Internetbilder: Echtheit prüfen und Webseiten finden

von | 19.12.2022 | Surftipp

Bilder sind der Kern des Internets, werden aber auch oft missbraucht. Da ist es wichtig, deren Herkunft herausfinden zu können. Wir zeigen Euch, wie das geht.

Invers-Bildersuche bei Google

Oft versuchen sich Fake-Artikel den Anschein der Echtheit zu geben, indem sie passende Bilder verwenden. Die stammen dann aber oft aus ganz anderen Zusammenhängen, aus Artikeln zu einem anderen Thema von einer ganz anderen Quelle. Was wenig bekannt ist: Google bietet neben der Textsuche auch eine Inverssuche für Bilder an, sucht Euch also zu einem Bild weitere Webseiten heraus, auf denen es vorkommt.

  • Klickt mit der rechten Maustaste auf ein Bild in einem Beitrag, den Ihr überprüfen wollt, dann auf Bild speichern unter.
  • Speichert das Bild auf dem Desktop (oder einem anderen Ort auf Eurer Festplatte).
  • Ruft im Browser die Google-Suche auf.
  • Zieht das Bild von der Festplatte in das Google-Fenster, das Eingabefeld verändert sich zu Google Lens.
  • Das Bild wird nun automatisch hochgeladen und das Internet nach Webseiten durchsucht, auf denen es vorkommt.
  • Kommt das Bild auf anderen Webseiten zu einem komplett anderen Thema vor, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf einen Fake-Artikel!

Google Lens macht’s noch einfacher

Google Lens hat die Bilderkennung stark verbessert. Die KI-gestützte Technologie erkennt nicht nur, wo Bilder verwendet werden, sondern analysiert auch deren Inhalt. Das ist besonders nützlich bei der Aufdeckung von Deepfakes oder manipulierten Bildern, die in sozialen Medien kursieren.

Über die Google-App auf dem Smartphone könnt Ihr auch direkt ein Foto von einem Bildschirm machen und durch Lens analysieren lassen. Das geht schneller als das Herunterladen und erneute Hochladen.

Alternative Tools zur Bildverifikation

Neben Google gibt es mittlerweile weitere professionelle Tools:

  • TinEye: Einer der ältesten und zuverlässigsten Reverse-Image-Search-Dienste. Durchsucht über 60 Milliarden Bilder und zeigt oft Ergebnisse, die Google übersieht.
  • Yandex Images: Die russische Suchmaschine ist besonders gut bei der Gesichtserkennung und findet oft andere Aufnahmen derselben Person.
  • Bing Visual Search: Microsofts Alternative funktioniert ähnlich wie Google Lens und ist direkt in den Edge-Browser integriert.

Für Profis gibt es Tools wie InVID-WeVerify, eine Browser-Erweiterung, die speziell für Journalisten entwickelt wurde. Sie kombiniert mehrere Suchmaschinen und zeigt Metadaten von Bildern an.

Bilderquellen im Internet finden

Wenn Ihr einen Suchbegriff bei Google eingebt, dann kommen neben den Links zu Internet-Seiten, die diesen enthalten, oft auch Bilder als Ergebnis. Das ist erst mal nichts Besonderes, nur manchmal findet Ihr darin Bilder, die so gar nichts mit der Suche zu tun haben. Oder ein Bild von sich selbst, das Euch erschreckt und von dem Ihr wissen wollt, wo es erscheint. Wichtig vor allem dann, wenn es für einen Fake-Artikel genutzt wird!

  • Die Bilder zu Ihrem Suchbegriff seht Ihr, wenn Ihr auf Bilder unter der Suchleiste klickt.
  • Google zeigt Euch nun alle Bilder an, die zu Eurem Suchbegriff passen. Klickt auf eines der Bilder, dann kommt in den meisten Fällen aber nicht die Webseite, auf der das Bild ist, sondern nur das Bild in größerer Ansicht.

  • Unter dem Bild findet Ihr aber eine kleine Schaltfläche, die den Namen der Webseite enthält. Klickt darauf, dann solltet Ihr zur Seite geleitet werden.
  • Passiert das nicht, dann habt Ihr noch eine Alternative: Klickt mit der rechten Maustaste auf das Bild und dann auf Bildlink kopieren.
  • Klickt dann in die Adressleiste des Browsers und drückt gleichzeitig Strg + V. Ihr seht nun in der Adressleiste des Browsers die Herkunfts-Adresse des Bildes. Mit der könnt Ihr dann direkt auf die Quellseite gelangen.

KI-generierte Bilder erkennen

Ein neues Problem: KI-generierte Bilder werden immer realistischer. Tools wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion erzeugen Bilder, die kaum noch von echten Fotos zu unterscheiden sind. Hier helfen spezialisierte Detektoren:

  • AI or Not: Analysiert hochgeladene Bilder auf KI-Artefakte
  • Hive Moderation: Professioneller Service zur KI-Erkennung
  • Optic ID: Erkennt verschiedene KI-Bildgeneratoren

Achtet auf typische Anzeichen: Unrealistische Gesichtszüge, merkwürdige Hände, inkonsistente Beleuchtung oder Schatten, die nicht zur Szene passen.

Metadaten auslesen für Profis

Jedes digitale Bild enthält EXIF-Daten: Kameramodell, Aufnahmezeit, GPS-Koordinaten und mehr. Tools wie ExifTool oder Online-Services wie Jeffrey’s Image Metadata Viewer zeigen diese versteckten Informationen an. Aber Vorsicht: Diese Daten können manipuliert oder beim Upload auf Social Media gelöscht werden.

Praktische Tipps für den Alltag

Werdet skeptisch bei emotionalen Bildern in Social Media Posts. Oft werden dramatische Fotos aus ganz anderen Kontexten recycelt. Besonders bei aktuellen Ereignissen, Naturkatastrophen oder politischen Themen lohnt sich eine schnelle Überprüfung.

Installiert Euch Browser-Erweiterungen wie „Search by Image“ für Chrome oder Firefox. Damit könkönnt Ihr mit einem Rechtsklick sofort eine Rückwärtssuche starten, ohne das Bild herunterladen zu müssen.

Denkt dran: Auch wenn ein Bild echt ist, kann der Kontext völlig falsch sein. Ein echtes Foto von 2015 wird vielleicht als „aktuell“ verkauft. Die Rückwärtssuche hilft Euch, das ursprüngliche Datum und den wahren Kontext zu finden.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026