Gibt es nervigere Probleme, als im Internet dauernd den Bits und Bytes hinterherschauen zu können? Vor allem dann, wenn das Problem nicht identifizierbar ist. Wenn ihr einen Repeater oder ein Mesh-System einsetzt, dann kann die Lösung überraschend einfach sein!
Repeater und Mesh: Mehr Reichweite, neue Probleme
Eine größere Wohnung, ein Haus, dicke Wände, mehrere Stockwerke – die Gründe für WLAN-Probleme sind vielfältig. WLAN-Repeater und Mesh-Systeme können eine Lösung sein, bringen aber über ihre Vernetzung eigene Tücken mit.
- Im Mesh baut der Repeater eine Verbindung mit dem WLAN des Routers oder eines anderen Repeaters auf, verstärkt es und stellt es euch zur Verfügung.
- Auch diese Verbindung ist allerdings immer mal wieder von Störungen geplagt und abhängig davon, wo der Repeater steht und wie stark das Signal des Routers ist.
- Idealerweise testet ihr einmal über einen Speedtest, welche Geschwindigkeit ihr wo im Raum zur Verfügung habt – am besten mit Apps wie Speedtest by Ookla oder Fast.com.
- Bei optimal aufgestellten Repeatern sollte die Down- und Upload-Geschwindigkeit überall gleichmäßig hoch sein.
- Ist das nicht der Fall, dann platziert den Repeater näher zum Router oder prüft Störquellen wie Mikrowellen oder Babyfone.
Wi-Fi 6E und 7: Neue Standards, alte Probleme
Mit Wi-Fi 6E und dem neuen Wi-Fi 7 Standard sind die theoretischen Geschwindigkeiten drastisch gestiegen. Wi-Fi 7 kann bis zu 46 Gbit/s erreichen – aber nur, wenn alle Komponenten perfekt zusammenarbeiten. In der Realität kämpfen auch moderne Mesh-Systeme mit denselben Grundproblemen wie ihre Vorgänger.
Besonders das 6-GHz-Band von Wi-Fi 6E bietet zwar weniger Störungen, hat aber eine geringere Reichweite. Das bedeutet: Ihr braucht möglicherweise mehr Mesh-Knoten als gedacht, um eine flächendeckende Abdeckung zu gewährleisten.
Mal gut, mal schlecht? Das liegt oft am Mesh-Routing
Das Einrichten und Platzieren der Repeater ist nicht unaufwändig, aber einmal durchgeführt ändert sich ja meist nicht viel. Umso ärgerlicher, wenn plötzlich die WLAN-Geschwindigkeit massiv verringert ist, auch wenn ihr weder Positionen noch die Räume verändert habt. Oft ist das Problem ein rein technisches:
- Die meisten modernen Router überprüfen kontinuierlich die Qualität der Verbindung zu und von den Repeatern – teilweise mehrmals täglich.
- Dabei werden Verbindungen manchmal auch neu aufgebaut, was zu einer anderen Routing-Reihenfolge führen kann.
- Diese muss aber nicht notwendigerweise besser sein – ganz im Gegenteil. Euer Gerät verbindet sich möglicherweise mit einem weiter entfernten Mesh-Knoten statt dem nächstgelegenen.
- Als ersten Schritt trennt den problematischen Repeater vom Netz und steckt ihn nach 30 Sekunden wieder ein. Das baut eine neue Verbindung zum Router auf.
- Wenn das nicht hilft, dann setzt den Repeater zurück. Das löscht die Verbindungseinstellungen im Repeater und lässt ihn vom Router neu erkennen.
- Da die Konfiguration moderner Mesh-Repeater meist automatisch erfolgt, ist der Aufwand minimal, der Effekt aber oft riesig: Die Verbindung wird optimiert und das WLAN sollte wieder die gewohnte Geschwindigkeit erreichen.
Profi-Tipps für stabiles Mesh-WLAN
Über die Standard-Lösungen hinaus gibt es weitere Kniffe, um euer Mesh-System zu optimieren:
- Firmware aktuell halten: Router-Hersteller wie AVM, Netgear oder ASUS veröffentlichen regelmäßig Updates, die Mesh-Algorithmen verbessern.
- Band-Steering prüfen: Moderne Router wechseln automatisch zwischen 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz. Manchmal ist manuelles Eingreifen besser.
- Ethernet-Backhaul nutzen: Wenn möglich, verbindet Mesh-Knoten per Kabel. Das reduziert die WLAN-Belastung erheblich.
- Powerline als Alternative: Bei dicken Wänden können Powerline-Adapter mit WLAN-Funktion eine stabilere Lösung sein als reine WLAN-Repeater.
- Router-Position optimieren: Der Hauptrouter sollte zentral und erhöht stehen – nicht im Keller oder hinter dicken Möbeln versteckt.
Wann ein Repeater-Reset wirklich hilft
Ein Neustart oder Reset ist nicht immer die Lösung, aber in diesen Situationen definitiv einen Versuch wert:
- Die Geschwindigkeit ist plötzlich deutlich niedriger als gewohnt
- Verbindungsabbrüche häufen sich ohne ersichtlichen Grund
- Nach einem Stromausfall funktioniert das Mesh nicht mehr optimal
- Neue Geräte im Netzwerk werden nicht richtig erkannt
- Der Router hat ein Firmware-Update erhalten
In vielen Fällen löst sich das Problem binnen Minuten – und ihr spart euch den Anruf beim Support oder den Kauf neuer Hardware. Manchmal sind es eben doch die einfachen Lösungen, die am besten funktionieren.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026
