Viele Apps unter iOS verlangen Zugriff auf eure Position. Bei der ersten Abfrage müsst ihr eine Entscheidung treffen – und dann damit leben. Dumm, wenn die Wahl versehentlich falsch war. Keine Sorge, das lässt sich im Nachgang problemlos ändern!
Das Dümmste, was bei der ersten Abfrage einer App nach der Berechtigung für die Position passieren kann, ist ein Tippen auf Beim Verwenden der App. Dann nämlich, wenn die App auch im Hintergrund laufen können soll. Aus Datenschutzsicht ist diese Einstellung natürlich sinnvoll, denn der Zugriff auf die Position ist dann nur möglich, wenn ihr die App aktiv benutzt und nicht heimlich im Hintergrund.
Es gibt aber Apps, die die Position auch im Hintergrund verwenden müssen, um richtig zu funktionieren. Beispielsweise Fitness-Apps wie Strava oder Apple Fitness, die eure Laufrouten aufzeichnen. Auch Navigation-Apps wie Google Maps oder Waze benötigen dauerhaften Zugriff, um euch präzise ans Ziel zu bringen. Photography-Apps wie die Sony Imaging Edge App übertragen die aktuelle Position an externe Digitalkameras, sobald diese eingeschaltet werden – ebenfalls im Hintergrund.

Standort-Berechtigungen nachträglich anpassen
Um die GPS-Zugriffseinstellungen anzupassen, führt der Weg in den Einstellungen von iOS über Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste. Apple hat diese Menüstruktur in iOS 15 leicht verändert und seitdem beibehalten. Während iOS im oberen Teil allgemeine Einstellungen vornehmen lässt, findet sich darunter eine Liste aller Apps, die die Position verwenden könnten oder wollen.
Ein Tipp auf eine App bringt ein detailliertes Menü zum Vorschein, in dem zwischen den zur Verfügung stehenden Berechtigungen gewählt werden kann. Hier stehen euch meist drei Optionen zur Verfügung:
Nie: Die App erhält keinen Zugriff auf eure Position. Wählt diese Option für Apps, die definitiv keinen Standort brauchen.
Beim Verwenden der App: Zugriff nur, wenn die App im Vordergrund läuft. Diese Einstellung ist ein guter Kompromiss für die meisten Anwendungen.
Immer: Dauerhafter Zugriff, auch im Hintergrund. Für Apps wie Fitness-Tracker oder Navigations-Apps oft unverzichtbar.
Neue iOS-Features für mehr Kontrolle
Apple hat die Standort-Kontrollen in den letzten iOS-Versionen deutlich verbessert. Seit iOS 14 gibt es die Option Genauer Standort, die ihr für jede App einzeln aktivieren oder deaktivieren könnt. Ist sie ausgeschaltet, erhält die App nur eine ungefähre Position im Umkreis von mehreren Kilometern – perfekt für Wetter-Apps, die nicht eure exakte Adresse kennen müssen.
Besonders praktisch: iOS zeigt euch jetzt einen orangen Punkt in der Statusleiste, wenn eine App gerade auf euren Standort zugreift. So habt ihr immer im Blick, welche Anwendung gerade eure Position abfragt.
System-Apps und versteckte Ortungsdienste
Ganz unten in der Liste der Ortungsdienste findet sich der Eintrag Systemdienste. Hier verstecken sich viele Apple-eigene Funktionen, die ebenfalls auf euren Standort zugreifen. Dazu gehören:
- Ortsbasierte Apple Ads: Für standortbezogene Werbung (könnt ihr getrost deaktivieren)
- Ortsbasierte Vorschläge: Für Siri-Vorschläge basierend auf eurem Aufenthaltsort
- Signifikante Orte: Speichert häufig besuchte Orte für personalisierte Dienste
- iPhone-Analyse: Sendet anonyme Standortdaten an Apple
Viele dieser Dienste könnt ihr ohne Funktionsverlust deaktivieren, wenn ihr Wert auf maximalen Datenschutz legt.
Standort-Sharing mit Bedacht
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Funktionen Meinen Standort teilen in der Find My App. Hier könnt ihr festlegen, mit welchen Kontakten ihr dauerhaft euren Standort teilt. Das ist praktisch für Familien, aber überlegt gut, wem ihr diese sehr persönlichen Daten gewährt.
Für temporäres Teilen bietet sich die entsprechende Funktion in iMessage an – dort könnt ihr euren aktuellen Standort für eine, acht oder 24 Stunden freigeben.
Fazit: Regelmäßig überprüfen lohnt sich
Standort-Berechtigungen sind nicht in Stein gemeißelt. Schaut regelmäßig in die Einstellungen und prüft, welche Apps wirklich Zugriff auf eure Position brauchen. iOS hilft euch dabei mit Benachrichtigungen, wenn Apps euren Standort im Hintergrund verwenden.
Die Faustregel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Eure Privatsphäre wird es euch danken, und die wirklich wichtigen Apps funktionieren trotzdem einwandfrei.
Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026