Incogni: So wehrt Ihr Euch effektiv gegen „Data Broker“

von | 24.05.2022 | Digital

Recht zu haben ist nicht schwer, Recht zu bekommen allerdings schon: Incogni ist ein praktischer Service von Surfshark, der dafür sorgt, dass Data Broker über Euch gespeicherte Daten löschen.

Wir wissen es eigentlich alle – und ergeben uns viel zu häufig: Trotz DSGVO und verschärfter EU-Datenschutzgesetze werden jede Menge Daten von uns erhoben und gespeichert. Keineswegs nur Daten, die wir selbst irgendwo eingeben, sondern auch und vor allem Daten, die Tracker in Apps, KI-Services und auf Webseiten gnadenlos einsammeln und an sogenannte „Data Broker“ verkaufen.

Wer die kostenlose App benutzt, im kostenlosen Game daddelt oder ChatGPT und andere KI-Tools nutzt, bemerkt oft nicht, dass im Hintergrund diverse Tracker aktiv sind und Daten sammeln. Diese Daten werden eingesammelt und an die Broker verkauft. In der Regel, ohne dass wir es wissen – und ohne unsere ausdrückliche Zustimmung. Wenn überhaupt, gibt es verquaste Paragrafen in den Datenschutzbestimmungen („Dürfen wir Daten mit KI-Partnern teilen“), die niemand hinterfragt.

Schlimm genug, dass der Gesetzgeber das nach wie vor erlaubt.

Überall werden ungeniert Daten eingesammelt

Überall werden ungeniert Daten eingesammelt

Data Broker werfen ihre Krakenarme aus

Dieses Business ernährt mittlerweile Tausende von Agenturen weltweit, die auf diese Weise (meist unbemerkt und leise) sensible Daten einsammeln, mit KI-Tools auswerten, detaillierte Profile erstellen und die Daten gewinnbringend verkaufen. Darunter persönliche Daten wie:

  • Name und Aliase
  • Alter und Geburtsdatum
  • Aktuelle und frühere Adressen
  • E-Mail-Adressen und Telefonnummern
  • Präzise Bewegungsdaten und Aufenthaltsorte
  • Detaillierte Interessensprofile
  • Social Media Aktivitäten
  • Berufliche Laufbahn und Einkommen
  • Kreditwürdigkeit und Finanzdaten
  • Gesundheitsdaten und medizinische Vorgeschichte
  • Politische Ansichten und Wahlverhalten

Dank moderner KI-Systeme werden diese persönlichen Daten nicht mehr nur mit der Advertising-ID verknüpft, sondern zu hochpräzisen digitalen Zwillingen zusammengefügt. Machine Learning Algorithmen können aus scheinbar harmlosen Datenpunkten erschreckend genaue Vorhersagen über unser Verhalten, unsere Gesundheit und sogar unsere Zukunftspläne treffen.

Personalisierte Werbung ist längst das geringste Problem. 2025 explodierten die Fälle von KI-gestütztem Scamming, Deepfake-basiertem Identitätsdiebstahl und algorithmischem Stalking. Cyberkriminelle nutzen die detaillierten Profile für maßgeschneiderte Betrugsmaschen, die erschreckend überzeugend sind.

Broker sammeln Daten ein und fügen sie zu großen Datenbanken zusammen

Broker sammeln Daten ein und fügen sie zu großen Datenbanken zusammen

DSGVO und DMA: Recht auf Auskunft wird stärker

Der Digital Markets Act (DMA) und die verschärfte DSGVO geben uns mittlerweile deutlich stärkere Rechte: Wir können von jedem Anbieter oder Onlinedienst nicht nur erfahren, welche Daten er über uns gespeichert hat, sondern auch, an wen diese Daten weitergegeben wurden. Das gilt für die offensichtlichen Kandidaten wie Meta, Google, TikTok, aber auch für die Hunderten von Brokern im Hintergrund.

Die neuen EU-Gesetze sehen auch drastische Strafen vor: Bis zu 20% des weltweiten Jahresumsatzes können bei Verstößen fällig werden. Trotzdem – wer macht schon von seinen Rechten Gebrauch? Die meisten Verbraucher wissen nicht einmal, dass ihre Daten bei Hunderten von Brokern landen.

Hier kommt ein Service ins Spiel, der 2024/2025 deutlich ausgebaut wurde und den ich weiterhin sehr schätze: Incogni von Surfshark.

Wer sich hier anmeldet, kann Incogni damit beauftragen, bei mittlerweile über 200 bekannten Data Brokern ganz offiziell – formell und rechtskonform – die Löschung der eigenen persönlichen Daten zu beantragen. Das macht Incogni vollkommen automatisch und nutzt dabei auch KI, um die Erfolgsaussichten zu optimieren.

Incogni erledigt den kompletten „Papierkram“: Der Dienst verschickt auf Euren Wunsch entsprechende Schreiben an die bekannten Data Broker dieser Welt. Formal formuliert, juristisch wasserdicht und unter Berufung auf DSGVO, DMA und lokale Datenschutzgesetze.

Die Liste der Broker, die Incogni automatisiert anschreibt, umfasst mittlerweile über 200 Unternehmen und wird kontinuierlich erweitert. Weltweit gibt es geschätzt über 4000 solcher Broker – Tendenz steigend.

PRO

  • Verschickt automatisch DSGVO/DMA-konforme Lösch-Anforderungen
  • KI-gestütztes Tracking der Broker-Antworten
  • Automatisches Nachfassen mit eskalierenden rechtlichen Drohungen
  • Über 200 Data Broker in der Datenbank (2026)
  • Monatliche Reports über Löschfortschritte
  • Vergleichsweise günstig gegenüber Anwaltskosten

CONS

  • Nicht alle Broker bestätigen Löschungen transparent
  • Neue Broker tauchen schneller auf, als sie bearbeitet werden können
  • Manche Broker umgehen Löschungen durch „Partnerunternehmen“
Incogni Dashboard

Incogni Dashboard

KI-gestützte Rechtsdurchsetzung

Incogni funktioniert wie ein unermüdlicher KI-Rechtsbeistand, der formal Beschwerde einlegt, Auskunftsrechte durchsetzt und Löschungen beauftragt. 2025 wurde der Service um Machine Learning Algorithmen erweitert, die den Erfolg verschiedener Argumentationsstrategien analysieren und die Anschreiben entsprechend optimieren.

Das Dashboard zeigt transparent, welche Data Broker bereits angeschrieben wurden und wie sie reagiert haben. Ein Ampelsystem visualisiert den Status: Grün für erfolgreiche Löschungen, Gelb für laufende Verfahren, Rot für Verweigerungen. Bei roten Fällen eskaliert Incogni automatisch mit härteren rechtlichen Mitteln.

Geduld ist trotzdem gefragt: Da diese Prozesse rechtlich korrekt ablaufen müssen, kann es Wochen dauern, bis Broker reagieren. Incogni hakt konsequent nach und dokumentiert Verstöße gegen DSGVO und DMA, die dann an die zuständigen Datenschutzbehörden weitergeleitet werden.

Was kostet digitale Selbstverteidigung?

Incogni bleibt ein kostenpflichtiger Service. Die Preise sind 2026 moderat gestiegen, aber verglichen mit Anwaltskosten immer noch günstig. Jahresabos gibt es ab etwa 80 Euro, wobei regelmäßig Rabattaktionen laufen.

Aber eigentlich ist es eine Schande, dass wir 2026 immer noch selbst aktiv werden müssen, um unsere Grundrechte durchzusetzen. Trotz aller EU-Gesetze bleibt das Geschäft mit unseren Daten ein Milliardenmarkt – und wir tragen die Arbeit und Kosten, um uns zu wehren.

Hier bekommt Ihr Incogni mit aktuellen Rabatten

Trotz aller Kritik am System: Solange sich politisch nichts Grundlegendes ändert, ist Incogni eine der wenigen praktischen Möglichkeiten, systematisch gegen die Datensammelwut vorzugehen. Jeden Euro wert, wenn Ihr Eure digitale Privatsphäre ernst nehmt.

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026