Auch wenn ihr einen etablierten Cloud-Anbieter auswählt, ein gewisses Restrisiko bleibt, dass jemand an eure Daten kommen kann. Das Teilen von Dateien mit anderen Anwendern bedarf deshalb genauer Kontrolle der Rechte: Wer darf auf welche Datei zugreifen? Diese Überprüfung solltet ihr regelmäßig durchführen!
Warum Freigaben-Management so wichtig ist
Die Realität in Unternehmen und Teams: Dateien werden schnell mal geteilt, Projekte entwickeln sich weiter, Mitarbeitende wechseln. Was dabei oft untergeht: die Kontrolle darüber, wer eigentlich noch Zugriff auf welche Inhalte hat. Ein ehemaliger Kollege kann noch monatelang auf sensible Projektdaten zugreifen, externe Dienstleister haben längst vergessene Berechtigungen, und temporäre Freigaben werden zu permanenten Sicherheitslücken.
Besonders brisant wird es bei geteilten Links mit Bearbeitungsrechten oder wenn Nutzer weitere Personen einladen können. Schnell entstehen so Berechtigungsketten, die niemand mehr überblickt. Ein regelmäßiges Audit eurer Cloud-Freigaben ist deshalb keine Kür, sondern Pflicht.
Freigaben kontrollieren in OneDrive
Nicht jede Freigabe soll für die Ewigkeit sein – ein Projekt ist zu Ende, ein Mitarbeitender scheidet aus. Dann soll auch dessen Zugriff auf die Dateien möglichst schnell widerrufen werden. Sonst laufen Sie Gefahr, dass ein ehemals Berechtigter weiterhin Zugriff auf Ihre Daten hat, obwohl er es gar nicht mehr sollte. Diese Funktion versteckt sich leider ein wenig in den Dialogen.

Meldet euch über euren Webbrowser an eurem Microsoft-365-Konto an. Klickt auf das App-Menü (neun Punkte) oben links, dann auf OneDrive. Sucht den freigegebenen Ordner heraus und klickt dann auf die drei Punkte rechts von dessen Namen. Wählt „Details“.
Rechts im OneDrive-Fenster seht ihr nun die Freigaben. Klickt auf Zugriff verwalten. OneDrive zeigt euch alle Freigaben an. Ein Klick auf die drei Punkte neben einer Freigabe zeigt alle Benutzer, die diese nutzen können. Das X-Symbol neben einem Benutzer löscht dessen Zugriffsrechte. Ihr könnt hier auch neue Benutzer hinzufügen oder die Berechtigungen zwischen Lesen und Bearbeiten anpassen.
Neu in 2026: Microsoft hat die Freigaben-Verwaltung deutlich verbessert. Über „Freigaben“ in der Seitenleiste erhaltet ihr jetzt eine zentrale Übersicht aller geteilten Inhalte. Besonders praktisch: Die neue „Berechtigungs-Timeline“ zeigt chronologisch, wann welche Rechte vergeben wurden. Zudem warnt OneDrive automatisch vor „verwaisten“ Freigaben – Links, die seit Monaten nicht mehr genutzt wurden.
Freigaben kontrollieren in Dropbox
Auch bei Dropbox könnt – und solltet – ihr eure Freigaben jederzeit kontrollieren. Meldet euch mit eurem Konto an der Dropbox-Webseite an. In der Übersicht der Verzeichnisse seht ihr unter Mitglieder, ob das jeweilige Verzeichnis freigegeben ist. In einem solchen Fall klickt auf die drei Punkte neben dem Verzeichnis und dann auf Teilen.
Oben klickt ihr dann auf die Information x Personen haben Zugriff.
Jetzt erhaltet ihr eine Übersicht aller Berechtigten. Klickt auf das kleine Dreieck neben deren Berechtigungen. Hier könnt ihr zwischen Rechten zur Bearbeitung und zum reinen Lesen wechseln und durch einen Klick auf Entfernen auch die Berechtigungen komplett löschen.
Dropbox-Update 2026: Das neue „Smart Sharing Dashboard“ fasst alle eure Freigaben übersichtlich zusammen. Besonders hilfreich: die Funktion „Cleanup-Vorschläge“, die automatisch ungenutzte oder problematische Freigaben identifiziert. Externe Links lassen sich jetzt mit Ablaufdatum und Download-Limit versehen.
Google Drive: Berechtigungen im Griff behalten
Google Drive bietet mit dem „Aktivitäts-Dashboard“ einen guten Überblick über alle geteilten Inhalte. Ruft drive.google.com auf und klickt links auf „Für mich freigegeben“ oder „Von mir freigegeben“. Bei einzelnen Dateien öffnet das Freigabe-Symbol (Person mit Plus) die Berechtigungseinstellungen.
Die „Erweiterte“ Option zeigt detailliert, wer wann auf die Datei zugegriffen hat. Besonders praktisch: Google warnt mittlerweile automatisch, wenn Dateien öffentlich zugänglich sind, die sensible Daten enthalten könnten.
Best Practices für sicheres Freigaben-Management
Regelmäßige Audits: Plant monatliche Überprüfungen aller Freigaben ein. Erstellt eine Checkliste mit kritischen Ordnern und Projekten.
Zeitliche Begrenzung: Nutzt Ablauftermine für Freigaben, wo immer möglich. Viele Cloud-Dienste bieten diese Option mittlerweile standardmäßig.
Minimalprinzip: Vergebt nur die wirklich notwendigen Rechte. „Nur lesen“ reicht oft völlig aus.
Dokumentation: Führt ein Log, wer wann Zugriff auf welche Inhalte erhalten hat – besonders bei externen Partnern.
Automatisierung nutzen: Moderne Cloud-Dienste bieten Compliance-Tools, die verdächtige Aktivitäten melden oder ungenutzte Freigaben automatisch identifizieren.
Ein durchdachtes Freigaben-Management ist keine lästige Pflicht, sondern essentiell für die Datensicherheit. Die paar Minuten Investment pro Monat können euch vor größeren Problemen bewahren.
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
