Adobe wird massiv unterschätzt: Warum die Creative Cloud der heimliche KI-Champion ist

von | 17.01.2026 | KI

Mal ehrlich: Wenn wir über künstliche Intelligenz reden, denken die meisten sofort an ChatGPT, Gemini oder Claude. Adobe? Das ist doch nur die Software für Grafiker und Fotografen, oder? Falsch gedacht! Denn während alle auf die großen Sprachmodelle starren, hat Adobe im Kreativbereich längst eine KI-Revolution losgetreten, die kaum jemand auf dem Schirm hat.

Auf der Adobe MAX 2025 in Los Angeles hat das Unternehmen Ende Oktober gezeigt, wo der kreative Hammer hängt. Und ich sage euch: Was dort präsentiert wurde, ist nicht einfach nur „ganz nett“ – es ist verdammt beeindruckend. Adobe baut gerade ein KI-Ökosystem auf, das speziell für Kreative gemacht ist. Und das ist der entscheidende Punkt: Diese KIs verstehen Kreativität.

Firefly 5: Wenn KI endlich versteht, wie Licht funktioniert

Das neue Firefly Image Model 5 generiert Bilder in nativer 4-Megapixel-Auflösung – ohne nachträgliches Hochskalieren. Klingt erst mal technisch, ist aber ein Gamechanger. Denn die KI versteht jetzt endlich, wie Licht auf unterschiedliche Oberflächen fällt, wie Hauttöne natürlich aussehen müssen und wie Texturen realistisch wirken.

Ihr kennt das Problem bei anderen Bildgeneratoren: Die Bilder sehen irgendwie immer ein bisschen „zu glatt“ aus, fast schon plastisch. Firefly 5 packt das anders an. Die generierten Bilder haben diese subtilen Unregelmäßigkeiten, die echte Fotos ausmachen. Ein Detail hier, eine Reflexion dort – plötzlich wirkt alles viel authentischer.

Und hier kommt der Clou: Mit „Prompt to Edit“ könnt ihr jetzt in ganz normaler Sprache beschreiben, was am Bild geändert werden soll. „Mach den Himmel dramatischer“ oder „Füge einen Vintage-Look hinzu“ – die KI versteht’s und setzt es um. Keine komplexen Menüs, keine Ebenen-Spielereien mehr. Einfach sagen, was ihr wollt.

KI-Assistenten, die mitdenken – nicht nur nachplappern

Hier wird’s richtig interessant: Adobe setzt auf „Agentic AI“ – also KI-Assistenten, die nicht nur dumm Befehle ausführen, sondern tatsächlich mitdenken. Der neue KI-Assistent in Photoshop ist so ein Kandidat. Statt dass ihr einzelne Filter anklickt und Regler schiebt, könnt ihr dem Assistenten sagen: „Bereite diese 50 Bilder für Instagram vor“ – und er macht’s. Er versteht den Kontext, denkt voraus und erledigt repetitive Aufgaben.

Das Geniale: Ihr behaltet die Kontrolle. Der Assistent arbeitet zu, schlägt vor, automatisiert – aber ihr entscheidet. Das ist kein „Friss oder stirb“, sondern echte Zusammenarbeit. Perfekt für alle, die bei Routine-Tasks Zeit sparen wollen, um sich auf die kreativen Sachen zu konzentrieren.

In Adobe Express geht das noch weiter. Dort könnt ihr im Chat-Stil arbeiten: „Erstelle ein Herbstposter mit Kürbis und Retro-Look“ – zack, habt ihr mehrere Vorschläge. „Mach den Hintergrund dunkler“ – erledigt. Die KI versteht nicht nur eure Worte, sondern auch Designprinzipien. Sie wurde von professionellen Kreativen trainiert und kennt sich mit Komposition, Farbharmonie und Typografie aus.

Kunstwerke mit Vogel, Wasserfall und grafischen Mustern.

Von Bild zu Video zu Audio – alles aus einer Hand

Hier zeigt sich, warum Adobe so unterschätzt wird: Firefly ist nicht mehr „nur“ ein Bildgenerator. Adobe baut daraus eine komplette Kreativ-Produktionsumgebung. Ihr braucht einen Soundtrack für euer Video? „Generate Soundtrack“ komponiert euch einen lizenzfreien Track. Voice-over gefällig? „Generate Speech“ liefert kristallklare Sprachaufnahmen.

Und dann gibt’s da noch den neuen Firefly Video Editor – ein webbasierter Multitrack-Editor mit KI-Integration. Ihr könnt Video-Clips generieren, schneiden, mit KI-erzeugten Sounds unterlegen – alles in einem Tool. Für YouTuber und Content Creator ist das Gold wert.

Photoshop kann jetzt Zauberei

Einige der neuen Photoshop-Features klingen fast zu gut, um wahr zu sein. „Harmonize“ analysiert automatisch Farben, Licht und Schatten in eurem Bild und passt neu hinzugefügte Objekte perfekt an. Ihr fügt ein Element ein, klickt auf Harmonize – und plötzlich sieht es aus, als wäre es schon immer Teil des Bildes gewesen. Keine stundenlangen manuellen Anpassungen mehr.

„Generative Upscale“ skaliert eure Bilder bis auf 8 Megapixel hoch, ohne dass Details verloren gehen. Und durch die Partnerschaft mit Topaz stehen sogar noch mächtigere Upscaling-Modelle zur Verfügung.

In Lightroom gibt’s jetzt „Assistierte Bildauswahl“ – perfekt für alle, die mit hunderten Event-Fotos kämpfen. Die KI analysiert Schärfe, Fokus und Komposition und schlägt euch die besten Shots vor. Für Hochzeits- oder Eventfotografen ein Traum.

Experimente, die morgen Standard sein könnten

Auf der MAX gab’s auch wieder die legendären „Sneaks“ – experimentelle Features, die vielleicht irgendwann in die Software wandern. Mein Favorit: „Project Light Touch“. Damit könnt ihr die Beleuchtung in Fotos nachträglich komplett ändern. Tag wird zu Nacht, flaches Licht zu dramatischem Spot. Das Verrückte: Die KI versteht, wie Licht funktioniert und passt alle Schatten, Reflexionen und Highlights entsprechend an.

Oder „Project Surface Swap“: Tauscht Oberflächen und Materialien in Fotos aus – vom Sofabezug bis zum Holzboden. Perfekt für Interior Design und Immobilien-Marketing.

Warum Adobe im Kreativbereich führt

Der Unterschied zu anderen KI-Tools? Adobe versteht Kreativität. Die wissen, wie Designer, Fotografen und Videokünstler arbeiten. Sie bauen keine Features, die irgendwie cool klingen, sondern lösen echte Probleme im kreativen Workflow.

Die KI-gestützten Funktionen sparen Anwender*innen in jeder Phase ihres kreativen Prozesses Zeit, heißt es offiziell. Aber es geht nicht nur um Zeitersparnis – es geht um kreative Freiheit. Wenn die KI die Routine übernimmt, habt ihr mehr Energie für die Ideen, die wirklich zählen.

Adobe hat außerdem verstanden, dass nicht eine KI für alles gut ist. Deshalb integrieren sie jetzt Partnermodelle von Google, OpenAI, Runway und anderen. Je nach Aufgabe nutzt die Software das beste verfügbare Modell. Das ist clever und zeigt: Adobe will das Beste für euch – egal, wer’s gebaut hat.

Adobe verdient mehr Aufmerksamkeit

Während alle über ChatGPT reden, baut Adobe still und leise das mächtigste KI-Ökosystem für Kreative auf. Wer professionell mit Bildern, Videos oder Design arbeitet, kommt an diesen Tools nicht mehr vorbei.

Das Beste: Diese KIs sind keine Spielereien. Sie sind praktisch, durchdacht und lösen reale Probleme. Von der automatischen Stapelverarbeitung tausender Bilder über KI-gestützte Videobearbeitung bis zu dialogbasierter Content-Erstellung – Adobe deckt inzwischen das komplette Spektrum ab.

Also: Hört auf, Adobe zu unterschätzen. Im Kreativbereich sind sie längst der KI-Champion – auch wenn’s nicht jeder mitbekommen hat.