Die ersten AirPods Max kamen Ende 2020 auf den Markt – und seitdem hat sich wenig getan. Klar, Apple hat irgendwann den Lightning-Anschluss durch USB-C ersetzt, aber technisch blieb alles beim Alten.
Jetzt, gut fünf Jahre später, gibt es endlich einen echten Nachfolger. Die AirPods Max 2 bringen den H2-Chip mit, der schon in den AirPods Pro 2 steckt – und damit eine ganze Reihe von Verbesserungen, die das Warten zumindest teilweise rechtfertigen.
Bessere Geräuschunterdrückung – und das merkt man
Das Herzstück des Upgrades ist die verbesserte Aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Apple verspricht eine um den Faktor 1,5 effektivere Unterdrückung als beim Vorgänger. Was das in der Praxis heißt: Flugzeugturbinen, Zuggeräusche oder das Brummen im Großraumbüro werden noch konsequenter ausgeblendet. Wer schon die erste Generation kennt, weiß, dass die ANC dort bereits beeindruckend war – jetzt legt Apple noch eine Schippe drauf.
Der Transparenzmodus, also das gezielte Durchlassen von Umgebungsgeräuschen, soll ebenfalls natürlicher klingen. Das ist wichtig, wenn ihr zwischendurch kurz mitbekommen wollt, was um euch herum passiert – ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen.
Ganz neu bei den AirPods Max ist das sogenannte Adaptive Audio. Diese Funktion kennt ihr vielleicht schon von den AirPods Pro 2: Der Kopfhörer analysiert eure Umgebung und passt die Balance zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus automatisch an. Im ruhigen Wohnzimmer wird weniger gefiltert, in der vollen U-Bahn deutlich mehr. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Alltag aber überraschend praktisch.
Verlustfreies Audio – aber nur per Kabel
Klanglich waren die AirPods Max schon immer stark. Der neue High-Dynamic-Range-Verstärker soll jetzt für noch klarere Details sorgen, während die typische Klangsignatur erhalten bleibt – also warme Bässe, saubere Mitten und differenzierte Höhen.
Die wirklich spannende Neuerung für Audiophile: Die AirPods Max 2 unterstützen erstmals verlustfreies Audio mit 24 Bit und 48 kHz. Der Haken: Das funktioniert nur über das mitgelieferte USB-C-Kabel. Per Bluetooth bleibt es beim AAC-Codec, denn Bluetooth kann schlicht nicht genug Daten übertragen, um echtes Lossless zu ermöglichen. Das ist keine Apple-Einschränkung, sondern eine technische Grenze von Bluetooth selbst.
Für Musikproduzierende ist das trotzdem ein echtes Argument: In Kombination mit Logic Pro lässt sich erstmals in Personalisiertem 3D Audio mit Head Tracking produzieren und mischen – direkt über die AirPods Max. Das gibt es bei keinem anderen Kopfhörer.
Auch Gamer profitieren: Im Spielmodus soll die Latenz bei kabellosem Audio spürbar geringer sein als bisher. Wer auf iPhone, iPad oder Mac spielt, bekommt also eine reaktionsschnellere Audioverbindung.
Intelligente Extras: Von Konversationserkennung bis Live-Übersetzung
Der H2-Chip bringt einige smarte Funktionen mit, die bisher den AirPods Pro vorbehalten waren.
Die Konversationserkennung merkt, wenn ihr mit jemandem sprecht, und senkt automatisch die Wiedergabelautstärke. Das erspart euch das hektische Drücken der Pausetaste, wenn euch jemand anspricht.
Stimmisolation filtert bei Telefonaten Umgebungsgeräusche heraus und stellt eure Stimme in den Vordergrund. Wer regelmäßig in lauten Umgebungen telefoniert, kennt das Problem – und wird diese Funktion zu schätzen wissen.
Besonders interessant: Live-Übersetzung kommt über Apple Intelligence auf die AirPods Max 2. In persönlichen Gesprächen werden gesprochene Sätze in Echtzeit übersetzt. Das funktioniert aktuell mit rund zehn Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Japanisch. Eine Funktion, die im Urlaub oder bei internationalen Treffen tatsächlich nützlich sein kann – auch wenn sie noch als Beta läuft.
Und dann gibt es noch die Kamerafernbedienung: Per Druck auf die Digital Crown lassen sich Fotos auslösen oder Videoaufnahmen starten. Klingt nach Spielerei, ist aber für Content Creator, die sich selbst filmen, durchaus praktisch.
Was bleibt, was fehlt
Das Design bleibt weitgehend unverändert – die markante Aluminium-Optik mit den austauschbaren Ohrpolstern kennt man bereits. Die Farbauswahl ist neu: Mitternacht, Polarstern, Orange, Violett und Blau.
Was fehlt? Ein höherer Bluetooth-Codec wie LDAC oder aptX wäre wünschenswert gewesen, um auch kabellos bessere Audioqualität zu ermöglichen. Und ob Apple die Kopfhörer endlich mit einem vernünftigen Case ausliefert statt dem viel kritisierten BH-ähnlichen Smart Case der ersten Generation – dazu schweigt sich Apple bisher aus.
Lohnt sich das Upgrade?
Die AirPods Max 2 kosten 579 Euro. Das ist viel Geld, aber für Over-Ear-Kopfhörer in dieser Liga nicht ungewöhnlich – Sonys WH-1000XM5 oder Bowers & Wilkins Px7 spielen in ähnlichen Preisregionen.
Wer die erste Generation besitzt und zufrieden ist, muss nicht zwingend wechseln. Wer aber besseres ANC braucht, verlustfreies Audio per Kabel nutzen will oder die smarten Funktionen wie Adaptive Audio und Konversationserkennung schätzt, bekommt ein deutlich rundes Gesamtpaket.
Für Neueinsteiger in der Apple-Welt sind die AirPods Max 2 die derzeit besten Over-Ear-Kopfhörer im Apple-Ökosystem – mit einer Integration, die kein Konkurrent in dieser Form bieten kann. Ob einem das den Aufpreis gegenüber den AirPods Pro 2 wert ist, bleibt eine Frage des persönlichen Anspruchs. Und der Ohren.
AirPods Max 2 können ab dem 25. März vorbestellt werden und sind ab Anfang April im Handel erhältlich.