Auf verwalteten PCs im Büro oder an öffentlichen Stellen lassen sich Apps nicht so einfach installieren. Wir zeigen Euch, wie das trotzdem geht, auch ohne Administratorrechte!
Werden PCs zentral verwaltet, dann werden die Rechte auf diesen Geräten fein unterschieden. Die normalen Benutzer dürfen bei Weitem nicht alles machen. Besonders die Dinge, die eine potenzielle Gefahr für den PC und das Netzwerk, in dem dieser ist, werden eingeschränkt. Dazu gehört auch die Installation von Programmen. Die können nämlich schnell eine Schadfunktion aktivieren, die der Virenscanner nicht erkennt.
Diese Funktionen können nur Administratoren ausführen. Wenn Ihr als Standardbenutzer eine Installation startet, dann zeigt Windows eine Eingabemaske an, in der der Administrator sich anmelden muss. Ohne diese Anmeldung ist die Installation nicht möglich. Es sei denn… Ihr nutzt moderne Browser und die Funktion der App ist auch über eine Webseite erreichbar.
Progressive Web Apps (PWAs) – Die clevere Lösung
Die Lösung heißt Progressive Web Apps, kurz PWAs. Diese Technologie hat sich seit 2022 massiv weiterentwickelt und ist heute der Standard für browserbasierte App-Installation. Sowohl Microsoft Edge als auch Google Chrome, Mozilla Firefox und Safari unterstützen mittlerweile die PWA-Installation vollständig.
Wenn Ihr eine Webseite besucht, die als PWA verfügbar ist, erscheint in der Adressleiste Eures Browsers ein Symbol – meist ein kleines Plus-Zeichen oder ein App-Icon. Klickt Ihr darauf, bietet Euch der Browser die Installation als Desktop-App an. Der Clou: Diese Installation läuft komplett im Browser-Kontext und benötigt keine Administratorrechte!
So funktioniert die Installation
Der Vorgang ist denkbar einfach: Ruft die gewünschte Webseite auf, wartet einen Moment, bis der Browser die PWA-Fähigkeiten erkannt hat, und klickt auf das Installations-Symbol in der Adressleiste. Nach einem Klick auf „Installieren“ wird die Webseite in einen eigenständigen App-Rahmen gekapselt und erscheint im Startmenü sowie optional in der Taskleiste.
Die so installierten Apps verhalten sich wie native Programme: Sie haben ein eigenes Fenster ohne Browser-Leiste, lassen sich über das Startmenü öffnen und können sogar Offline-Funktionen nutzen. Technisch gesehen handelt es sich jedoch um eine erweiterte Browser-Instanz, die keine tiefen Systemeingriffe vornimmt.
Welche Apps funktionieren als PWA?
Mittlerweile bieten nahezu alle großen Webdienste PWA-Versionen an. Microsoft 365 (Word, Excel, PowerPoint Online), Google Workspace, Spotify Web Player, Twitter/X, WhatsApp Web, Telegram Web, Discord, Notion, Figma und unzählige andere Services lassen sich als PWA installieren. Selbst komplexe Anwendungen wie Adobe Express oder Canva funktionieren hervorragend als Desktop-PWA.
Besonders praktisch: Viele dieser PWAs unterstützen erweiterte Features wie Benachrichtigungen, Dateizugriff und sogar Hardware-Funktionen – alles ohne tiefere Systemintegration, die Administratorrechte erfordern würde.
Vorteile von PWAs im Arbeitsumfeld
Für Unternehmen sind PWAs ein Segen. IT-Abteilungen müssen sich keine Sorgen über unkontrollierte Softwareinstallationen machen, während Mitarbeiter trotzdem flexibel auf benötigte Tools zugreifen können. PWAs werden automatisch aktualisiert, wenn die zugrundeliegende Webseite Updates erhält, und lassen sich genauso einfach wieder entfernen wie installieren.
Zudem sind PWAs plattformübergreifend: Was unter Windows funktioniert, läuft auch auf macOS, Linux und sogar auf Tablets oder Smartphones. Das vereinfacht die Geräteverwaltung erheblich.
Grenzen und Einschränkungen beachten
Trotz aller Vorteile haben PWAs auch Grenzen. Sie können nicht auf alle Systemfunktionen zugreifen, die native Apps nutzen. Für einfache bis mittlere Anforderungen reichen sie jedoch völlig aus. Außerdem können IT-Administratoren auch PWA-Installationen über Gruppenrichtlinien unterbinden, wenn gewünscht.
Ein weiterer Aspekt: PWAs benötigen eine Internetverbindung für die initiale Installation und oft auch für den Betrieb, auch wenn viele mittlerweile Offline-Modi unterstützen.
Alternative: Portable Apps
Falls PWAs nicht ausreichen, sind portable Apps eine weitere Option. Diese lassen sich von USB-Sticks oder aus speziellen Verzeichnissen starten, ohne Installation. Plattformen wie PortableApps.com bieten hunderte von Anwendungen in portabler Form – von Office-Suiten bis hin zu Entwicklungstools.
Auch unter macOS möglich
Auch Mac-Nutzer profitieren von PWAs. Safari, Chrome und Edge unterstützen die Installation gleichermaßen. Unter macOS erscheinen PWAs sogar im Dock und lassen sich wie native Apps verwenden. Wie das genau funktioniert, findet Ihr hier.
PWAs sind die Zukunft der plattformübergreifenden App-Entwicklung und bieten bereits heute eine praktische Lösung für das Admin-Rechte-Dilemma in verwalteten IT-Umgebungen.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026