Chat-Bot ChatGPT erstellt auf Wunsch eigenständig Texte

ChatGPT: Was kann die neue KI-Technik – und was (noch) nicht?

Erst seit einigen Wochen ist das KI-System ChatGPT am Start: Ein Chat-Bot, der Fragen beantwortet – und auf Wunsch komplette Texte erstellt. Was kann das System wirklich?

Wir reden ja heute viel über Trends, die uns dieses Jahr begleiten werden. Jetzt über KI-Systeme, die selbständig Texte erzeugen und generieren. Also Künstliche Intelligenz, die bei Bedarf eigenständig einen Text über „Lachszucht“ erstellt, Namen für eine Schokoladenfabrik vorschlägt oder ein Liebesgedicht schreibt, wenn’s sein muss…

Es wird gerade viel geredet über diese Technologie, die sich ChatGPT nennt und Experten wie Laien aufgrund der verblüffenden Möglichkeiten in den Bann zieht. Welchen Einfluss könnte das auf Journalisten haben – und auf Konsumenten von Journalismus und Texten. Also auf uns alle.

Buzzword KI

Keine Frage: KI ist aktuell ein Buzzword.

Auf der „Consumer Electronics Show“ (CES) in Las Vegas ist KI gerade ein Schlagwort, das überall fällt.  Da stellt sich die Frage: Ist wirklich überall KI drin, wo KI drauf steht?

Nein, wahrlich nicht. KI ist zu einem Modebegriff verkommen, schlimmer noch: zu einem PR-Buzzword. Selbst Küchengeräte haben nun angeblich „KI inside“, etwa der Backofen, der mir sagt, was ich kochen oder backen soll – indem er erkennt, was ich da auf dem Backblech ins Innere schiebe. Aber ganz ehrlich: Das ist keine wirkliche KI. Bestenfalls, was das Erkennen der Lebensmittel anbelangt. Aber KI verkauft sich gut. Als Schlagwort. Klingt hipp – und vielversprechend.

KI-Systeme sind so mächtig wie der Mensch es zulässt

Chat-Bot ChatGPT

Aber ist das auch bei dem KI-Bot Chat-GPT so, über den derzeit alle reden? Ist das auch Hype – und was steckt da eigentlich dahinter?

Hinter ChatGPT steckt nun wirklich KI – und zwar die Firma OpenAI, in der auch Microsoft und Elon Musk investiert sind. OpenAI soll erforschen, was KI kann, wohin die Reise geht. Im November hat OpenAI den Chat-Bot ChatGPT vorgestellt. Ein durch „bestärkendes Lernen“ – also betreut trainiertes KI-System.

Es schaut sich Texte jeder Art an, von Lyrik über Bücher und Artikel bis hin zu Nachrichten oder Blog-Artikeln und lernt so nicht nur, wie in den verschiedenen Sujets geschrieben wird, sondern lernt auch, was in den Texten steht. Das ist eine der großen Stärken von KI. ChatGPT schafft sich also eine Menge Wissen drauf und „versteht“ auch, worum es geht.

Die Stärke des Systems ist nun, dass man in ganz normaler Sprache mit ihm sprechen kann. Man kann fragen: „Wie viele Planeten hat das Sonnensystem?“ Und das System antwortet:

„Es gibt acht Planeten im Sonnensystem: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Einige Leute betrachten auch Pluto als einen Planeten.“

Das ist schon verblüffend. Vor allem, weil ich danach fragen kann: „Welcher ist der größte?“ – und der Chat-Bot weiß, was ich meine. Das kann keine Suchmaschine der Welt.

ChatGPT: Was kann die neue KI-Technik – und was (noch) nicht?

Alarmstufe Rot bei Google

Apropos: Der Konzern Google, eigentlich ein Fels in der Brandung in der Tech-Szene, hat wegen dem KI-System Chat-GPT jüngst „Alarmstufe rot“ ausgegeben.

Das Kerngeschäft von Google ist und bleibt die Suchmaschine. Hier verdient der Konzern besonders gutes Geld: Indem Usern Fragen beantwortet werden. Und genau das kann Chat-GPT aber eben auch: Antworten auf Fragen liefern – und das sogar erstaunlich gut und präzise, ohne dass ich noch irgend woanders nachschauen müsste.

Genau das ist der Grund, wieso Google sein Kerngeschäft potenziell bedroht sieht: Könnte Chat-GPT einer Suchmaschine den Rang ablaufen? Wettbewerber Microsoft hat bereits angekündigt, den Chat-Bot in seine Suchmaschine Bing integrieren zu wollen. Zwar wird Chat-GPT eine Suchmaschine nicht einfach so ersetzen können – schon allein deswegen, weil der Rechenaufwand einer KI-Anfrage viel höher ist und länger dauert. Aber wahrscheinlich wird es für bestimmte Fragen in Zukunft auch bei Google Antworten von der KI geben.

So wie jetzt an den ersten Stellen häufig Antworten aus Wikipedia aufgeführt werden, könnten es künftig Antworten vom Chat-Bot sein. Oder wenn ein User nachfasst, kommt KI zum Einsatz. Fest steht: Chat-GPT hat jetzt schon die Art und Weise verändert, wie die Anbieter von Suchdiensten über ihre eigenen Dienste denken.

KI erstellt auf Knopfdruck Texte
KI erstellt auf Knopfdruck Texte

Wenn KI Texte schreibt…

Nun kann der Bot aber auch Texte selbst erstellen, auf Kommando. Würde das gehen: „Schreibe ein Manuskript über Dich selbst“? Das wollte ich wissen. Und: Ja, es geht – der Bot hat mir wirklich einen Text zur Verfügung gestellt. Der fängt an:

Hi und willkommen zu unserer heutigen Sendung. Heute werden wir über ChatGPT sprechen, eine neue künstliche Intelligenz, die von OpenAI entwickelt wurde.

ChatGPT ist ein fortgeschrittener Sprachmodell, das in der Lage ist, menschenähnliche Konversationen zu führen und Antworten auf Fragen zu geben. Es wurde entwickelt, um menschenähnlicher zu sein als andere KI-Sprachmodelle und ist in der Lage, sich an neue Themen anzupassen und komplexe Fragen zu beantworten.

Eines der interessanten Dinge über ChatGPT ist, dass es lernen kann, indem es menschliche Konversationen beobachtet und sich an menschliche Sprache anpasst. Das bedeutet, dass es im Laufe der Zeit immer besser wird, je mehr es verwendet wird.

ChatGPT kann in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, von der Kundenunterstützung bis hin zur Unterhaltung. Es gibt bereits einige Unternehmen, die ChatGPT verwenden, um ihren Kunden schnellere und genauere Antworten zu geben.

Wir hoffen, dass Sie heute etwas über ChatGPT gelernt haben und wir danken Ihnen, dass Sie zugehört haben. Bis zur nächsten Sendung!

Das ist alles längst nicht perfekt, aber wenn man bedenkt, dass es die erste Fassung dieses Systems ist, dann ist das schon erstaunlich. Hier steckt zweifellos eine Menge Potenzial drin. Dieses System – und ähnliche – werden zweifellos schon bald Standardaufgaben übernehmen. Fragen beantworten. Nachrichten zusammenfassen. Wettberichte oder Börsenkurse verdichten.

Das wird Arbeitsplätze kosten.

Kreativ kann das System aber nicht sein. Es hat kein Gefühl für Sprache – simuliert Stilrichtungen nur. Es hat auch kein Gefühl für Richtig oder Falsch. Checkt keine Fakten. Was so ein System einmal gelernt hat, das ist drin – und wird wiederholt. Jedenfalls in diesem Stadium der KI. Wir werden ganz sicher noch sehr viel reden über dieses und andere KI-Systeme.

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