Die portable Festplatte war gestern: Mediendateien speichert ihr heute auf einer Netzwerkfestplatte (NAS) und greift dann über das Netzwerk lokal oder aus der Ferne zu. Damit könnt ihr euch manuelles Updaten und andere Unbillen ersparen. Wie aber sieht es mit der Sicherheit aus? An einem DLNA-Server muss man sich nicht explizit anmelden, da dieser auch von „dummen“ Geräten wie Smart TVs zugänglich sein soll. Die Berechtigungen werden stattdessen in den Einstellungen des Servers vorgenommen.
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Das Problem: Wer auch immer in euer Netzwerk kommt, kommt auch an den DLNA-Server und damit an die Mediendateien. Wenn ihr jetzt sagt „Macht nix, da ist ja nichts Geheimes drin“, dann ist das nur die halbe Wahrheit!
Im Standard findet der Zugriff mit dem Admin-Benutzer statt, und der hat natürlich Rechte auf alle Verzeichnisse, nicht nur auf das Medienverzeichnis. Private Videos, Backups oder persönliche Dokumente, die ihr woanders auf dem NAS gespeichert habt, wollen Sie vielleicht nicht so offen zur Verfügung stellen.
Sicheren DLNA-Benutzer einrichten
Klickt in den Einstellungen eures NAS auf die für den Medienserver, um in dessen Konfiguration zu kommen. Hier findet ihr einen Eintrag wie Default User Account (Standard-Benutzer). Klickt auf die Auswahlliste und wählt den Account, mit dem ein Client, der auf den DLNA-Server zugreift, sich anmelden soll.

Idealerweise legt ihr vorher einen neuen Account auf dem NAS an, dem ihr dann einzig und alleine Leserechte auf den Multimedia-Teil gebt. Dieser kann dann keine einzige andere Datei sehen, die sich an einem anderen Ort des NAS befindet.
Moderne Alternativen zu DLNA
Obwohl DLNA nach wie vor funktioniert, gibt es 2026 deutlich bessere Alternativen für das Streaming von Medieninhalten. Plex, Jellyfin und Emby haben DLNA längst überholt und bieten wesentlich mehr Sicherheits- und Komfortfeatures.
Plex Media Server ist die wohl populärste Alternative. Der Server läuft direkt auf dem NAS und bietet echte Benutzerverwaltung mit individuellen Profilen, Passwortschutz und granularen Berechtigungen. Ihr könnt für jeden Nutzer festlegen, welche Bibliotheken er sehen darf. Die Apps für Smart TVs, Smartphones und Streaming-Geräte sind deutlich moderner als DLNA-Clients.
Jellyfin ist die Open-Source-Alternative zu Plex, komplett kostenlos und ohne Datensammlung. Die Software bietet ähnliche Funktionen wie Plex, läuft vollständig lokal auf eurem NAS und schickt keine Daten an externe Server.
Emby positioniert sich zwischen Plex und Jellyfin – teilweise Open Source, aber mit Premium-Features für zahlende Nutzer.
Netzwerk-Segmentierung als zusätzlicher Schutz
Wer es richtig ernst meint mit der Sicherheit, sollte über Netzwerk-Segmentierung nachdenken. Moderne Router unterstützen VLANs (Virtual LANs), mit denen ihr euer Heimnetzwerk in verschiedene Bereiche aufteilen könnt.
Ein separates „IoT-VLAN“ für Smart TVs, Streaming-Geräte und andere vernetzte Geräte verhindert, dass diese bei einer Kompromittierung Zugriff auf kritische Netzwerkressourcen bekommen. Das NAS läuft im sicheren „Trusted“-Bereich, und nur autorisierte Geräte dürfen darauf zugreifen.
Firewall-Regeln für DLNA
Falls ihr trotzdem bei DLNA bleiben wollt, solltet ihr zumindest die Firewall eures Routers entsprechend konfigurieren. DLNA nutzt mehrere Ports (1900 für UPnP-Discovery, plus dynamische Ports für den Stream). Beschränkt den Zugriff auf diese Ports auf vertrauenswürdige Geräte im lokalen Netzwerk.
Viele moderne Router bieten auch „Access Control Lists“ (ACLs), mit denen ihr bestimmten MAC-Adressen den Zugriff auf spezielle Services erlauben oder verbieten könnt.
VPN für externen Zugriff
Wer von unterwegs auf die Mediensammlung zugreifen möchte, sollte definitiv auf eine VPN-Verbindung setzen statt die Ports direkt ins Internet zu öffnen. Die meisten aktuellen NAS-Systeme haben integrierte VPN-Server (OpenVPN oder WireGuard), die eine sichere Verbindung von außen ermöglichen.
Alternativ könnt ihr den VPN-Server direkt auf dem Router laufen lassen, falls dieser die entsprechenden Features unterstützt.
Regelmäßige Updates nicht vergessen
Egal ob DLNA oder moderne Alternativen – haltet die Firmware eures NAS und alle installierten Pakete aktuell. Sicherheitslücken in Medienservern werden regelmäßig entdeckt und gepatcht. Aktiviert automatische Updates wo möglich, oder prüft zumindest monatlich nach verfügbaren Updates.
So macht Streaming von der eigenen Mediensammlung auch 2026 noch Spaß – und bleibt dabei sicher.
Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026