen, Änderungen und neue Bewertungen bleibt Software die bessere Alternative zu Elster.

Die große Grundsteuer-Erklärungswelle von 2022 ist Geschichte, die Reform gilt seit 2025. Doch das Thema ist keineswegs erledigt: Millionen Eigentümer müssen auch heute noch regelmäßig Grundsteuererklärungen abgeben – bei Änderungen am Objekt, Neubewertungen oder wenn das Finanzamt nachfragt. Und die Probleme von damals bestehen größtenteils weiter.

Elster bleibt kompliziert

Das offizielle Steuerportal Elster ist auch 2026 nicht gerade ein Paradebeispiel für nutzerfreundliche Behördensoftware. Zwar wurden die Server mittlerweile aufgerüstet und Überlastungen kommen seltener vor, doch die Bedienung bleibt umständlich. Nach wie vor müssen Bürger ein Konto einrichten, Zertifikate verwalten und sich durch unübersichtliche Online-Formulare kämpfen.

Besonders ärgerlich: Viele der Hilfetexte sind in Behördendeutsch verfasst und für Laien schwer verständlich. Die Benutzerführung ist alles andere als intuitiv, und bei Fehlern gibt es meist nur kryptische Meldungen.

Elster ist alles andere als komfortabel

Elster ist leider alles andere als komfortabel

Immerhin: Private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, Eigentumswohnungen und unbebauten Grundstücken können ihre Grundsteuererklärung weiterhin in vereinfachter Form über das Portal grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de abgeben – allerdings nur in den Bundesländern, die das unterstützen.

Hier könnt Ihr Elster erreichen – und ein neues Konto einrichten.

Software-Lösungen haben sich bewährt

Die gute Nachricht: Die Software-Landschaft für Grundsteuererklärungen hat sich seit 2022 deutlich verbessert. Anbieter wie Buhl Data mit „Wiso Grundsteuer“, Wolters Kluwer, Smartsteuer und andere haben ihre Lösungen kontinuierlich weiterentwickelt.

Viele Programme sind heute vollständig cloud-basiert und laufen in jedem modernen Browser – egal ob Windows, Mac, Linux oder sogar auf dem Tablet. Die Installation lokaler Software ist meist nicht mehr nötig. Das macht die Nutzung deutlich flexibler.

Besonders praktisch: Einige Anbieter haben ihre Grundsteuer-Tools in ihre regulären Steuerprogramme integriert. Wer ohnehin jährlich seine Einkommensteuererklärung mit einer bestimmten Software macht, kann oft die Grundsteuer-Funktion kostengünstiger dazubuchen.

Wiso Grundsteuer: Easy im Umgang - und alle Daten werden ohne Elster übertragen

Wiso Grundsteuer: Easy im Umgang – und alle Daten werden ohne Elster übertragen

Diese Daten braucht ihr weiterhin

Online-Lösungen wie Wiso machen die Dateneingabe zwar einfacher, die Informationen müssen trotzdem beschafft werden. Die Grundausstattung bleibt unverändert:

  • Steuernummer des Grundstücks
  • Adresse des Grundstücks
  • Grundbuchblattnummer
  • Flurstücknummer

Für Wohngebäude kommen weitere Angaben dazu:

  • Grundstücksart
  • Grundstücksfläche
  • Baujahr (bei Modernisierung auch Sanierungsjahr)
  • Wohnfläche
  • Bodenrichtwert
  • bei Wohnungseigentum den Miteigentumsanteil
  • sowie Anzahl der Garagen-/Tiefgaragenstellplätze

Neu seit 2025: Bei energetischen Sanierungen können zusätzliche Angaben zur Energieeffizienz verlangt werden. Hier lohnt sich ein Blick in die aktuellen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes.

Es gibt auch noch andere gute Lösungen

Es gibt auch noch andere gute Lösungen

KI macht Dateneingabe smarter

Ein echter Fortschritt: Moderne Software-Lösungen nutzen mittlerweile KI-Funktionen, um die Dateneingabe zu vereinfachen. Manche Programme können Grundbuchauszüge und andere Dokumente automatisch auslesen und die relevanten Informationen extrahieren. Das spart Zeit und reduziert Eingabefehler.

Auch bei der Plausibilitätsprüfung hat sich viel getan. Die Software erkennt nicht nur offensichtliche Fehler, sondern gibt auch Hinweise auf mögliche Optimierungen oder weist auf häufige Stolpersteine hin.

Ganz praktisch: Viele Programme speichern einmal eingegebene Objektdaten dauerhaft. Bei künftigen Änderungen müssen nur die neuen Werte angepasst werden – der Rest wird automatisch übernommen.

Automatische Übermittlung spart Nerven

Die meisten aktuellen Lösungen übermitteln die fertige Erklärung vollautomatisch ans zuständige Finanzamt. Bei Programmen wie Wiso funktioniert das komplett im Hintergrund – ohne dass ihr euch um Elster-Konten oder Zertifikate kümmern müsst.

Andere Anbieter leiten euch zwar zu Elster weiter, füllen dort aber alle Formulare automatisch aus. Ihr müsst nur noch auf „Absenden“ klicken. Das ist immer noch komfortabler als die komplette Eingabe von Hand.

Die Kosten für Software-Lösungen sind moderat geblieben: Zwischen 15 und 50 Euro je nach Anbieter und Funktionsumfang. Viele Programme bieten Mengenrabatte, wenn ihr mehrere Objekte verwalten müsst.

Lehren für die Digitalisierung

Die Grundsteuer-Reform war ein Paradebeispiel dafür, wie Digitalisierung nicht laufen sollte. Während private Anbieter benutzerfreundliche, intuitive Lösungen entwickelt haben, hinkt die öffentliche Hand weiter hinterher.

Elster wurde zwar in Details verbessert, aber die grundlegenden UX-Probleme bestehen weiter. Hier zeigt sich: Gute Software entsteht nicht durch Verwaltungsvorschriften, sondern durch nutzerzentrierte Entwicklung.

Immerhin: Einige Bundesländer experimentieren mit moderneren Ansätzen für künftige Steuererklärungen. Bayern testet beispielsweise eine App-basierte Lösung, und Baden-Württemberg arbeitet an einem chatbot-gestützten System.

 

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026