Der Tablet-Krieg: Von iPad-Dominanz zur Geräte-Vielfalt

von | 29.06.2012 | Tipps

Der Tablet-Markt hat sich seit den Anfängen komplett gewandelt. Was 2012 mit Apples iPad-Dominanz und Googles erstem Nexus 7 begann, ist heute ein vielfältiges Ökosystem unterschiedlichster Anbieter und Konzepte geworden.

Apple bleibt zwar weiterhin Marktführer, aber die Zeiten der absoluten iPad-Herrschaft sind vorbei. Heute teilen sich verschiedene Hersteller den Kuchen: Samsung mit seinen Galaxy Tabs, Microsoft mit der Surface-Serie, Amazon mit den Fire Tablets und eine ganze Reihe chinesischer Hersteller wie Huawei, Xiaomi und Lenovo.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei Google selbst. Nach dem Ende der Nexus-Ära 2018 konzentriert sich der Konzern verstärkt auf ChromeOS-Tablets wie das Pixel Tablet, das 2023 vorgestellt wurde. Dieses Gerät zeigt Googles neue Strategie: Das Tablet fungiert nicht nur als mobiles Gerät, sondern verwandelt sich durch eine Docking-Station in ein Smart Home Hub. Clever gedacht, denn so wird aus einem simplen Tablet ein Zentrum für die Haussteuerung.

Microsoft hat mit der Surface-Familie mittlerweile eine echte Alternative zu klassischen Laptops geschaffen. Das Surface Pro und Surface Go zielen auf Nutzer ab, die produktiv arbeiten wollen. Mit Windows 11 und verbesserter Touch-Optimierung sind diese Geräte zu echten Laptop-Ersätzen geworden. Besonders die Integration von Microsoft 365 und die Unterstützung professioneller Software macht Surface-Tablets für Business-Nutzer attraktiv.

Der Preiskampf, der 2012 mit dem 199-Dollar-Nexus 7 begann, hat tatsächlich zu günstigeren Tablets geführt. Heute bekommt ihr solide Android-Tablets bereits ab 150 Euro. Amazon verkauft seine Fire Tablets sogar für unter 100 Euro – allerdings mit dem hauseigenen Fire OS und starker Bindung an Amazons Ökosystem.

Spannend ist auch die Entwicklung bei Apple selbst. Mit dem iPad Air und iPad Pro bietet der Konzern mittlerweile Tablets an, die leistungstechnisch viele Laptops übertreffen. Der M2-Chip im iPad Pro 2022 ist derselbe Prozessor, der auch in MacBook Air und Mac mini werkelt. Apple positioniert diese Geräte zunehmend als Computer-Ersatz – mit mäßigem Erfolg, denn iPadOS hinkt bei der Desktop-Funktionalität noch hinterher.

Die wirkliche Revolution findet aber im Bereich der faltbaren Displays statt. Samsung führt mit dem Galaxy Z Fold die Entwicklung an, gefolgt von Huawei und anderen chinesischen Herstellern. Diese Geräte verschwimmen die Grenzen zwischen Smartphone und Tablet komplett.

Ein weiterer wichtiger Trend: Gaming-Tablets. Mit dem Steam Deck von Valve und ähnlichen Geräten entsteht eine neue Kategorie zwischen Handheld-Konsole und Tablet. Diese Geräte zeigen, dass Tablets längst mehr sind als nur Medienkonsum-Geräte.

Für Kreative hat sich besonders bei der Stift-Eingabe viel getan. Apples Apple Pencil, Microsofts Surface Pen und Samsungs S Pen bieten mittlerweile Präzision und Druckempfindlichkeit auf professionellem Niveau. Digital Artists und Designer nutzen Tablets zunehmend als vollwertigen Laptop-Ersatz.

Die ursprüngliche Prognose von 2012 ist eingetreten: Der Tablet-Markt ist vielfältiger und günstiger geworden. Gleichzeitig haben sich die Geräte spezialisiert. Es gibt Gaming-Tablets, Kreativ-Tablets, Business-Tablets und günstige Entertainment-Tablets für jeden Bedarf.

Die Ökosystem-Schlacht tobt weiter, aber heute geht es weniger um reine Marktanteile als um die Integration in größere Dienste-Landschaften. Apple bindet iPads an iCloud und Apple Services, Google an Chrome und Android, Microsoft an Office 365 und Azure. Amazon nutzt Fire-Tablets als Einstieg in Prime und Alexa.

Für euch als Nutzer bedeutet das mehr Auswahl denn je. Ob ihr ein günstiges Tablet für Netflix und E-Books wollt oder ein Profi-Gerät für Videobearbeitung – der Markt bietet heute für jeden Bedarf das passende Tablet. Die Preise sind gefallen, die Qualität gestiegen, und die Vielfalt größer als je zuvor.

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026